ImmunitÀt Trumps: keine Entscheidung vom Obersten Gericht
22.12.2023 - 21:33:23Der Oberste Gerichtshof der USA wird sich vorerst nicht mit der Frage der ImmunitĂ€t des ehemaligen PrĂ€sidenten Donald Trump befassen. Ein entsprechender Antrag von Sonderermittler Jack Smith wurde ohne BegrĂŒndung abgelehnt. Damit dĂŒrfte der Anfang MĂ€rz geplante Termin fĂŒr den Prozess gegen Trump wegen versuchten Wahlbetrugs nicht mehr zu halten sein.
Smith hatte den Supreme Court darum geben, zĂŒgig zu klĂ€ren, ob Trump wegen seiner Versuche, das Wahlergebnis der PrĂ€sidentenwahl 2020 zu kippen, auf Bundesebene strafrechtlich verfolgt werden kann - oder ob er durch seine ImmunitĂ€t als PrĂ€sident geschĂŒtzt ist.
StĂŒrmung vom Parlament
Trump ist in der US-Hauptstadt Washington im Zusammenhang mit versuchtem Wahlbetrug angeklagt. AnhĂ€nger Trumps hatten am 6. Januar 2021 den Parlamentssitz in Washington gestĂŒrmt. Dort war der Kongress zusammengekommen, um den Sieg des Demokraten Joe Biden bei der PrĂ€sidentenwahl formal zu bestĂ€tigen. Trump hatte seine AnhĂ€nger zuvor bei einer Rede aufgewiegelt. Infolge der Krawalle kamen damals fĂŒnf Menschen ums Leben.
Der 77-JĂ€hrige spielt in dem Gerichtsverfahren auf Zeit. Trumps AnwĂ€lte argumentierten, dass der Republikaner nicht rechtlich fĂŒr Taten belangt werden könne, die zu seinen Pflichten als PrĂ€sident gehörten. Die zustĂ€ndige Richterin hatte einen entsprechenden Antrag allerdings abgelehnt. Gegen diese Entscheidung hatte Trump Berufung eingelegt - damit ist ein Berufungsgericht am Zug.
Hoffnung auf schnelle Entscheidung gescheitert
Doch Sonderermittler Smith wĂ€hlte einen ungewöhnlichen Weg: Er wollte das Berufungsgericht umgehen und wandte sich direkt mit der Bitte an den Supreme Court, die Frage schnell zu klĂ€ren. «Dieser Fall betrifft Fragen von auĂergewöhnlicher nationaler Bedeutung.»
Das Oberste Gericht des Landes folgte diesem Antrag nun nicht. Damit muss die Berufung ihren Weg durch die Instanzen gehen, was sich hinziehen kann. Die aktuelle Ablehnung durch das Supreme Court bedeutet gleichwohl nicht, dass der Fall nicht letztlich doch wieder vor den neun Richterinnen und Richtern landen wird.


