Trump, Chaos

Trump stiftet Chaos: Regierungs-«Shutdown» droht

20.12.2024 - 04:28:48 | dpa.de

Kurz vor Weihnachten stĂŒrzt der designierte US-PrĂ€sident das Parlament in Turbulenzen. Es geht um einen Übergangshaushalt - und um eine Machtdemonstration. Auch ein anderer lĂ€sst die Muskeln spielen.

  • Das US-Parlament steckt kurz vor der Weihnachtspause in einem schweren Haushaltsstreit - befeuert vom designierten US-PrĂ€sidenten Donald Trump. (Archivbild) - Foto: Jose Luis Magana/AP/dpa
    Das US-Parlament steckt kurz vor der Weihnachtspause in einem schweren Haushaltsstreit - befeuert vom designierten US-PrÀsidenten Donald Trump. (Archivbild) - Foto: Jose Luis Magana/AP/dpa
  • Demokraten fragen angesichts des Blockade-Manövers zum Haushalt spöttisch, wer das Sagen bei den Republikanern hat: Donald Trump oder Elon Musk? (Archivbild) - Foto: Brandon Bell/Getty Images North America Pool via AP/dpa
    Demokraten fragen angesichts des Blockade-Manövers zum Haushalt spöttisch, wer das Sagen bei den Republikanern hat: Donald Trump oder Elon Musk? (Archivbild) - Foto: Brandon Bell/Getty Images North America Pool via AP/dpa
  • Das US-Parlament steckt kurz vor der Weihnachtspause in einem schweren Haushaltsstreit - befeuert vom designierten US-PrĂ€sidenten Trump. (Archivbild) - Foto: J. Scott Applewhite/AP/dpa
    Das US-Parlament steckt kurz vor der Weihnachtspause in einem schweren Haushaltsstreit - befeuert vom designierten US-PrÀsidenten Trump. (Archivbild) - Foto: J. Scott Applewhite/AP/dpa
  • Der republikanische Vorsitzende des ReprĂ€sentantenhauses, Mike Johnson, muss nun einen Ausweg finden. - Foto: J. Scott Applewhite/AP/dpa
    Der republikanische Vorsitzende des ReprÀsentantenhauses, Mike Johnson, muss nun einen Ausweg finden. - Foto: J. Scott Applewhite/AP/dpa
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In den USA rĂŒckt ein möglicher «Shutdown» nĂ€her, der die RegierungsgeschĂ€fte teilweise lahmlegen wĂŒrde. Im US-ReprĂ€sentantenhaus scheiterte ein neuer Gesetzentwurf fĂŒr einen Übergangshaushalt. Ob sich Republikaner und Demokraten bis zum Ablauf der Frist in der Nacht zu Samstag (Ortszeit) noch auf eine Lösung einigen werden, ist offen. Sie weisen sich gegenseitig die Schuld fĂŒr die zugespitzte Lage zu. Auslöser der Turbulenzen ist ein Blockade-Manöver des designierten PrĂ€sidenten Donald Trump und des Tech-MilliardĂ€rs Elon Musk, der dem Republikaner kaum mehr von der Seite weicht. 

Sollte es mangels Haushaltseinigung zu einem «Shutdown» der US-Regierung kommen, mĂŒssten staatliche Institutionen ab dem Wochenende teilweise ihre Arbeit einstellen und viele Staatsbedienstete wĂŒrden vorerst nicht bezahlt - ausgerechnet rund um Weihnachten. 

Nach Plan A scheitert auch Plan B

Demokraten und Republikaner hatten eigentlich schon einen umfangreichen Gesetzestext fĂŒr einen Übergangshaushalt ausgehandelt. Doch Trump torpedierte dessen Verabschiedung am Mittwoch kurzerhand - gemeinsam mit seinem engen Vertrauten Musk, der Trump beim KĂŒrzen von Regierungsausgaben helfen soll und den von Demokraten und Republikanern ausgehandelten Entwurf als «unverschĂ€mtes Ausgabengesetz» kritisierte. Trump rief schließlich die Abgeordneten seiner Republikaner auf, dem Entwurf nicht zuzustimmen. Seitdem ist das Parlament in Aufruhr.

Auf Trumps Druck hin legten die Republikaner am Donnerstag einen neuen, deutlich abgespeckten Entwurf vor, den der kĂŒnftige PrĂ€sident fĂŒr «sehr gut» befand, die Demokraten aber scharf kritisierten. Der demokratische MinderheitsfĂŒhrer im ReprĂ€sentantenhaus, Hakeem Jeffries, nannte den neuen Vorschlag «lachhaft» und beklagte, extreme KrĂ€fte in der Republikanischen Partei seien dabei, sehenden Auges einen «Shutdown» der Regierung herbeizufĂŒhren.

Bei einer kurzfristig anberaumten Abstimmung im ReprĂ€sentantenhaus fiel der neue Entwurf durch - wegen des fast geschlossenen Widerstandes der Demokraten, aber auch wegen Gegenwehr etlicher Republikaner, die manche von Trumps Last-Minute-Forderungen ebenfalls kritisch sehen. Die FĂŒhrung der republikanischen Fraktion beschuldigte die Demokraten nach dem Votum, sie seien dafĂŒr verantwortlich, wenn es nun zu einem «Shutdown» komme. 

«PrÀsident Musk»

Die von Trump und Musk initiierte Blockade-Aktion ist auch eine Demonstration der MachtverhÀltnisse in der Republikanischen Partei. Dass ein noch nicht vereidigter PrÀsident und ein MilliardÀr ohne politisches Mandat dem Parlament öffentlich das Vorgehen zu diktieren versuchen, löst vor allem unter Demokraten Empörung aus. Jeffries bezeichnete Trump und Musk als «Marionettenspieler». 

Einige Demokraten spotten bereits, Musk - der reichste Mann der Welt - sei derjenige, der eigentlich die Strippen ziehe. Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren sagte dem Fernsehsender CNN, Musk habe allem Anschein nach das Sagen bei den Republikanern. Mehrere demokratische Abgeordnete sprachen schon sĂŒffisant von «PrĂ€sident Musk». 

Ein abseitiges Thema

Bei dem Gezerre geht es auch um die Schuldenobergrenze, die mit den aktuellen Haushaltsverhandlungen eigentlich gar nichts zu tun hat. Trump machte sie aber zum Thema und ließ in dem am Donnerstag vorgelegten Entwurf eine Aussetzung der Grenze bis 2027 festschreiben. 

Die Obergrenze legt fest, wie hoch die staatlichen Schulden maximal steigen dĂŒrfen, um laufende Ausgaben wie GehĂ€lter, Sozialleistungen, Verteidigungsausgaben und Zinsen auf bestehende Schulden zu finanzieren. Wird diese Obergrenze erreicht und nicht erhöht, darf die US-Regierung keine neuen Schulden aufnehmen. Die Diskussion ĂŒber die Obergrenze fĂŒhrt regelmĂ€ĂŸig zu Konflikten zwischen Republikanern und Demokraten, da sie hĂ€ufig als Druckinstrument fĂŒr andere politische Ziele genutzt wird.

Folgen eines «Shutdowns»

Ein Übergangshaushalt mĂŒsste nicht nur vom ReprĂ€sentantenhaus, sondern auch vom Senat beschlossen und anschließend vom noch amtierenden PrĂ€sidenten Joe Biden unterzeichnet werden. Gelingt das nicht bis Mitternacht (Ortszeit) in der Nacht zu Samstag, werden die RegierungsgeschĂ€fte teilweise lahmgelegt, weil der Bund kein frisches Geld zur VerfĂŒgung hat. 

Dauert solch ein «Shutdown»-Modus nur wenige Tage, halten sich die Auswirkungen sehr in Grenzen. Je lĂ€nger die Dauer, umso spĂŒrbarer jedoch der Effekt - fĂŒr Staatsbedienstete und NormalbĂŒrger, aber auch fĂŒr die Wirtschaft. Den lĂ€ngsten «Shutdown» in der Geschichte der USA gab es ĂŒber den Jahreswechsel 2018/2019 - wĂ€hrend Trumps erster Amtszeit im Weißen Haus. Wegen des Streits ĂŒber die von ihm geforderte Mauer an der Grenze zu Mexiko standen damals mehr als fĂŒnf Wochen lang Teile der Regierung still.

Generell ist sichergestellt, dass auch wĂ€hrend eines «Shutdowns» wichtige Bereiche, die etwa fĂŒr die Sicherheit oder die Grundversorgung im Land zustĂ€ndig sind, aufrechterhalten werden - zum Beispiel bei der Polizei, beim MilitĂ€r, der Sicherheit an FlughĂ€fen, dem Grenzschutz und in GefĂ€ngnissen.

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