Kiew, Russland-Ukraine-Krieg

Kiew erneut von russischen Raketen und Drohnen angegriffen

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 03:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nach einer Warnung von PrÀsident Wolodymyr Selenskyj ist Kiew in der Nacht erneut mit Raketen und Drohnen angegriffen worden. Auch aus Sumy wurde ein Drohnenangriff mit einem Toten und mehreren Verletzten gemeldet.

Immer wieder greif Russland massiv die ukrainische Hauptstadt an. (Archivbild) - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa
Immer wieder greif Russland massiv die ukrainische Hauptstadt an. (Archivbild) - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Nach der Warnung des ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj vor einem neuen russischen Großangriff ist die Hauptstadt Kiew in der Nacht erneut mit Raketen und Drohnen attackiert worden.

Explosionen in der Hauptstadt

In den frĂŒhen Morgenstunden waren nach Berichten vor Ort zahlreiche Explosionen in Kiew zu hören. Ein Reporter beschrieb mindestens zehn bis zwölf EinschlĂ€ge und sprach von großer LautstĂ€rke in der Innenstadt.

BĂŒrgermeister Vitali Klitschko berichtete von einem Angriff auf nicht zu Wohnzwecken genutzte GebĂ€ude im Bezirk Obolonskyj. Im Bezirk Podilskyj seien Lagerhallen getroffen worden; dort seien Flammen und Rauch zu sehen gewesen. Angaben zu SchĂ€den lagen zunĂ€chst nicht vor.

Angriff auch auf Sumy

Bereits am Abend war es in der nordostukrainischen Großstadt Sumy zu einem Drohnenangriff gekommen. Nach Angaben des BĂŒrgermeisters, die von der ukrainischen Nachrichtenagentur RBK Ukraine verbreitet wurden, starb dabei ein Mensch; mehrere weitere Menschen wurden verletzt.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren gegen die Invasion der russischen Armee. Der russische PrÀsident Wladimir Putin wird am Mittwoch 74 Jahre alt.

Angriffe auf die Hauptstadt als Teil einer anhaltenden Luftoffensive

Die Attacke auf Kiew folgt einer Phase, in der Russland seine Drohnen- und Raketenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt verstĂ€rkt und wiederholt Energieinfrastruktur sowie wichtige Verkehrsverbindungen ins Visier genommen hat. Schutznetze an BrĂŒcken und zusĂ€tzliche Abwehrmaßnahmen zeigen, dass sich die Bedrohung nicht auf einzelne Wohngebiete beschrĂ€nkt, sondern auch die FunktionsfĂ€higkeit der Stadt betrifft.

Kiew ist politisches Zentrum und Verkehrsknotenpunkt der Ukraine. Treffer in nicht zu Wohnzwecken genutzten GebĂ€uden und Lagerhallen können deshalb neben unmittelbaren SchĂ€den auch Versorgung, Logistik und den tĂ€glichen Pendelverkehr beeintrĂ€chtigen. FĂŒr die Bevölkerung bedeutet jede neue Angriffswelle zudem erneute EinschrĂ€nkungen durch Luftalarm, Schutzsuche und mögliche StromausfĂ€lle.

Belastung fĂŒr Zivilbevölkerung und Verteidigung

Der Angriff auf Sumy verdeutlicht zugleich, dass die russischen Luftangriffe mehrere Regionen parallel treffen können. StÀdte nahe der russischen Grenze stehen wegen der kurzen Vorwarnzeiten besonders unter Druck; Kiew bleibt wegen seiner politischen und infrastrukturellen Bedeutung ein herausgehobenes Ziel.

Selenskyjs Warnung vor einem Großangriff unterstreicht die Bedeutung der ukrainischen Luftverteidigung. Deren LeistungsfĂ€higkeit hĂ€ngt von verfĂŒgbaren Abwehrsystemen, Munition und internationaler UnterstĂŒtzung ab. FĂŒr Deutschland und andere europĂ€ische Staaten verschĂ€rft sich damit die Frage, wie humanitĂ€re Hilfe, Schutz kritischer Infrastruktur und militĂ€rische UnterstĂŒtzung dauerhaft organisiert werden können.

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