Kreml, Putin

Kreml: Putin offen fĂŒr GesprĂ€che mit Scholz und Trump

11.11.2024 - 15:11:30 | dpa.de

Kanzler Scholz und der gewĂ€hlte US-PrĂ€sident Trump haben angekĂŒndigt, mit dem Kremlchef telefonieren zu wollen. Als Erster zum Hörer greifen will Putin aber nicht, um ĂŒber die Ukraine zu reden.

  • Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnet Berichte ĂŒber ein angebliches Telefonat des designierten US-PrĂ€sidenten Donald Trump mit Kremlchef Wladimir Putin als falsch. (Archivbild) - Foto: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa
  • Kremlchef Wladimir Putin hat immer wieder erklĂ€rt, offen zu sein fĂŒr einen Dialog auch mit Kanzler Olaf Scholz. (Archivbild) - Foto: ---Kay Nietfeld/dpa/AP/sputnik/dpa
Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnet Berichte ĂŒber ein angebliches Telefonat des designierten US-PrĂ€sidenten Donald Trump mit Kremlchef Wladimir Putin als falsch. (Archivbild) - Foto: Alexander Zemlianichenko/AP/dpa Kremlchef Wladimir Putin hat immer wieder erklĂ€rt, offen zu sein fĂŒr einen Dialog auch mit Kanzler Olaf Scholz. (Archivbild) - Foto: ---Kay Nietfeld/dpa/AP/sputnik/dpa

Russland hat nach dem Sieg von Donald Trump bei der US-PrĂ€sidentenwahl erneut grundsĂ€tzliche Bereitschaft zum Dialog ĂŒber die Ukraine signalisiert - auch mit Kanzler Olaf Scholz. Allerdings wies Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag einen Bericht der «Washington Post» zurĂŒck, nach dem Putin und Trump am vergangenen Donnerstag nach der US-Wahl telefoniert haben sollen. «Es gab kein GesprĂ€ch», sagte Peskow. «Es ist reine Fiktion, es sind einfach falsche Informationen.» Russland sei aber weiter offen fĂŒr GesprĂ€che. 

PrĂ€sident Wladimir Putin will aber nicht selbst als Erster anrufen, weil nicht Russland, sondern der Westen den Kontakt abgebrochen hat, wie er sagte. Putin hatte am vergangenen Donnerstag bei einem öffentlichen Auftritt in Sotschi am Schwarzen Meer Trump zum Wahlsieg gratuliert und sich offen gezeigt fĂŒr eine Wiederaufnahme des Kontakts. 

Die «Washington Post» schrieb am Sonntag unter Berufung auf informierte Personen, Trump habe bei dem Telefonat am Donnerstag Putin empfohlen, den Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht zu eskalieren. Von Trump selbst gab es dazu zunĂ€chst keine Informationen. Trump habe auch auf die US-MilitĂ€rprĂ€senz in Europa verwiesen, hieß es unter Berufung auf die anonymen Quellen.

Der Republikaner Trump hatte im Wahlkampf angekĂŒndigt, er werde den Krieg in der Ukraine rasch beenden. Wie er das erreichen will, sagte er bisher nicht. US-PrĂ€sident Joe Biden und die Ukraine befĂŒrchten, dass unter Trump die US-MilitĂ€rhilfe an die Ukraine versiegen könnte, dank der die russische Invasion abgewehrt werden kann. 

Russland hatte Trumps Äußerungen aus dem Wahlkampf als «positives Zeichen» begrĂŒĂŸt. Sie verdienten Aufmerksamkeit, hatte Putin betont. Peskow sagte dem Moskauer Staatsfernsehen, dass Trump auch anders als Biden nicht erklĂ€rt habe, dass er der Atommacht Russland eine strategische Niederlage zufĂŒgen wolle.

Bericht: Angeblich Kiew ĂŒber Telefonat informiert

Die «Washington Post» berichtete außerdem, dass Trump bei dem GesprĂ€ch weitere Unterhaltungen angeregt habe, um ĂŒber eine Lösung des Kriegs zu sprechen. Die ukrainische Regierung sei ĂŒber das GesprĂ€ch informiert worden und habe keine EinwĂ€nde gehabt, schrieb die Zeitung. Der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums Heorhij Tychyj teilte örtlichen Medienberichten zufolge mit, dass die ukrainische Seite nicht ĂŒber ein derartiges GesprĂ€ch informiert worden sei.

Zwischen Biden und Putin herrscht seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 Funkstille. Nach einem unbestĂ€tigten Bericht im «Wall Street Journal» sprach dagegen Trump in den vergangenen Jahren als Ex-PrĂ€sident mehrfach mit Putin. Der Kreml hatte das nicht bestĂ€tigt. Trump wird am 20. Januar fĂŒr eine zweite Amtszeit als PrĂ€sident vereidigt werden.

Kreml: Bisher keine Signale fĂŒr Anruf von Scholz bei Putin

Kremlsprecher Peskow teilte auch mit, dass es trotz zahlreicher AnkĂŒndigungen von Kanzler Scholz (SPD) bisher keine Signale aus Berlin gebe fĂŒr ein Telefonat mit Putin. «Wenn sie sagen, dass Signale kommen, dann mĂŒssen wir auf sie warten. Bis jetzt gab es noch keine», sagte er. GrundsĂ€tzlich bekrĂ€ftigt der Kreml seit Wochen immer wieder die Bereitschaft zu einem GesprĂ€ch zwischen Putin und Scholz. 

Der Kanzler hatte zuletzt am Sonntag in der ARD-Sendung «Caren Miosga» gesagt, er wolle «demnÀchst» wieder mit Putin sprechen, dies aber nicht im Alleingang machen. Vor einem solchen GesprÀch brauche es viele Kontakte und GesprÀche mit vielen anderen, erklÀrte Scholz. Ein Kontakt soll demnach auch mit Wissen der Ukraine erfolgen.

Scholz telefonierte zuletzt im Dezember 2022 mit Putin. Dabei hatte er eine diplomatische Lösung und den RĂŒckzug russischer Truppen aus der Ukraine gefordert, wo Russland seit nun mehr als zweieinhalb Jahren einen zerstörerischen Angriffskrieg fĂŒhrt.

Kreml sieht NervositÀt im Westen nach Trumps Sieg

Peskow sagte, dass Russland eine gewisse NervositĂ€t sehe im Westen nach dem Sieg von Trump bei der US-PrĂ€sidentenwahl. Es sei voreilig, nun ĂŒber VerĂ€nderungen der Positionen bei den EuropĂ€ern zu sprechen. «Aber es gibt offizielle ErklĂ€rungen von europĂ€ischen Vertretern, die von der Fortsetzung ihrer allgemeinen Linie sprechen, alle Arten von UnterstĂŒtzung zu leisten. Und auf Russisch heißt das, Waffen in die Ukraine zu pumpen, um diesen Krieg bis zum Ende fortzusetzen», sagte Peskow.

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