Ausland, Luxemburg

Asselborn zweifelt an Zwei-Staaten-Lösung im Nahostkonflikt

14.07.2023 - 07:24:09 | dts-nachrichtenagentur.de

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn Ă€ußert Zweifel an der Umsetzbarkeit einer international geforderten Zwei-Staaten-Lösung in Nahost.

PalÀstinenser-Fahne - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
PalÀstinenser-Fahne - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur

"Ein wesentlicher Teil des Westjordanlands ist heute bereits von Israel praktisch annektiert worden, die Siedlungspolitik Israels ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass ich nicht mehr sehen kann, wo ein lebensfĂ€higer eigener PalĂ€stinenser-Staat ĂŒberhaupt noch entstehen kann", sagte er der "Welt" (Freitagsausgabe). Israel mĂŒsse die Politik im Westjordanland "dringend" mit internationalen Menschenrechtsstandards in Einklang bringen.

Gleichzeitig forderte Asselborn von der ultrakonservativen israelischen Regierung unter MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu eine Kurskorrektur in der Siedlungspolitik: "Ich verstehe nicht, dass die Regierung Israels, einem so gebildeten und modernen Land, nicht einsieht, dass es nur Frieden geben kann, wenn auch die PalĂ€stinenser ihr Land haben und beide Seiten friedlich miteinander leben. Die ausufernde Siedlungspolitik der Regierung Netanjahu verstĂ¶ĂŸt nicht nur massiv gegen internationales Recht, konkret die UN-Resolution 2334 aus dem Jahr 2016, sondern auch gegen die WĂŒrde der PalĂ€stinenser." Sie sei eine permanente Provokation, die aufhören mĂŒsse. Asselborn fĂŒgte hinzu: "Der Ausbau der Siedlungen und die MilitĂ€raktionen in Dschenin mit vielen Toten sind kontraproduktiv fĂŒr die Sicherheit Israels. Es heizt im Gegenteil die Spirale der Gewalt weiter an." Nach Angaben des dienstĂ€ltesten EU-Außenministers haben die EuropĂ€er heute in der Nahost-Region keinen Einfluss mehr: "Die EU ist heute leider nicht mehr fĂ€hig, bei der Lösung des Nahost-Konflikts irgendeine Rolle zu spielen. Der Grund dafĂŒr ist, dass die EuropĂ€er keine gemeinsame Position mehr finden." Dies gelte sowohl mit Blick auf die Zwei-Staaten-Lösung als auch fĂŒr den RĂŒckzug Israels auf die Grenzen von 1967. "Das ist eine Tragödie", so Asselborn.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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