US-Opposition: Justizministerium löschte Epstein-Datei
Veröffentlicht am: 21.12.2025 um 02:49 Uhr | dpa.deNach dem Beginn der Veröffentlichung Tausender Epstein-Akten haben die Demokraten im US-Kongress dem fĂŒr die Freigabe verantwortlichen Justizministerium die Löschung einer Datei vorgeworfen. Keine 24 Stunden, nachdem die Dateien auf der Webseite des Ministeriums heruntergeladen werden konnten, sei ein Foto anscheinend aus einem Datensatz entfernt worden, hieĂ es in dem auf X veröffentlichten Vorwurf.
Auf der besagten Aufnahme sind zum Teil eingerahmte Fotos zu sehen. Eines der Fotos ist schon Àlter und zeigt den heutigen US-PrÀsidenten Donald Trump mit seiner Frau Melania in Begleitung des gestorbenen SexualstraftÀters Jeffrey Epstein und dessen langjÀhriger Vertrauten Ghislaine Maxwell. Ex-US-PrÀsident Bill Clinton ist auf einem anderen Bild zu sehen.
Am spĂ€ten Freitagnachmittag hatte das US-Justizministerium nach massivem Druck der Ăffentlichkeit zunĂ€chst vier DatensĂ€tze auf seiner Webseite hochgeladen, die Tausende Dateien enthalten. Darin zu finden waren neben Fotos auch Dokumente. Vieles ist komplett geschwĂ€rzt - das Ministerium erntete dafĂŒr bereits Kritik.Â
Stichprobe: Mindestens 16 Dateien fehlen
Eine Stichprobe der Deutschen Presse-Agentur ergab, dass eine neuere Version des ersten Datensatzes vom Samstag mindestens 16 Dateien weniger umfasste als eine vorherige Version des Archivs vom Freitagnachmittag. Neben dem Foto, das laut Demokraten fehlt, sind in der neueren Version auch bestimmte Aufnahmen eines Raumes mit einer Massageliege nicht mehr enthalten.
Eine Sprecherin des WeiĂen Hauses hatte nach Beginn der Veröffentlichung Tausender Dateien am Freitagabend noch beteuert, dass die derzeitige US-Regierung die «transparenteste» in der Geschichte des Landes sei. In den nĂ€chsten Wochen sollen Vize-Justizminister Todd Blanche zufolge weitere Hunderttausende Dokumente veröffentlicht werden. Die Seiten mĂŒssten vor einer Veröffentlichung zum Schutz der IdentitĂ€t der Opfer bearbeitet werden, begrĂŒndete er die Verzögerung der Publikation.
Fotos und andere Materialien wĂŒrden auch weiterhin «mit groĂer Sorgfalt und unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen» geprĂŒft und bearbeitet, teilte das Justizministerium am Sonntag auf X mit.
Vize-Justizminister: Akten nicht zugunsten Trumps geÀndert
Blanche beteuerte im GesprĂ€ch mit dem US-Sender ABC News, dass sein Haus keine Dateien verĂ€ndert habe, um PrĂ€sident Trump zu schĂŒtzen. Nichts werde deswegen zurĂŒckgehalten. Er verneinte die Frage, ob es eine Anweisung gegeben habe, Material zum Epstein-Skandal zu bearbeiten, das einen Zusammenhang zum PrĂ€sidenten habe. Weiter sagte er: «PrĂ€sident Trump hat von Anfang an klargestellt, dass er erwartet, dass alle Akten, die freigegeben werden können, auch freigegeben werden â und genau das tun wir.»Â
Trump kannte Epstein gut, wie frĂŒhere Fotos zeigen. Allerdings gibt es keine Hinweise auf eine Verwicklung des Republikaners in den Skandal, Trump selbst hatte jegliche VorwĂŒrfe dieser Art stets bestritten.Â
In den nun veröffentlichten Dokumenten kommt Trump zwar vereinzelt vor, nach ersten Auswertungen scheint es jedoch kaum neue Informationen ĂŒber das VerhĂ€ltnis zwischen Epstein und Trump zu geben. Der US-PrĂ€sident Ă€uĂerte sich zunĂ€chst nicht.
Darum sind die Epstein-Akten so brisant
Der Fall Epstein beschĂ€ftigt die Ăffentlichkeit seit langem. Jahrelang hatte der US-MultimillionĂ€r aus New York einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und MinderjĂ€hrige zum Opfer fielen. Ăber mehrere Jahre hinweg soll Epstein minderjĂ€hrige MĂ€dchen etwa in New York und Florida auch selbst missbraucht haben. Vor sechs Jahren starb er im Alter von 66 Jahren in einer GefĂ€ngniszelle.
Der Finanzier hatte beste Kontakte in die High Society, was zahlreiche Spekulationen ĂŒber die Tragweite des Skandals mit sich brachte. Immer wieder kam die Frage auf, welche prominente Persönlichkeiten in Epsteins Machenschaften verwickelt gewesen sein könnten. Per Gesetz wurde schlieĂlich vor einem Monat die Veröffentlichung der Akten verfĂŒgt, gegen die sich Trump lange gewehrt hatte.
