Ausland, Italien

Martin Schulz warnt vor Meloni

28.06.2023 - 11:46:14

Martin Schulz, der frĂŒhere Kanzlerkandidat der Sozialdemokraten und heutige Vorsitzende der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung, warnt davor, sich von der italienischen MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni tĂ€uschen zu lassen.

Meloni mĂŒsse "brav sein, um das Geld aus dem Corona-Hilfsfonds der EU zu bekommen", sagte Schulz der Wochenzeitung die "Zeit". Sie spreche nicht aus Überzeugung pro-europĂ€isch.

"Aber es gibt mittlerweile die Erkenntnis, dass eine GefĂ€hrdung der europĂ€ischen Integration eine GefĂ€hrdung des eigenen Wohlstands bedeutet. Parteien, die diese Erkenntnis infrage stellen, ob links oder rechts, können nicht erfolgreich regieren." Dies gelte auch fĂŒr "antieuropĂ€ische DemokratieverĂ€chter wie die AfD". In Melonis Strategie liege eine große Gefahr der Normalisierung von rechten KrĂ€ften in Positionen der Verantwortung. "Davon darf sich niemand tĂ€uschen lassen: Rechtspopulisten, verkleidet als StaatsmĂ€nner und -frauen, sind immer noch Rechtspopulisten", so Schulz. Der Sozialdemokrat erinnert sich auch an seinen Zusammenstoß mit Silvio Berlusconi vor 20 Jahren im Europaparlament: "Diese Szene hat mein Leben verĂ€ndert", sagte Schulz der "Zeit". "Aber das ist mir erst in den Stunden danach klar geworden." Der damalige italienische MinisterprĂ€sident hatte Schulz mit einem KZ-WĂ€rter verglichen, Letzterer nannte Berlusconi jetzt einen "frĂŒhen Donald Trump". "Man wusste nie, in welcher Rolle er gerade handelte - als Regierungschef, als Medienunternehmer oder als MultimilliardĂ€r?"

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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