Netanjahu, Ablehnung

Netanjahu bekrÀftigt Ablehnung von PalÀstinenserstaat

15.04.2025 - 13:44:44

Macron hatte zuletzt in Aussicht gestellt, dass Frankreich im Juni einen palĂ€stinensischen Staat anerkennen könnte. Bei Netanjahu stĂ¶ĂŸt er dabei auf massiven Widerstand.

Der israelische MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu hat gegenĂŒber Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron bekrĂ€ftigt, dass er die Einrichtung eines palĂ€stinensischen Staates strikt ablehnt. Ein solcher Schritt wĂŒrde «eine Riesenbelohnung fĂŒr Terrorismus darstellen», sagte Netanjahu nach Angaben seines BĂŒros bei dem Telefonat mit Macron. 

Von palĂ€stinensischer Seite – auch nicht von der Autonomiebehörde – habe es bisher keine Verurteilung des Hamas-Massakers im israelischen Grenzgebiet am 7. Oktober 2023 gegeben, sagte Netanjahu zur BegrĂŒndung. «Kinder werden dazu erzogen, die Zerstörung Israels anzustreben und finanzielle Belohnungen denen gegeben, die Juden ermorden.» Ein palĂ€stinensischer Staat «nur Minuten entfernt von israelischen StĂ€dten wĂŒrde ein iranischer TerrorstĂŒtzpunkt werden», sagte er. Eine Mehrheit der Israelis lehne dies ab. 

Mögliche Anerkennung durch Frankreich im Juni

Macron hatte zuletzt in einem Interview des Senders France 5 in Aussicht gestellt, dass Frankreich im Juni einen palĂ€stinensischen Staat anerkennen könnte. Er machte deutlich, dass er zugleich anstrebt, dass propalĂ€stinensische Staaten Israel anerkennen. Er Ă€ußerte das Ziel, dass bei einer gemeinsam mit Saudi-Arabien geleiteten Konferenz im Juni diese «wechselseitige Anerkennung» durch mehrere Staaten erfolgen könne.

Fast 150 UN-Mitgliedstaaten haben PalĂ€stina als Staat anerkannt. Wichtige westliche LĂ€nder gehören aber nicht dazu, darunter auch die UN-VetomĂ€chte USA, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland. 

Mit dem Begriff Zweistaatenlösung ist ein unabhÀngiger palÀstinensischer Staat gemeint, der friedlich Seite an Seite mit Israel existiert. Auch die islamistische PalÀstinenserorganisation Hamas, gegen die Israel im Gazastreifen kÀmpft, lehnt eine solche Lösung ab.

Macron ging in einer Mitteilung nach dem Telefonat mit Netanjahu nicht konkret auf eine mögliche Anerkennung ein. Er betonte hingegen, eine Waffenruhe sei die einzige Möglichkeit, um die Befreiung weiterer Geiseln sicherzustellen. Zudem mĂŒssten alle Checkpoints fĂŒr humanitĂ€re Hilfe in den Gazastreifen geöffnet werden.

@ dpa.de