Konklave, Papst-Wahl

Konklave zur Papst-Wahl beginnt am 7. Mai

28.04.2025 - 15:02:05

Der Termin in gut einer Woche steht fest: Das Konklave zur Wahl eines neuen Papstes beginnt am 7. Mai. Bis dahin kommen die KardinÀle tÀglich zusammen. Sie haben einiges zu bereden.

  • Die KardinĂ€le wĂ€hlen den Nachfolger des am Ostermontag gestorbenen Papst Franziskus. - Foto: Andrew Medichini/AP/dpa

    Andrew Medichini/AP/dpa

  • Die Entscheidung fĂŒr den Start des Konklaves am 7. Mai fiel hinter den Mauern des Vatikan. - Foto: Uncredited/Vatican Media/AP/dpa

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Die KardinĂ€le wĂ€hlen den Nachfolger des am Ostermontag gestorbenen Papst Franziskus. - Foto: Andrew Medichini/AP/dpaDie Entscheidung fĂŒr den Start des Konklaves am 7. Mai fiel hinter den Mauern des Vatikan. - Foto: Uncredited/Vatican Media/AP/dpa

Die mit Spannung erwartete Wahl des Nachfolgers des verstorbenen Papstes Franziskus beginnt am 7. Mai. Das entschieden die in Rom versammelten KardinÀle genau eine Woche nach Franziskus' Tod, wie der Vatikan-Sprecher Matteo Bruni mitteilte. Der erste Wahlgang des Konklaves findet dann bereits am Mittwochnachmittag kommende Woche statt. Wahlberechtigt sind in dieser Papst-Wahl insgesamt 135 KardinÀle.

Vor dem ersten Wahlgang kommen die KardinĂ€le jedoch erst einmal zu einer Messe im Petersdom zusammen. Erst im Anschluss gehen sie in die Sixtinische Kapelle, in der sie dann strengstens abgeschirmt den Franziskus-Nachfolger wĂ€hlen. Kontakt zur Außenwelt ist wĂ€hrend dieser Zeit verboten. Beim Konklave handelt es sich um ein extrem streng geregeltes Wahlverfahren.

Leiten wird das Konklave der italienische Kardinal Pietro Parolin, der bislang als KardinalstaatssekretÀr die inoffizielle Nummer zwei im Vatikan war und als Vertrauter von Franziskus galt. Der 70-JÀhrige wird auch als «papabile», also dem Papstamt gewachsen, gehandelt. Parolin gilt als erfahrener Diplomat und vertrat den schon Monate vor seinem Tod angeschlagenen Papst bei Terminen.

Kardinalskollegium hat die FĂ€den in der Hand

Nach Franziskus' Tod am Ostermontag begann die sogenannte Sedisvakanz – die Zeit ohne Oberhaupt der katholischen Kirche. In dieser Zeit geht die Leitung der katholischen Kirche ans Kardinalskollegium ĂŒber. DafĂŒr treffen sich die KirchenmĂ€nner tĂ€glich in den sogenannten Generalkongregationen. An der nun ersten Sitzung nach Franziskus' Beisetzung, bei der die KardinĂ€le das Datum entschieden, nahmen nach Angaben von Bruni rund 180 KardinĂ€le teil.

20 KardinĂ€le sollen bei der Versammlung das Wort ergriffen haben. In ihren BeitrĂ€gen und den anschließenden Debatten sei es um die Zukunft der Kirche und deren Herausforderungen gegangen. Auch ĂŒber die Beziehung zu anderen Religionen und sexuellen Missbrauch in der Kirche haben sie gesprochen. «Es wurde darĂŒber gesprochen, welche Eigenschaften der neue Papst haben muss, um auf diese Herausforderungen wirksam reagieren zu können», sagte Bruni.

Bis zum Beginn des Konklaves kommen sie weiterhin fast tĂ€glich zusammen. Die Zeit in den Generalkongregationen, auch Vorkonklave genannt, nutzen die KirchenmĂ€nner, um sich zu beraten, sich kennenzulernen und sich ĂŒber das Profil des neuen Papstes auszutauschen. KardinĂ€le jeden Alters, also auch nicht wahlberechtigte KardinĂ€le, haben bei diesen Treffen Rederecht.

FĂŒr sie alle gibt es viel Redebedarf. Papst Franziskus hat zu seinen Lebzeiten zahlreiche KardinĂ€le aus aller Welt ernannt. Viele von ihnen kennen sich nicht. Es wird daher auf die Debatten in den Generalkongregationen ankommen, um sich auf das entscheidende Konklave vorzubereiten. Spannend dĂŒrfte somit werden, wie bei den Wahlen Allianzen geschmiedet und Kandidaten unterstĂŒtzt werden.

Drei Deutsche unter Papst-WĂ€hlern

Wahlberechtigt sind 135 KardinĂ€le unter 80 Jahren aus aller Welt. Wie viele von ihnen tatsĂ€chlich teilnehmen werden, ist bislang noch offen. Aktuell sind drei deutsche KardinĂ€le unter den KirchenmĂ€nnern, die wĂ€hlen dĂŒrfen: Reinhard Marx, Rainer Maria Woelki und Gerhard Ludwig MĂŒller. An den Treffen vor dem Konklave können aber auch die schon ĂŒber 80 Jahre alten deutschen KardinĂ€le Friedrich Wetter, Walter BrandmĂŒller sowie Walter Kasper teilnehmen.

Spekulationen ĂŒber Kandidaten

Seit Tagen wird bereits munter ĂŒber die Kandidaten und mögliche Favoriten spekuliert. Neben Parolin werden unter den Italienern auch der Chef der Italienischen Bischofskonferenz, Matteo Zuppi (69), und der Patriarch von Jerusalem, Pierbattista Pizzaballa (60), als «papabile» gehandelt.

Andere Namen sind unter anderem der frĂŒhere Erzbischof von Manila, Luis Antonio Tagle (67), der Portugiese JosĂ© Tolentino de Mendonça (59), Peter Erdö (72) aus Ungarn, Fridolin Ambongo Besungu (65) aus der Demokratischen Republik Kongo oder der Luxemburger Jean-Claude Hollerich (66). 

Beobachter halten es fĂŒr möglich, dass der neue Pontifex – Ă€hnlich wie der argentinische Papst Franziskus – ebenfalls aus einer Gegend der Welt kommt, die noch nie das Oberhaupt der katholischen Kirche stellte. Andere vermuten, dass nach langer Zeit auch wieder einmal ein Italiener an der Reihe sein könnte.

Weißer Rauch bedeutet: «Habemus papam»

Ein Zeitlimit fĂŒr das Konklave gibt es nicht. Die lĂ€ngste Wahl begann im Herbst 1268. Erst nach zwei Jahren, neun Monaten und zwei Tagen gab es mit Gregor X. einen neuen Papst. Inzwischen geht es jedoch zĂŒgiger: Franziskus war 2013 nach etwas mehr als 26 Stunden und fĂŒnf WahlgĂ€ngen gewĂ€hlt. Sein VorgĂ€nger Papst Benedikt XVI. aus Deutschland stand 2005 bereits nach vier Runden fest.

Zur Wahl benötigt der neue Papst eine Zweidrittelmehrheit. Der erste Wahlgang findet bereits am ersten Nachmittag statt. Der weitere Rhythmus besteht dann aus zwei WahlgÀngen am Vormittag und zwei WahlgÀngen am Nachmittag.

Die Stimmzettel werden nach den WahlgĂ€ngen verbrannt. Bei erfolglosen Abstimmungen steigt schwarzer Rauch aus dem fĂŒr die Wahl auf dem Dach der Sixtinischen Kapelle angebrachten Schornstein auf. Nach der erfolgreichen Wahl werden weiß fĂ€rbende Chemikalien zugesetzt, sodass weißer Rauch aufsteigt. Das ist das Zeichen fĂŒr die Menschen auf dem Petersplatz und in aller Welt, dass es einen neuen Papst gibt. Auf Lateinisch: «Habemus papam».

@ dpa.de