Ukraine tritt dem Internationalen Strafgerichtshof bei
21.08.2024 - 16:55:24Die Ukraine ist dem Internationalen Strafgerichtshof beigetreten, beansprucht aber eine vorĂŒbergehende Ausnahme von der Gerichtsbarkeit fĂŒr sein MilitĂ€r. Das Parlament in Kiew stimmte mit 281 Abgeordneten dafĂŒr, das sogenannte Römische Statut des Strafgerichtshofs zu ratifizieren, wie der Abgeordnete Jaroslaw Schelesnyak auf Telegram mitteilte. Es gab eine Gegenstimme und 22 Enthaltungen.Â
Die Ukraine hat das Römische Statut zwar schon im Januar 2000 unterzeichnet, bisher aber nicht ratifiziert. Das Statut ist die Grundlage des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) mit Sitz in Den Haag. Das Gericht befasst sich unter anderem mit Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Land will Gerichtshof sieben Jahre nicht anerkennen
In dem nun verabschiedeten Dokument ist jedoch festgelegt, dass die Ukraine die ZustĂ€ndigkeit des Strafgerichtshofs fĂŒr Kriegsverbrechen sieben Jahre lang nicht anerkennen wird, wenn es um ukrainische BĂŒrger geht. Hintergrund sind BefĂŒrchtungen der Armee, dass ihr Vorgehen im Kampf gegen russische KrĂ€fte in einigen FĂ€llen als Kriegsverbrechen angeklagt werden könnte. Der militĂ€rische Konflikt lĂ€uft nicht erst seit 2022, sondern schon seit 2014 - seit dem ersten Auftauchen russischer KrĂ€fte im Donbass.Â
Dazu erklÀrt Kiew, dass die Ersuchen des IStGH um Zusammenarbeit sowohl auf diplomatischem Wege als auch direkt an die Generalstaatsanwaltschaft oder an das Justizministerium gerichtet werden können - auf Ukrainisch.
Nicht alle LÀnder ratifizieren Römisches Statut
Das Römische Statut tritt fĂŒr die Ukraine wegen komplizierter Fristen erst in einigen Wochen in Kraft. Ratifiziert haben es bisher 124 Staaten, bei 139 Unterzeichnungen. Russland und die USA haben zwar unterzeichnet, aber nicht ratifiziert.
Der Internationale Strafgerichtshof hat unter anderem einen Haftbefehl gegen den russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin wegen seiner mutmaĂlichen Verantwortung fĂŒr die Deportation ukrainischer Kinder erlassen.
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