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Nato-Chef warnt: Europas Sicherheit hÀngt an Ukraine

23.12.2025 - 04:02:11

Kann die Nato Russland noch zuverlĂ€ssig vor einem Angriff auf das BĂŒndnisgebiet abschrecken? GeneralsekretĂ€r Rutte zeigt sich kurz vor den Festtagen zuversichtlich. Es gibt aber eine EinschrĂ€nkung.

  • Wirbt um UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine: Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte. (Archivbild) - Foto: Virginia Mayo/AP/dpa

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  • Geht der Ukraine-Krieg auch 2026 weiter? Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte will keine Prognose abgeben. (Archivbild) - Foto: Uncredited/AP/dpa

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  • Putins RĂŒstungsausgaben bereiten der Nato Sorgen. (Archivbild) - Foto: Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

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Wirbt um UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine: Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte. (Archivbild) - Foto: Virginia Mayo/AP/dpaGeht der Ukraine-Krieg auch 2026 weiter? Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte will keine Prognose abgeben. (Archivbild) - Foto: Uncredited/AP/dpaPutins RĂŒstungsausgaben bereiten der Nato Sorgen. (Archivbild) - Foto: Mikhail Metzel/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte ruft kurz vor Weihnachten zur weiteren UnterstĂŒtzung der Ukraine auf – und warnt zugleich vor Sicherheitsrisiken fĂŒr europĂ€ische BĂŒndnisstaaten. Um zu verhindern, dass Kremlchef Wladimir Putin einen Angriff auf einen Nato-VerbĂŒndeten wagt, mĂŒsse man dafĂŒr sorgen, dass die Ukraine stark bleibe, sagte er in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Zudem gelte es, wie beim Nato-Gipfel in Den Haag beschlossen, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen. «Wenn wir diese beiden Dinge tun, sind wir stark genug, uns zu verteidigen, und Putin wird es niemals versuchen», sagte Rutte mit Blick auf einen möglichen Angriff Russlands.

Die AufrĂŒstung muss aus Sicht des frĂŒheren niederlĂ€ndischen Regierungschefs allerdings rasch erfolgen. Nach unterschiedlichen Geheimdienst-EinschĂ€tzungen könnte es sonst ab 2027, 2029 oder 2031 gefĂ€hrlich werden, sagte er. Zum Bedrohungspotenzial Putins erklĂ€rte Rutte, dieser gebe inzwischen mehr als 40 Prozent des Staatshaushalts fĂŒr RĂŒstung aus. Zudem sehe man am Krieg in der Ukraine, dass Putin bereit sei, 1,1 Millionen Menschen zu opfern, sagte Rutte mit Blick auf SchĂ€tzungen zu Toten und Verwundeten auf russischer Seite. 

Entsprechend vorsichtig Ă€ußert sich der Nato-GeneralsekretĂ€r auch auf die Frage, ob die US-Initiative fĂŒr ein Ende des Krieges im kommenden Jahr Erfolg haben könnte. «Ich möchte keine Vorhersagen machen», sagte der 58-JĂ€hrige. Er könne nur sagen, die Amerikaner, die EuropĂ€er und natĂŒrlich die Ukraine arbeiteten extrem hart daran. FĂŒr die Zeit nach einem möglichen Ende des Krieges brauche man auf jeden Fall sehr starke Sicherheitsgarantien fĂŒr die Ukraine. «Damit Putin weiß: Wenn ich es noch einmal versuche, wird die Reaktion verheerend sein», fĂŒgte er hinzu.

Rutte: USA brauchen EuropĂ€er fĂŒr Sicherheit in der Arktis

BefĂŒrchtungen, dass auf die BĂŒndnistreue der USA unter PrĂ€sident Donald Trump kein Verlass sein könnte, hat Rutte nach eigener Darstellung nicht. «Ich mache mir ĂŒberhaupt keine Sorgen um die USA, weil sich die USA der Nato uneingeschrĂ€nkt verpflichtet fĂŒhlen», sagte er. In der nationalen Sicherheitsstrategie stehe klar, dass ein sicheres Europa fĂŒr die USA PrioritĂ€t habe und auch eine starke Nato und ein enges Zusammenstehen zwischen den USA und dem EU-Teil der Nato. Hinzu komme, dass die USA eigene, sehr konkrete Interessen in der Nato hĂ€tten, betonte Rutte. So sei etwa die Arktis fĂŒr die Vereinigten Staaten ein großes Thema und diese könne nur gemeinsam verteidigt werden. 

Zuversichtlich stimmen den Nato-GeneralsekretĂ€r zudem die Entwicklungen beim Thema Verteidigungsausgaben - insbesondere die in der Bundesrepublik. «Was Deutschland derzeit tut, ist wirklich beeindruckend», lobte Rutte. Dies sei entscheidend, weil das Land die grĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft Europas sei. «Ohne Deutschland geht das nicht. Sie mĂŒssen diese FĂŒhrungsrolle gegenĂŒber den anderen zeigen – und sie tun es», sagte er. Konkret verwies Rutte dabei auf das deutsche Ziel, statt erst 2035 bereits 2029 Verteidigungsausgaben von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erreichen. Im vergangenen Jahr lag Deutschland noch bei lediglich zwei Prozent.

@ dpa.de