Ungarn, USA

Union kritisiert Ungarn wegen möglicher Nicht-Festnahme Putins

17.10.2025 - 18:24:17

Kurz vor dem geplanten Treffen von US-PrĂ€sident Donald Trump und dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin in Budapest hat der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, JĂŒrgen Hardt (CDU), vor einem möglichen Verstoß gegen die Regeln des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) gewarnt.

"Falls Putin bei einem Treffen mit Trump in Budapest unbehelligt bleiben sollte, wĂ€re dies ein Affront gegen die internationale Ordnung", sagte Hardt dem Newsletter "Brussels Decoded" des "Politico". Formal wĂ€re Ungarn dazu verpflichtet, Putin - gegen den 2023 ein internationaler Haftbefehl verhĂ€ngt wurde - zu verhaften. "Allerdings ist die Haltung Orbans nicht reprĂ€sentativ fĂŒr die Mehrheit der EuropĂ€ischen Union", fĂŒgte Hardt hinzu. Er sieht zudem bereits Schwierigkeiten bei der Anreise des russischen PrĂ€sidenten.

"Das Treffen des russischen PrĂ€sidenten mit Trump war wohl nur deshalb in Alaska möglich, weil Putin auf seinem Weg dahin kein Vertragsland des Internationalen Strafgerichtshofes ĂŒberfliegen musste", erklĂ€rte der Außenpolitiker. SĂ€mtliche ungarischen Nachbarstaaten sind Vertragsstaaten des Rom-Statuts zum IStGH. Ungarn ist zwar bereits aus dem Strafgerichtshof ausgetreten, der Austritt wird allerdings erst ab Juni 2026 wirksam. "Der Haftbefehl gegen Putin vor dem Internationalen Strafgerichtshof wurde wegen schwerster Verbrechen erlassen", sagte Hardt weiter. "Putin ist fĂŒr die Deportation ukrainischer Kinder nach Russland verantwortlich, die dort in Umerziehungslagern ihrer IdentitĂ€t beraubt werden."

@ dts-nachrichtenagentur.de