Huthi, Migranten

Huthi: 68 Migranten bei US-Luftangriff im Jemen getötet

28.04.2025 - 09:32:35

Laufend bombardiert das US-MilitĂ€r Ziele im Jemen in der Hoffnung, die Huthi dort zurĂŒckzudrĂ€ngen. Jetzt fallen den Angriffen nach Darstellung der Miliz Dutzende Migranten zum Opfer.

Bei einem mutmaßlichen US-Luftangriff im Jemen sind nach Darstellung der dortigen Huthi-Miliz mindestens 68 Migranten getötet worden. 47 weitere seien verletzt worden, teilte das von der Miliz kontrollierte Innenministerium mit. Die Angaben ließen sich zunĂ€chst nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒfen, auch das US-MilitĂ€r Ă€ußerte sich zunĂ€chst nicht zu dem Angriff.

Der Huthi-nahe Fernsehsender Al-Masirah berichtete, in dem Internierungslager in der nördlichen Provinz Saada seien etwa 100 Migranten aus afrikanischen LÀndern untergebracht gewesen. Damit wÀren nach Huthi-Angaben wohl alle in dem Lager untergebrachten Menschen durch den Angriff getötet oder verletzt worden.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) teilte mit, Retter der örtlichen Hilfsorganisation Jemenitischer Roter Halbmond seien an dem Lager im Einsatz. Diese versuchten, Verletzte Àrztlich zu versorgen und in KrankenhÀuser zu bringen. 

Die Internationale Organisation fĂŒr Migration (IOM) zeigte sich tief betroffen und erklĂ€rte, vermutlich seien viele Migranten getötet oder verletzt worden. Die IOM habe an der Einrichtung selbst aber nicht gearbeitet, sagte eine IOM-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Die Huthi-Miliz teilte dagegen mit, die Einrichtung sei unter Aufsicht der IOM und des Roten Kreuzes gewesen. 

Migranten sind im Jemen vielfach Gewalt ausgesetzt

Das US-MilitĂ€r hat nach eigenen Angaben bisher mehr als 800 Ziele im Jemen angegriffen und dabei «Hunderte Huthi-KĂ€mpfer» und auch AnfĂŒhrer getötet. Das Risiko fĂŒr Zivilisten bei den Angriffen werde dabei «auf ein Minimum gesenkt», teilte das zustĂ€ndige US-Zentralkommando noch in der Nacht mit. Konkret zu dem Vorfall Ă€ußerte sich Centcom aber nicht. 

Wegen des seit zehn Jahren laufenden BĂŒrgerkriegs im Jemen ist die Versorgung dort katastrophal, rund 20 Millionen Menschen sind auf humanitĂ€re Hilfe angewiesen. Jedes Jahr kommen Zehntausende Migranten vor allem aus Äthiopien und Somalia, die weiter nach Saudi-Arabien wollen und im Jemen stranden. Dort sind sie nach IOM-Angaben vielfach Gewalt und Misshandlung ausgesetzt. 

Al-Masirah: «Massive SchÀden» am Lager

Der US-Angriff habe an dem Lager «massive SchĂ€den» angerichtet, berichtete Al-Masirah. Retter hĂ€tten deshalb Schwierigkeiten, die Opfer unter TrĂŒmmern zu erreichen. Der Sender zeigte Bilder eines völlig zerstörten Hauses, in dem Leichenteile und Verletzte zwischen TrĂŒmmern zu sehen waren. 

Das von der Miliz kontrollierte Innenministerium sprach von einem «abscheulichen Verbrechen» der USA. 

Seit Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 greifen die Huthi aus dem Jemen Israel sowie Handels- und MilitĂ€rschiffe im Roten Meer an. Sie wollen damit nach eigener Darstellung die PalĂ€stinenser in Gaza im Kampf gegen Israel und den VerbĂŒndeten USA unterstĂŒtzen. Das US-MilitĂ€r greift seit Monaten Stellungen der Huthi im Jemen an mit dem erklĂ€rten Ziel, die internationale Schifffahrt und den Handel zu schĂŒtzen.

@ dpa.de