Putin, Pause

Putin stimmt Pause bei Angriffen auf Energienanlagen zu

18.03.2025 - 19:12:40

Kremlchef Putin wollte einer Waffenruhe nur unter bestimmten Bedingungen zustimmen. Jetzt gibt es einen mehrstufigen Plan, erklÀren Washington und Moskau. Doch ist die Ukraine an Bord?

Der russische PrĂ€sident Wladimir Putin hat einem US-Vorschlag zugestimmt, 30 Tage lang alle Angriffe auf die Energieinfrastruktur in der Ukraine einzustellen, wenn Kiew dies auch tut. Das teilte der Kreml nach einem Telefonat Putins mit US-PrĂ€sident Donald Trump mit. Allerdings konnten sich Trump und Putin in ihrem GesprĂ€ch den Stellungnahmen beider Regierung zufolge nicht auf eine allgemeine Waffenruhe im Ukraine-Krieg einigen. Verhandlungen darĂŒber sollen nach Angaben des Weißen Hauses sofort im Nahen Osten beginnen. 

Trump und Putin haben sich dem Weißen Haus zufolge darauf verstĂ€ndigt, dass «der Weg zum Frieden» mit der Energieinfrastruktur beginnen mĂŒsse. Es seien außerdem Verhandlungen ĂŒber eine Waffenruhe im Schwarzen Meer geplant, die schließlich in einer vollstĂ€ndigen Einstellung der Kampfhandlungen mĂŒnden solle.

Nach Kreml-Angaben gab Putin seinem MilitĂ€r den Befehl zu einem Stopp der Angriffe auf ukrainische Energieanlagen. Es gab aber keine Angaben, ab wann dies gelten soll. Aus der Ukraine gab es dazu keine Reaktion. Der Kremlchef kĂŒndigte an, dass Russland und die Ukraine am Mittwoch je 175 Kriegsgefangene austauschen wollten. Außerdem entlasse Moskau als Geste guten Willens 23 schwer verletzte ukrainische Soldaten in die Heimat. Zu diesem Aspekt Ă€ußerte sich das Weiße Haus bislang nicht.

Trump will schnelles Kriegsende 

Der US-PrÀsident hat das Ziel ausgerufen, den russischen Angriffskrieg in der Ukraine zu beenden. Vor einigen Tagen hatten sich hochrangige Vertreter der Trump-Regierung mit Vertretern aus Kiew in Saudi-Arabien getroffen. 

Die Ukraine stimmte dort dem US-Vorschlag einer zunĂ€chst 30-tĂ€gigen Feuerpause im Krieg mit Russland zu – wenn Moskau sich ebenfalls dazu verpflichte. Putin hatte zunĂ€chst erklĂ€rt, Russland sei zwar grundsĂ€tzlich bereit, die Kampfhandlungen - wie von den USA vorgeschlagen - zu beenden. Er betonte allerdings, dass dafĂŒr erst Bedingungen erfĂŒllt sein mĂŒssten.

Vor dem Telefonat hatte Trump seinen Sondergesandten Steve Witkoff nach Moskau geschickt, wo sich dieser mehrere Stunden mit dem Kremlchef austauschte - unter anderem ĂŒber den Vorschlag einer Waffenruhe. Einer Frage nach Putins Forderungen – darunter mutmaßlich die Kapitulation der ukrainischen StreitkrĂ€fte im russischen Gebiet Kursk, die internationale Anerkennung der von Russland annektierten Gebiete sowie ein Stopp westlicher MilitĂ€rhilfen und ein Verbot auslĂ€ndischer Friedenstruppen in der Ukraine – wich Witkoff nach seinem Moskau-Besuch jedoch aus. Inhaltliche Details gab er nicht preis. 

Ukraine in der Defensive

Putin hatte vor mehr als drei Jahren den Krieg gegen das Nachbarland befohlen, um die Ukraine in den russischen Einflussbereich zurĂŒckzuzwingen. Gegen die Invasion wehrt sich die Ukraine mit westlicher Hilfe, sie ist aber zuletzt an etlichen Frontabschnitten in die Defensive geraten.

Der Forderung nach einer allgemeinen Waffenruhe begegnete Putin mit seinen bekannten Argumenten: Es sei unklar, wie eine solche Feuerpause ĂŒberwacht und abgesichert werden solle. Unabdingbar sei zudem, dass der Westen keine weiteren Waffen und Geheimdienstinformationen mehr an Kiew liefere.

Der Kreml teilte darĂŒber hinaus mit, dass auch die Sicherheit der Schifffahrt auf dem Schwarzen Meer gewĂ€hrleistet werden soll. Kurz nach Kriegsbeginn hatten bereits beide Seiten die Einrichtung eines Korridors zur Sicherung von Getreidelieferungen aus der Ukraine vereinbart. Diese Vereinbarung wurde spĂ€ter von Russland nicht mehr verlĂ€ngert.

Zweites GesprÀch seit Trumps Amtsantritt

Das GesprĂ€ch von Trump und Putin war bereits das zweite zwischen seit der RĂŒckkehr des Amerikaners ins Weiße Haus am 20. Januar. Zuletzt hatten die beiden am 12. Februar miteinander telefoniert. 

Trump hat seit seinem Amtsantritt wieder intensiven Kontakt zu Russland aufgenommen, nachdem zwischen Washington und Moskau unter Trumps AmtsvorgÀnger Joe Biden lÀnger ziemliche Funkstille geherrscht hatte. 

Biden hatte versucht, die Russen nach deren Einmarsch in der Ukraine vor drei Jahren international zu isolieren und mit weitreichenden Sanktionen und Strafmaßnahmen in die Knie zu zwingen, um den Krieg zu beenden. Trump dagegen hatte bereits in seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) die NĂ€he zu Putin gesucht.

@ dpa.de