Scholz schnĂŒrt Waffenpaket fĂŒr Ukraine
11.07.2023 - 17:02:34 | dpa.deZum Auftakt des Nato-Gipfels in Litauen hat Bundeskanzler Olaf Scholz der Ukraine ein neues Waffenpaket im Wert von 700 Millionen Euro mit weiteren Panzern, Munition und Patriot-FlugabwehrgerĂ€ten zugesagt. Deutschland sei damit bei der militĂ€rischen UnterstĂŒtzung der Ukraine ganz vorne mit dabei, sagte Scholz in der litauischen Hauptstadt Vilnius.
Deutschland setzt zunĂ€chst auf verstĂ€rkte MilitĂ€rhilfe fĂŒr die Ukraine. Unter anderem soll die Ukraine weitere 40 SchĂŒtzenpanzer vom Typ Marder, 25 Kampfpanzer vom Typ Leopard 1A5 und fĂŒnf Bergepanzer aus IndustriebestĂ€nden sowie zwei AbschussgerĂ€te fĂŒr Patriot-Flugabwehrraketen der Bundeswehr bekommen. Hinzu kommen 20 000 Schuss Artilleriemunition und 5000 Schuss Nebelmunition sowie AufklĂ€rungsdrohnen und Mittel zur Abwehr von Drohnenangriffen. AuĂerdem erhĂ€lt die Ukraine AusrĂŒstung zur Minenabwehr und ein SanitĂ€tspaket mit Komponenten fĂŒr ein Feldlazarett.
Verteidigungsminister Boris Pistorius betonte, dass das Paket die PrioritÀten der Ukraine bediene: Luftverteidigung, Panzer, Artillerie. «Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur StÀrkung der ukrainischen DurchhaltefÀhigkeit», sagte er.
Die Bundesregierung hat fĂŒr die Ukraine seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 bis zum 30. Juni 2023 nach Angaben des fĂŒr RĂŒstungsexporte zustĂ€ndigen Wirtschaftsministeriums bereits Lieferungen fĂŒr 3,9 Milliarden Euro aus Bundeswehr- und IndustriebestĂ€nden genehmigt. Hinzu kommen Lieferungen, die nicht genehmigt werden mĂŒssen. Insgesamt liegt Deutschland unter den Waffenlieferanten der Ukraine auf Platz zwei hinter den USA.
Frankreich liefert Marschflugkörper - Deutschland nicht
Waffen neuer QualitĂ€t sind in dem Hilfspaket nicht enthalten. Die von der Ukraine geforderten Marschflugkörper Taurus werden weiter nicht geliefert. Die Ukraine wĂŒnscht sich diese Waffen, um Stellungen der russischen StreitkrĂ€fte in der Ukraine weit hinter der Frontlinie angreifen zu können. Die Bundesregierung ist dabei zurĂŒckhaltend, weil die Geschosse auch russisches Territorium erreichen können.
GroĂbritannien liefert als erstes Nato-Land bereits jetzt Marschflugkörper. Der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron kĂŒndigte am Rande des Gipfels an, dass auch Frankreich nun solche Waffen liefern will. Die USA halten sich damit noch zurĂŒck, genauso wie Deutschland.
PlĂ€ne fĂŒr den Abwehrkrieg
Weiteres Topthema am ersten Gipfeltag waren neue PlĂ€ne fĂŒr die Abwehr von möglichen russischen Angriffen auf das BĂŒndnisgebiet. Sie sollten bei dem Spitzentreffen noch einmal offiziell bestĂ€tigt werden. Die insgesamt mehr als 4000 Seiten starken Dokumente beschreiben detailliert, wie kritische Orte im BĂŒndnisgebiet durch Abschreckung geschĂŒtzt und im Ernstfall verteidigt werden sollten. DafĂŒr wird auch definiert, welche militĂ€rischen FĂ€higkeiten notwendig sind. Neben Land-, Luft-, und SeestreitkrĂ€ften sind auch Cyber- und WeltraumfĂ€higkeiten eingeschlossen.
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