Pakistan: UnabhÀngige bei Parlamentswahl offenbar vorn
09.02.2024 - 11:57:27 | dpa.de
Bei der Parlamentswahl in Pakistan liegen unabhĂ€ngige Kandidaten laut Teilergebnissen ĂŒberraschend vorn. Nach AuszĂ€hlung von etwa der HĂ€lfte der 266 Wahlkreise haben als unabhĂ€ngig registrierte Kandidaten fast 40 Prozent der WĂ€hlerstimmen erhalten, wie aus einer Statistik der Wahlkommission hervorgeht.
Beobachtern zufolge hat ein GroĂteil dieser Kandidaten Verbindungen zum inhaftierten Ex-Premier Imran Khan und dessen Oppositionspartei PTI. Mitglieder der PTI durften nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs nur als unabhĂ€ngige Kandidaten antreten.
Nawaz Sharif war bisheriger Favorit
Auf dem zweiten Platz lag zunÀchst die PML-N des dreimaligen bisherigen Premiers Nawaz Sharif, der zuletzt als Favorit gehandelt wurde, mit gut 30 Prozent. Die Volkspartei PPP mit ihrem 35 Jahre alten Spitzenkandidaten Bilawal Bhutto Zardari folgt mit rund 25 Prozent.
Zuletzt waren in dem Land mit mehr als 240 Millionen Einwohnern PML-N und PPP nach dem Sturz Imran Khans per Misstrauensvotum in einer breiten Regierungskoalition, mit einem MinisterprĂ€sidenten der PML-N. Allerdings schloss Bhutto Zardari am Abend vor der Wahl eine Zusammenarbeit mit der PML-N zunĂ€chst aus. Die PML-N und PPP dĂŒrften nun auch um die Gunst der unabhĂ€ngigen Kandidaten werben. Immer wieder hatten pakistanische Politiker in der Vergangenheit auch ihre LoyalitĂ€ten gewechselt.
Das Parlament
Pakistans Nationalversammlung hat 336 Sitze, von denen 266 direkt gewĂ€hlt werden. Weitere 60 Sitze sind fĂŒr Frauen und 10 fĂŒr Nichtmuslime reserviert, die entsprechend der StĂ€rke der einzelnen Parteien besetzt werden. Durch die zusĂ€tzlichen Sitze dĂŒrften die groĂen etablierten Parteien ihr Gewicht im Parlament im Vergleich zu den UnabhĂ€ngigen noch ausbauen. UnabhĂ€ngige Kandidaten haben 72 Stunden nach der Wahl Zeit, sich anderen Parteien anzuschlieĂen oder eigene Fraktionen zu grĂŒnden.
Nach Internetsperren am Wahltag und massiven Verzögerungen bei der AuszĂ€hlung der Stimmen haben Beobachter und OppositionsanhĂ€nger Zweifel an einer freien und fairen Wahl geĂ€uĂert. Rund 130 Millionen Wahlberechtigte waren am Donnerstag in der Atommacht dazu aufgerufen, ĂŒber die Machtverteilung in der Nationalversammlung und den Provinzparlamenten abzustimmen.
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