Fast 1.800 Ăl-, Gas- und Kohle-Lobbyisten auf UN-Klimagipfel
15.11.2024 - 01:00:36 | dpa.deDie Weltklimakonferenz berĂ€t ĂŒber die EindĂ€mmung der ErderwĂ€rmung - doch nach einer Datenanalyse sind mindestens 1.773 Lobbyisten der Ăl-, Gas und Kohleindustrie ganz offiziell beim UN-Treffen in Aserbaidschan akkreditiert. Das gab die Koalition «Kick Big Polluters Out» in Baku bekannt, die unter anderem von den Organisationen Transparency International, Global Witness, Greenpeace und dem Climate Action Network getragen wird. Ausgewertet wurden öffentlich zugĂ€ngliche Daten des UN-Klimasekretariats UNFCCC.
Der Analyse zufolge haben die Lobbyisten mehr ZugangspĂ€sse erhalten als alle Delegationen der zehn durch die ErderwĂ€rmung verwundbarsten Staaten. Nnimmo Bassey von Kick Big Polluters Out sagte: «Der Einfluss der Lobby fĂŒr fossile Brennstoffe auf die Klimaverhandlungen ist wie eine giftige Schlange, die sich um die Zukunft unseres Planeten windet.» Es gelte, ihre «TĂ€uschungen aufzudecken» und entschlossen gegenzusteuern, um ihren Einfluss zu beseitigen.Â
Die Verbrennung von Ăl, Gas und Kohle setzt das klimaschĂ€dliche Treibhausgas Kohlendioxid frei, das den Planeten gefĂ€hrlich aufheizt. Auf der letztjĂ€hrigen Klimakonferenz in Dubai haben sich alle 200 Staaten auf eine Abkehr von diesen fossilen Brennstoffen geeinigt.Â
Lobbyisten teils scheinbar inkognito bei KonferenzenÂ
In Dubai waren der damaligen Analyse zufolge sogar mehr als 2.450 Fossil-Lobbyisten akkreditiert - ein Rekord. Davor, in Ăgypten, waren es 636. Eine ErklĂ€rung könnte auch die schwankende Gesamtzahl der Teilnehmer sein: In diesem Jahr liegt sie in Baku den Angaben zufolge mit gut 52.000 deutlich unter der von Dubai mit rund 97.000 Teilnehmern.Â
Dank des anhaltenden Drucks der Zivilgesellschaft waren in Dubai erstmals alle Teilnehmer von der UN dazu verpflichtet, offenzulegen, wen sie vertreten. Dadurch wurden den Aktivisten zufolge viele Lobbyisten «entlarvt», die wahrscheinlich inkognito als Teil von Delegationen oder WirtschaftsverbĂ€nden an frĂŒheren Konferenzen teilgenommen hĂ€tten.
Die alljĂ€hrliche, zweiwöchige UN-Klimakonferenz soll planmĂ€Ăig am 22. November enden.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

