Festnahmen nach Drohnenalarm - Europa-Gipfel in DĂ€nemark
02.10.2025 - 01:06:30Nach dem wiederholten Drohnenalarm in DÀnemark haben französische MilitÀrs ein verdÀchtiges Schiff aufgebracht und Berichten zufolge zwei Personen festgenommen. Dabei handele es sich um den KapitÀn und den Ersten Offizier des Schiffes, das der russischen Schattenflotte zugerechnet wird, berichtete der Sender France Info unter Berufung auf die zustÀndige Staatsanwaltschaft.
Sie hĂ€tten keine Beweise fĂŒr die «NationalitĂ€t des Schiffes» vorlegen können und die Besatzung habe sich geweigert, Anweisungen zu befolgen, teilte die Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur mit. Ein Video, das unter anderem beim dĂ€nischen Sender TV 2 zu sehen war, zeigte, wie Soldaten an Bord des Schiffes waren, das vor der westfranzösischen KĂŒste unterwegs war.
Mehrheit der EU-LĂ€nder unterstĂŒtzt Drohnenwall-PlĂ€ne
Die Nachrichten ĂŒber den MilitĂ€reinsatz sorgten am Mittwochabend auch bei einem informellen Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU-LĂ€nder in Kopenhagen fĂŒr GesprĂ€chsstoff. Bei ihm ging es darum, wie die EU bis 2030 Abschreckung und Verteidigung extrem ausbauen kann.Â
Nach Angaben von RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa gab es in der Diskussion unter anderem breite UnterstĂŒtzung fĂŒr den geplanten Aufbau eines Drohnenwalls und weitere MaĂnahmen zur Absicherung der Ostflanke. Die EU-Kommission werde nun in zwei Wochen einen konkreten Fahrplan fĂŒr die geplante AufrĂŒstung bis 2030 vorlegen, erklĂ€rte der Portugiese. Beim nĂ€chsten Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU in drei Wochen in BrĂŒssel sei es dann an der Zeit fĂŒr Entscheidungen.Â
Wie weitreichend diese sein werden, ist nach Angaben von Diplomaten allerdings noch unklar. Sie verweisen darauf, dass bei den Beratungen in Kopenhagen Meinungsunterschiede mit Blick auf Fragen der Koordinierung und Finanzierung deutlich wurden.
Costa betonte, dass die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr Verteidigung laut den europĂ€ischen VertrĂ€gen klar bei den Mitgliedstaaten und nicht bei der EU liege. Um gemeinsame AufrĂŒstungsplanungen langfristig zu beschleunigen, wird die EU-AuĂenbeauftragte Kaja Kallas seinen Angaben zufolge aber kĂŒnftig hĂ€ufiger EU-Verteidigungsministertreffen einberufen.
«Seit lĂ€ngerem groĂe Probleme mit der russischen Schattenflotte»
Zu dem französischen MilitĂ€reinsatz gegen das russische Schattenflotte-Schiff gab es bei der Gipfelpressekonferenz am spĂ€ten Abend keine weiteren Informationen. Die dĂ€nische MinisterprĂ€sidentin Mette Frederiksen sagte, sie könne konkrete Ermittlungen nicht kommentieren. Generell gebe es aber seit lĂ€ngerem groĂe Probleme mit der russischen Schattenflotte, gerade in der Ostsee.
Den Berichten aus Frankreich zufolge soll das unter der Flagge Benins fahrende Schiff «Boracay» durch dĂ€nische GewĂ€sser gefahren sein, als Drohnen vergangene Woche fĂŒr mehrere StörfĂ€lle an dĂ€nischen FlughĂ€fen gesorgt hatten, unter anderem am wichtigen Flughafen von Kopenhagen, zwei Tage spĂ€ter dann auch im Westen DĂ€nemarks.Â
Der Tanker, der auch als «Pushpa» bekannt ist, befand sich am Mittwoch vor der westfranzösischen KĂŒste auf See. Mit der Schattenflotte sind Tanker und andere Frachtschiffe gemeint, die Russland zur Vermeidung von Sanktionen etwa beim Ăltransport einsetzt.
Heute GesprĂ€che in gröĂerer Runde
Das Treffen der Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen verlief ohne gröĂere StörfĂ€lle. Mit Spannung wird erwartet, ob das auch so bleibt: Heute gehen die GesprĂ€che zur Ukraine in Kopenhagen weiter - allerdings in erweitertem Kreis: Bundeskanzler Friedrich Merz und die anderen Staats- und Regierungschefs der EU-LĂ€nder kommen mit Kolleginnen und Kollegen aus europĂ€ischen Partnerstaaten zu Beratungen der sogenannten EuropĂ€ischen Politischen Gemeinschaft (EPG) zusammen.
DarĂŒber hinaus soll es auch um wirtschaftliche Sicherheit und Migrationsfragen gehen. Aus der Ukraine wird PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj zu dem Treffen erwartet, zudem will auch Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte anreisen.
Nach den Drohnenalarmen in DĂ€nemark seit Anfang vergangener Woche beteiligt sich auch die Bundeswehr am Schutz der Gipfeltreffen. Sie hat unter anderem die speziell fĂŒr die Luftverteidigung ausgerĂŒstete Fregatte «Hamburg» nach Kopenhagen geschickt.







