US-Institut, Verhandlungswillen

US-Institut sieht keinen echten Verhandlungswillen bei Putin

07.07.2024 - 09:23:47 | dpa.de

Kremlchef Putin behauptet immer wieder, in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine bereit zu Verhandlungen zu sein. Experten in den USA bewerten das anders.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als zwei Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. (Archivbild) - Foto: Madeleine Kelly/Zuma Press/dpa
Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als zwei Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. (Archivbild) - Foto: Madeleine Kelly/Zuma Press/dpa

Kremlchef Wladimir Putin zeigt nach EinschĂ€tzung von US-Experten auch nach seinem Treffen mit dem ungarischen Regierungschef Viktor Orban keinen echten Willen fĂŒr Verhandlungen in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine. «Putin forderte stattdessen eine Kapitulation der Ukraine durch "Entmilitarisierung" und die Übergabe bedeutender Territorien, die Russland derzeit nicht besetzt hĂ€lt», teilten die Analysten des Instituts fĂŒr Kriegsstudien (ISW) in Washington mit. Putin habe zudem an zwei Tagen hintereinander eine Feuerpause in dem Konflikt abgelehnt. Die Ukraine und Russland werfen sich gegenseitig vor, eine Feuerpause fĂŒr die Neuaufstellung und frische Bewaffnung von Truppen nutzen zu können. 

Zum Besuch Orbans am Freitag bei Putin stellten die ISW-Experten fest, dass der ungarische Regierungschef wohl versuche, die Aufmerksamkeit des Westens weg von der militĂ€rischen Hilfe fĂŒr die Ukraine hin zur Möglichkeit von Friedensverhandlungen zu lenken. Orban wolle sich als potenzieller Vermittler fĂŒr eine Beendigung des Kriegs in der Ukraine in Stellung bringen, obwohl Putin kein Interesse daran habe.

Laut ISW untergrĂ€bt Orban so die UnterstĂŒtzung der EuropĂ€ischen Union fĂŒr die Ukraine. Die Experten verweisen immer wieder darauf, dass Putin seine behauptete Verhandlungsbereitschaft vor allem dazu nutze, um den Westen zu spalten und letztlich die militĂ€rische UnterstĂŒtzung der VerbĂŒndeten der Ukraine zu brechen. Orban stellte sich immer wieder gegen EU-MilitĂ€rhilfe fĂŒr die Ukraine.

Orban wirft Nato Konfliktstreben vor

Orban hatte bei einem gemeinsamen Auftritt mit Putin im Kreml gesagt, dass die Vorstellungen Moskaus und Kiews fĂŒr eine Lösung des Konflikts weit auseinander lĂ€gen. Der Ungar hatte vor seinem Treffen auch in Kiew mit dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj gesprochen und dort eine Feuerpause gefordert. Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig vor, kein Interesse an Verhandlungen zu haben und den Konflikt lieber auf dem Schlachtfeld auszutragen.

In einem Meinungsbeitrag fĂŒr das Magazin «Newsweek» warf Orban der Nato vor, ihre GrĂŒndungsprinzipien zu verletzen. «Doch statt Frieden steht heute das Streben nach Krieg auf der Tagesordnung, statt Verteidigung ist es Angriff», schrieb Orban in dem Beitrag.

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