Nahost, USA

Trump droht «extrem harte» Angriffe an – Iran droht zurĂŒck

02.04.2026 - 13:51:11 | dpa.de

Kurz vor Ostern zieht US-PrĂ€sident Trump eine Zwischenbilanz nach fĂŒnf Wochen Iran-Krieg und stellt erneut ein baldiges Ende in Aussicht. Gleichzeitig kommen von beiden Seiten Eskalationsdrohungen.

  • US-PrĂ€sident Donald Trump spricht von enormen Fortschritten im Krieg gegen den Iran. Teheran widerspricht den US-Erfolgsmeldungen. - Foto: Alex Brandon/AP Pool/AP/dpa
  • Blick von Khor Fakkan in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf die Straße von Hormus, wo sich Öltanker und Frachtschiffe aufreihen. (Symbolbild) - Foto: Altaf Qadri/AP/dpa
  • Der Republikaner Mitch McConnell schrieb in einer gemeinsamen ErklĂ€rung mit dem Demokraten Chris Coons, der Senat werde die Nato weiterhin unterstĂŒtzen. - Foto: Jose Luis Magana/AP/dpa
US-PrĂ€sident Donald Trump spricht von enormen Fortschritten im Krieg gegen den Iran. Teheran widerspricht den US-Erfolgsmeldungen.  - Foto: Alex Brandon/AP Pool/AP/dpa Blick von Khor Fakkan in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf die Straße von Hormus, wo sich Öltanker und Frachtschiffe aufreihen. (Symbolbild) - Foto: Altaf Qadri/AP/dpa Der Republikaner Mitch McConnell schrieb in einer gemeinsamen ErklĂ€rung mit dem Demokraten Chris Coons, der Senat werde die Nato weiterhin unterstĂŒtzen. - Foto: Jose Luis Magana/AP/dpa

Mehr als einen Monat nach Beginn des Kriegs gegen den Iran hat US-PrĂ€sident Donald Trump in einer mit Spannung erwarteten Fernsehansprache erneut ein baldiges Ende der MilitĂ€raktionen in Aussicht gestellt. Zugleich kĂŒndigte er weitere heftige Angriffe in den kommenden Wochen an. Der Iran reagierte seinerseits mit Drohungen, Angriffe zu intensivieren und wies US-Erfolgsmeldungen zurĂŒck.

Trump: Werden sie «extrem hart treffen»

Zur besten Sendezeit trat Trump in Washington vor die Kameras, lobte gewohnt ĂŒberschwĂ€nglich Erfolge des US-MilitĂ€rs und sprach von enormen Erfolgen. Die USA seien auf dem Weg, alle militĂ€rischen Ziele «sehr bald» zu erreichen. Bis dahin werde es im Iran noch heftige Angriffe geben: «Wir werden sie in den nĂ€chsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen. Wir werden sie zurĂŒck in die Steinzeit versetzen, wo sie hingehören.» Trump hatte bereits am Dienstag von einem Ende der Angriffe in zwei bis drei Wochen gesprochen.

In der Zwischenzeit liefen GesprĂ€che weiter. Falls es nicht zu einer Einigung mit Teheran kommen sollte, wĂŒrden die USA iranische Kraftwerke hart angreifen, bekrĂ€ftigte er eine bereits zuvor geĂ€ußerte Drohung.

Iran droht mit hÀrterer Gegenwehr

Der Iran reagierte mit der AnkĂŒndigung weiterer und hĂ€rterer Gegenwehr. Außenamtssprecher Ismail Baghai sagte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna, solange dieser Krieg andauere, werde sein Land den Widerstand fortsetzen. Der Iran werde den «bösartigen Kreislauf aus Krieg, Verhandlungen, Waffenstillstand und dann der Wiederholung desselben Musters nicht hinnehmen».

Nach Darstellung des Sprechers des Hauptquartiers der iranischen StreitkrĂ€fte sind die bisherigen Angriffsziele der USA und Israels unbedeutend. Die Nachrichtenagentur Isna zitierte ihn mit den Worten: Â«Ăœber unsere sehr umfangreichen und strategischen KapazitĂ€ten wisst ihr nichts.» Die strategische MilitĂ€rproduktion finde an Orten statt, «von denen ihr in keiner Weise Kenntnis habt und die ihr niemals erreichen werdet». Der Krieg werde bis zur Kapitulation der Gegner weitergehen. «Wartet auf noch hĂ€rtere Maßnahmen.»

Mehr als 12.000 Ziele angegriffen

Das US-MilitĂ€r hat in dem seit Ende Februar andauernden Krieg gegen den Iran nach eigenen Angaben mehr als 12.300 Ziele in dem Land angegriffen, wie das US-Regionalkommando fĂŒr den Nahen Osten (Centcom) auf der Plattform X mitteilte. Washingtons VerbĂŒndeter Israel flog nach eigenen Angaben bisher mehr als 800 Angriffe, wie die Armee am Mittwoch mitgeteilt hatte.

Trump zĂ€hlte erneut die Kriegsziele auf, zu denen etwa die Zerstörung der Luftwaffe, Marine und des Raketenarsenals des Irans gehören. Damit werde das iranische MilitĂ€r entscheidend geschwĂ€cht, seine FĂ€higkeit zerschlagen, terroristische Stellvertretergruppen zu unterstĂŒtzen, und ihm die Möglichkeit verwehrt, eine Atombombe zu bauen.

Aus Israel wurden erneut Angriffe aus dem Iran und von der mit ihm verbĂŒndeten libanesischen Hisbollah-Miliz gemeldet. Am Freitagmorgen heulten im Norden des Landes mehrfach die Sirenen. Zwei MĂ€nner wurden durch eine Rakete der Hisbollah leicht verletzt, wie der Rettungsdienst Magen David Adom mitteilte. Eine ebenso auf den Norden gerichtete Rakete des Irans soll israelischen Medien zufolge mit Streumunition bestĂŒckt gewesen sein.

Israels Armee teilte derweil mit, in den vergangenen 24 Stunden seien mehr als 40 Mitglieder der Hisbollah im Nachbarland Libanon getötet worden. Aus Kreisen der Hisbollah hieß es ebenfalls, Dutzende KĂ€mpfer seien bei NahkĂ€mpfen mit israelischen Soldaten im SĂŒdlibanon ums Leben gekommen.

«Kauft Öl von den Vereinigten Staaten»

Trump rief LĂ€ndern, die wegen der weitgehend blockierten Straße von Hormus von Öl-EngpĂ€ssen betroffen sind, zu: «Kauft Öl von den Vereinigten Staaten. Wir haben reichlich. Wir haben so viel.» Die Hauptverantwortung fĂŒr die Sicherheit in der Meerenge sieht er bei den LĂ€ndern, die von den Öltransporten abhĂ€ngen. Allerdings ergĂ€nzte Trump, dass die USA bei der Sicherung helfen wĂŒrden.

China wies nach Trumps Rede die Schuld fĂŒr die Blockade der Straße deutlich den USA und Israel zu. Die «Grundursache» fĂŒr die Sperre liege in den «illegalen militĂ€rischen AktivitĂ€ten der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran», sagte Außenamtssprecherin Mao Ning in Peking.

ZunÀchst keine weitere Nato-Schelte von Trump

Zuletzt hatte der US-PrĂ€sident Nato-VerbĂŒndete scharf dafĂŒr kritisiert, dass sie seinem DrĂ€ngen, bei der Sicherung der Straße von Hormus zu helfen, nicht nachkamen. Er nannte Nato-LĂ€nder «Feiglinge» und drohte auch einen möglichen Austritt aus dem BĂŒndnis an. In seiner Fernsehansprache schnitt Trump das Nato-Thema aber jetzt nicht an.

Über einen Austritt könnte er ohnehin nicht allein entscheiden. Nötig wĂ€re dafĂŒr eine Zweidrittelmehrheit im US-Senat. Von dort kommt inzwischen auch ĂŒberparteilicher Gegenwind. In einer gemeinsamen ErklĂ€rung schrieben der Demokrat Chris Coons und der Republikaner Mitch McConnell, der Senat werde das BĂŒndnis weiterhin unterstĂŒtzen, da es Amerika, Europa und der Welt Frieden und Schutz biete. 

Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte reist in der kommenden Woche nach Angaben seiner Sprecherin zu einem schon seit lĂ€ngerer Zeit geplanten Besuch nach Washington. Es dĂŒrfte eine Gelegenheit fĂŒr ihn sein, sich im Streit mit Trump um Entspannung zu bemĂŒhen.

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