Bosnien-Herzegowina, Wahl

Vertrauter Dodiks gewinnt Wahl in serbischem Teil Bosniens

24.11.2025 - 00:48:49

Karan wird neuer PrÀsident der ethnisch vorwiegend serbischen Republika Srpska. Er ist ein Vertrauter von Ex-PrÀsident Dodik. Dieser war wegen seiner separatistischen Politik abgesetzt worden.

  • Sinisa Karan ist ein Vertrauter des bisherigen PrĂ€sidenten Milorad Dodik. - Foto: Milivoje Pavicic/AP/dpa

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  • Der Sieger ist ein Vertrauter des bisherigen PrĂ€sidenten Milorad Dodik. - Foto: Radivoje Pavicic/AP/dpa

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Sinisa Karan ist ein Vertrauter des bisherigen PrÀsidenten Milorad Dodik. - Foto: Milivoje Pavicic/AP/dpaDer Sieger ist ein Vertrauter des bisherigen PrÀsidenten Milorad Dodik. - Foto: Radivoje Pavicic/AP/dpa

Im serbischen Landesteil von Bosnien-Herzegowina, der Republika Srpska (RS), hat Sinisa Karan von der Regierungspartei SNSD nach vorlÀufigen offiziellen Angaben die PrÀsidentenwahl gewonnen. Er lag mit rund 200.000 Stimmen (50,85 Prozent) vor dem Oppositionskandidaten Branko Blanusa der SDS, der auf etwa 188.000 Stimmen (47,8 Prozent) kam. Das teilte die Zentrale Wahlkommission in Sarajevo nach AuszÀhlung der Stimmen in knapp 93 Prozent der Wahllokale mit.

Karan ist ein Vertrauter des bisherigen PrÀsidenten Milorad Dodik, der wegen separatistischer AktivitÀten nach einem Gerichtsurteil abgesetzt worden war und nicht erneut kandidieren durfte. 

Regierungslager musste Federn lassen

Karan schnitt deutlich schlechter ab als zuletzt Dodik bei der Wahl 2022. Dodik hatte fast 27.000 Stimmen mehr bekommen als die damals zweitplatzierte Gegenkandidatin Jelena Trivic. Karan gewann den bisherigen Ergebnissen zufolge nur mit rund 12.000 Stimmen Vorsprung. 

Wahlberechtigt waren am Sonntag rund 1,2 Millionen Menschen. Die Wahlbeteiligung lag bei nur rund 35 Prozent - und damit erheblich niedriger als 2022, als sie 53 Prozent betrug. Weil es sich um vorgezogene Wahlen handelte, wurde der neue PrĂ€sident nur fĂŒr ein Jahr gewĂ€hlt - bis zum Ende der parlamentarischen Legislaturperiode. Der Urnengang wurde daher als Probelauf fĂŒr die 2026 anstehenden Parlaments- und PrĂ€sidentenwahlen gesehen.

Dodik: Wahlsieg zeigt StabilitÀt der Republika Srpska

Wahlsieger Karan dankte seinen WĂ€hlern und insbesondere seinem politischen Mentor Dodik. «Als es am schwierigsten war, hat das serbische Volk gesiegt. (...) Ein großes Dankeschön an Milorad Dodik und an alle Abgeordneten, die die Republika Srpska verteidigt haben.» Dodik betonte, Karans Sieg zeige trotz «ungĂŒnstiger UmstĂ€nde» die StabilitĂ€t der Republika Srpska.

Dodik ist ein serbischer Nationalist und pflegt gute Beziehungen zum Kreml. Er will als Vorsitzender der Partei SNSD die Politik in der RS weiter bestimmen. 

Opposition erhebt Vorwurf von Wahlbetrug

Der unterlegene Blanusa machte nicht nĂ€her erlĂ€uterte UnregelmĂ€ĂŸigkeiten fĂŒr seine Niederlage verantwortlich. «Wenn es keine Manipulationen gegeben hĂ€tte, hĂ€tte ich heute Abend den Sieg verkĂŒnden können», sagte er nach Angaben bosnischer Medien. Seine Partei verlangte die Wiederholung der Stimmabgabe in drei StĂ€dten, da es dort zu Wahlbetrug gekommen sei. Konkrete Belege dafĂŒr legte er zunĂ€chst nicht vor.

Seit dem Ende des Bosnien-Kriegs (1992-1995) vor 30 Jahren besteht Bosnien-Herzegowina aus zwei EntitĂ€ten: Föderation Bosnien-Herzegowina (FBIH), in der vor allem Kroaten und Bosniaken (Muslime) leben, sowie die vorwiegend ethnisch serbisch besiedelte Republika Srpska (RS). Die Landesteile sind weitgehend eigenstĂ€ndig in Bereichen, die nicht die Außen-, Verteidigungs- und Sicherheitspolitik betreffen.

@ dpa.de