MilitÀr, USA

Rede an die Nation: Was Trump sagte und was nicht

18.12.2025 - 05:15:07

Kurz vor Weihnachten tritt der US-PrĂ€sident vor die Kameras und richtet eine Rede an die Nation. Trump lobt sich darin - nach fast einem Jahr im Amt - vor allem selbst. Er steht unter großem Druck.

  • Trump richtete sich mit einer Rede an die Nation. - Foto: Doug Mills/Pool The New York Times/AP/dpa

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  • Trump verspricht seinen «Kriegern» eine Dividende  - Foto: Doug Mills/Pool The New York Times/dpa

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Trump richtete sich mit einer Rede an die Nation. - Foto: Doug Mills/Pool The New York Times/AP/dpaTrump verspricht seinen «Kriegern» eine Dividende  - Foto: Doug Mills/Pool The New York Times/dpa

Er stand zwischen zwei WeihnachtsbĂ€umen im Weißen Haus und verschenkte Geld an «Krieger», wie er die US-Soldaten neuerdings nennt: US-PrĂ€sident Donald Trump hielt eine Rede an die Nation und verteidigte darin seine in die Kritik geratene Wirtschaftspolitik. Die wichtigsten Erkenntnisse seiner Ansprache:

Wenig Neues bis auf «Krieger-Dividende»

Eine Rede an die Nation hĂ€lt ein PrĂ€sident dann, wenn er wichtige AnkĂŒndigungen machen will oder ein bedeutender Moment fĂŒr die Amerikaner eingetreten ist. Zum Beispiel hatte Trumps VorgĂ€nger Joe Biden in einer solchen Rede seinen RĂŒckzug aus dem PrĂ€sidentschaftswahlkampf nĂ€her erklĂ€rt. Trump wĂ€hlte diese BĂŒhne am Abend, um nach fast einem Jahr im Amt sich selbst ein sehr gutes Zeugnis auszustellen. Immer wieder betonte er, dass es wirtschaftlich bergauf gehe und die Amerikaner das bald auch im eigenen Geldbeutel merken wĂŒrden.

Trump betonte wieder einmal, vor einem Jahr sei das Land «tot» gewesen; nun sei es das «angesagteste» in der ganzen Welt. Der Republikaner zeichnete in seiner knapp 20-minĂŒtigen Rede das Bild einer dĂŒsteren Vergangenheit mit Millionen kriminellen AuslĂ€ndern im Land, einer woken Gesellschaft und einer ausufernden Inflation. An allem Schuld: die VorgĂ€ngerregierung von Demokrat Biden. Die Zukunft sehe viel besser aus, versprach Trump.

Einer Gruppe, die Trump besonders wichtig ist, ĂŒberbrachte er ein Geschenk: Soldaten bekommen eine «Krieger-Dividende» ausgezahlt. Trump versprach knapp 1,5 Millionen MilitĂ€rangehörigen jeweils einen Scheck in Höhe von 1.776 Dollar. Die Summe nimmt Bezug auf das Jahr der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung der USA: 1776. Die Trump-Regierung hatte das Pentagon unlĂ€ngst in Kriegsministerium umbenannt. 

Über das sprach Trump nicht

Mit keinem Wort erwĂ€hnte der US-PrĂ€sident den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine - und das in einer Woche, in der in Europa ein Treffen von Toppolitikern auf ein anderes folgt. Auch namentlich nicht genannt: Venezuela. Dabei hatte Trump noch am Vortag den Druck auf den autoritĂ€r regierenden PrĂ€sidenten NicolĂĄs Maduro massiv verstĂ€rkt und eine Blockade von sanktionierten Öltankern vor der dortigen KĂŒste angeordnet. Doch Trump ließ das Thema außen vor - er streifte lediglich den Kampf gegen Drogenschmuggel auf See, der erfolgreich verlaufe.

Warum Trump jetzt zu den Amerikanern sprach

Trump steht innenpolitisch unter Druck. Vor allem belastet ihn das Thema Lebenshaltungskosten. Viele Amerikaner klagen ĂŒber hohe Preise im Supermarkt. Trump wirft den Demokraten vor, das Thema bewusst zu platzieren. 

Er sagte in seiner Rede trotz der Kritik an hohen Preisen: «Die Löhne steigen viel schneller als die Inflation. Wie toll ist das denn?» Das Thema könnte entscheidend fĂŒr die Zwischenwahlen im US-Parlament in knapp einem Jahr werden. Im Senat und ReprĂ€sentantenhaus haben die Republikaner jeweils eine knappe Mehrheit. 

Obwohl Trump als frĂŒherem GeschĂ€ftsmann vor seiner zweiten Amtszeit im Bereich Wirtschaft Kompetenzen zugesprochen wurden, zeigen jĂŒngste Umfragewerte gerade hier schwindenden Zuspruch. WĂ€hrend der Rede Trumps wurden im Fernsehen mehrere Grafiken eingeblendet, mit denen er Themen anriss, wie die Entwicklung von Preisen fĂŒr Benzin, Eiscreme oder FrĂŒhstĂŒckswĂŒrstchen. 

Epstein-Akten - die Uhr tickt 

Doch Trump plagen auch andere Sorgen. Dazu gehört der Skandal um den 2019 gestorbenen SexualstraftÀter Jeffrey Epstein. Die beiden kannten sich, wie Fotos, auf denen beide zu sehen sind, zeigen. Allerdings gibt es keine Hinweise auf eine Verwicklung Trumps in den Skandal. 

Trump unterschrieb erst auf massiven Druck aus dem US-Parlament ein Gesetz, das die Veröffentlichung von Ermittlungsakten zu dem Fall um einen Missbrauchsring, dem viele MinderjĂ€hrige zum Opfer gefallen sein sollen, verfĂŒgt. Unterlagen mĂŒssen bis zum 19. Dezember veröffentlicht werden. 

Trump hatte noch im PrĂ€sidentschaftswahlkampf die Freigabe der Akten gefordert, dann strĂ€ubte er sich nach dem Amtsantritt. Der Fall ist fĂŒr Trump auch deshalb gefĂ€hrlich, weil er offenbarte, dass der RĂŒckhalt im Republikanerlager - selbst in seiner Bewegung «Make America Great Again» bröseln kann.

@ dpa.de

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