Einigung im letzten Moment: Giuliani darf Wohnungen behalten
17.01.2025 - 11:26:54Der einstige New Yorker BĂŒrgermeister und Trump-Anwalt Rudy Giuliani hat einen 148-Millionen-Dollar-Rechtsstreit beigelegt und darf nun seine Immobilien und andere WertgegenstĂ€nde behalten. Der Einigung vorausgegangen waren tagelange, dramatische Verhandlungen zwischen Giulianis AnwĂ€lten und den Vertretern der beiden KlĂ€gerinnen, zwei Wahlhelferinnen aus dem US-Bundesstaat Georgia, wie US-Medien berichteten. Eigentlich hĂ€tte ein weiterer Prozess in dem jahrelangen Rechtsstreit am Donnerstag (Ortszeit) in New York starten sollen.
Giuliani mĂŒsse im Rahmen der Einigung eine EntschĂ€digung an die beiden Frauen zahlen, hieĂ es weiter. Die Höhe dieser EntschĂ€digung war zunĂ€chst nicht öffentlich. Dem Trump-Vertrauten wird vorgeworfen, die Wahlhelferinnen nach der US-PrĂ€sidentenwahl 2020 verleumdet zu haben.
Gedroht hatte dem 80-JĂ€hrigen laut US-Medien der Verlust einer Immobilie in Florida und einer weiteren an der New Yorker Upper East Side. AuĂerdem standen demnach auch WertgegenstĂ€nde wie seine Uhrensammlung, ein Mercedes-Benz Cabrio und ein Trikot signiert von US-Baseballspieler Joe DiMaggio auf dem Spiel.Â
«Ich bin mit dem Ergebnis, das wir erreicht haben, zufrieden», schrieb Giuliani auf X zur Einigung. Er dĂŒrfe seine beiden Immobilien behalten, ebenso wie all seine persönlichen GegenstĂ€nde. Fehlverhalten rĂ€umte Giuliani nicht ein. «Dieser Rechtsstreit hat allen Parteien viel abverlangt.» Er und die beiden KlĂ€gerinnen einigten sich laut Giuliani auch darauf, niemals in diffamierender Weise ĂŒbereinander zu sprechen.Â
Giuliani hatte das Leben der Wahlhelferinnen ins Chaos gestĂŒrzt
Giuliani war Ende 2023 dazu verurteilt worden, den beiden Frauen - Mutter und Tochter - 148 Millionen Dollar (aktuell 144 Millionen Euro) Schadenersatz wegen Verleumdung zu zahlen. Da er das Geld nicht aufbringen konnte, sollten sie unter anderem seine New Yorker Luxuswohnung bekommen.Â
Die beiden Frauen waren 2020 als Wahlhelferinnen in Georgia tĂ€tig gewesen - und Giuliani hatte nach der Wahl fĂ€lschlicherweise behauptet, dass Helfer wie sie Wahlzettel fĂŒr Donald Trump weggeworfen und gefĂ€lschte Zettel fĂŒr den am Ende siegreichen Demokraten Joe Biden gezĂ€hlt hĂ€tten. Dabei gerieten die beiden Frauen ins Visier wĂŒtender Trump-AnhĂ€nger, weil sie auf einem im Internet verbreiteten Video zu sehen waren.
«Ein lebendig gewordener Alptraum»
Die Einigung sei ein «Meilenstein», zitierte die «New York Times» aus einem Statement der Wahlhelferinnen. «Die letzten vier Jahre waren ein lebendig gewordener Alptraum. Wir haben dafĂŒr gekĂ€mpft, unsere Namen reinzuwaschen, unseren Ruf wiederherzustellen und zu beweisen, dass wir nichts falsch gemacht haben.»





