Demokrat Newsom: Trump wird keine freie Wahl mehr zulassen
20.09.2025 - 04:58:16Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom gilt als möglicher Kandidat der Demokraten fĂŒr die US-PrĂ€sidentschaftswahl 2028 - befĂŒrchtet aber, dass Amtsinhaber Donald Trump keine freie und faire Abstimmung mehr zulassen wird. «In meinen Augen gibt es null Zweifel daran, dass er keine weitere Wahl haben will», sagte Newsom dem «Sydney Morning Herald» in einem telefonisch gefĂŒhrten Interview. «Falls doch, wird es eine Wahl im Stile (des russischen PrĂ€sidenten Wladimir) Putins sein: das VortĂ€uschen einer Wahl, aber nicht fair, nicht offen. Davon bin ich absolut ĂŒberzeugt.»
Newsom bescheinigte Trump «auĂerordentliche Effizienz» in dem, was er tut. «Es ist chirurgisch. Die Verwirklichung einer Vision.» In der aufgeheizten Stimmung nach dem tödlichen Attentat auf den rechten US-Aktivisten Charlie Kirk wĂŒrden Trump und seine Getreuen mit ihrer «rachelĂŒsternen» Rhetorik zusĂ€tzlich Ăl ins Feuer gieĂen. Das sollte «allen einen kalten Schauer ĂŒber den RĂŒcken jagen», sagte Newsom der australischen Zeitung. «Ich bin zutiefst besorgt ob der kommenden Wochen und Monate. Das ist ein höllischer Moment fĂŒr unser Land.»
Angesichts des radikalen Vorgehens der Trump-Regierung gegen Kritiker in Behörden, Medien, Kultur und Gesellschaft setzt sich Newsom seit Monaten als eine Art OppositionsfĂŒhrer in Szene. Als Gouverneur regiert der 57-JĂ€hrige seit 2019 den bevölkerungsreichsten und wirtschaftsstĂ€rksten Bundesstaat der USA. Mit Trump geriet er insbesondere wegen dessen Migrationspolitik und der damit zusammenhĂ€ngenden Entscheidung des Republikaners aneinander, Nationalgardisten und Marineinfanteristen zur Niederschlagung von Protesten in den GroĂraum Los Angeles zu schicken - gegen den ausdrĂŒcklichen Willen Newsoms, der von gezieltem Rechtsbruch der Bundesregierung sprach.
Newsom vermisst Gegenwehr anderer Staaten
Bei den Regierungschefs anderer Staaten vermisst der Demokrat Ă€hnlichen Widerstand gegen Trumps Politik. «Es ist ziemlich beschĂ€mend, welche Mitschuld so viele LĂ€nder auf sich geladen haben, indem sie Trump und den Trumpismus unterstĂŒtzt und Beihilfe geleistet haben. Ich bin ziemlich angewidert davon, um ehrlich zu sein. Ich weiĂ, dass diese Leute es besser wissen. Ich habe mit diesen AnfĂŒhrern gesprochen. Sie wissen, was sie tun.»
Faktisch tĂ€ten sie «genau das, was so viele Konzerne und MilliardĂ€re tun», kritisierte Newsom: «Sie versuchen, diese Phase einfach zu ĂŒberstehen. Aber ich hasse es zu sehen, wie Menschen so einfach und schnell einknicken.»
Zurzeit sei Trump auf einem Siegeszug, wÀhrend Wahrheit und Demokratie auf der Strecke blieben und die demokratische Opposition zersplittert sei, beklagte Newsom. Trump habe das Parlament und die Gerichte in der Hand, setzte das MilitÀr im Innern ein, greife UniversitÀten und Wissenschaftler an, mache sich in totalitÀrer Manier die Kultur und alle Institutionen zum Untertan, die freies Denken fördern. Vor diesem Hintergrund sei es «schockierend», dass nicht mehr Menschen die Stimme dagegen erheben, denn: «Ich sehe, wie alles zerfÀllt - und das nicht etwa tÀglich oder wöchentlich, sondern jeden Tag.»





