Terror vom 11. September: Gericht stoppt vorerst Justizdeal
10.01.2025 - 01:12:47Auf Antrag der Regierung von US-PrĂ€sident Joe Biden hat ein Berufungsgericht in Washington eine Einigung der Justiz mit dem mutmaĂlichen Chefplaner der TerroranschlĂ€ge vom 11. September 2001 sowie weiteren Mitangeklagten zunĂ€chst gestoppt. Das Gericht verhĂ€ngte einen temporĂ€ren «administrative stay» â also eine vorlĂ€ufige Aussetzung des Verfahrens. Damit werden alle Schritte im Zusammenhang mit der geplanten Vereinbarung pausiert, bis eine endgĂŒltige Entscheidung getroffen ist.
Das Verteidigungsministerium hatte in dem Antrag an das Berufungsgericht argumentiert, dass «der Schaden fĂŒr die Regierung und die Ăffentlichkeit irreparabel» sei, sollte das Gericht die Einigung zulassen. Bereits im Sommer hatte Verteidigungsminister Lloyd Austin versucht, diese zu blockieren, doch ein MilitĂ€rgericht erklĂ€rte seinen Schritt fĂŒr ungĂŒltig. Dadurch trat die Vereinbarung zwischen den Angeklagten und der Justiz wieder in Kraft.
Schlimmster Terroranschlag in US-Geschichte
Am 11. September 2001 waren bei dem bislang schlimmsten terroristischen Anschlag in den Vereinigten Staaten rund 3.000 Menschen getötet worden. Islamistische Terroristen hatten drei gekaperte Passagierflugzeuge in das World Trade Center in New York und das Pentagon nahe Washington gesteuert. Eine vierte Maschine stĂŒrzte im Bundesstaat Pennsylvania ab.
US-Verteidigungsminister machte nach Kritik Kehrtwende
Chalid Scheich Mohammed Chalid, der seit Jahren im berĂŒchtigten US-Gefangenenlager GuantĂĄnamo auf Kuba inhaftiert ist, gilt als Hauptplaner der AnschlĂ€ge. Er soll sowohl die Finanzierung als auch die Kommunikation fĂŒr die Operation organisiert haben. Gemeinsam mit zwei Mitangeklagten strebt er eine Einigung mit der Justiz an, einen sogenannten Plea Deal, in dem er sich schuldig bekennen will. Die genauen Details der Vereinbarung wurden bislang nicht veröffentlicht. US-Medien zufolge wird ihnen im Zuge der Vereinbarung aber die Todesstrafe erspart.Â
ZunĂ€chst hatte Austin die Vereinbarung unterstĂŒtzt, zog jedoch nach heftiger Kritik seine Zustimmung zurĂŒck.
Kritik an GuantĂĄnamo
Die scheidende US-Regierung hatte zuletzt elf weitere HĂ€ftlinge aus dem Gefangenenlager GuantĂĄnamo entlassen und diese an den Oman ĂŒberstellt. Bei den Entlassenen handele es sich um MĂ€nner aus dem Jemen. Das Gefangenenlager befindet sich auf Kuba im US-MarinestĂŒtzpunkt GuantĂĄnamo Bay. Zeitweise waren dort fast 800 Menschen inhaftiert. Das Camp war nach den TerroranschlĂ€gen des 11. September 2001 in den USA unter PrĂ€sident George W. Bush errichtet worden, um mutmaĂliche islamistische Terroristen ohne Prozess festzuhalten. Menschenrechtsgruppen fordern seit langem die SchlieĂung.





