Friedrich Merz, Singapur

Merz startet Asienreise in Singapur mit Orchideen-Ehrung

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 01:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bundeskanzler Friedrich Merz will bei GesprÀchen in Singapur die Wirtschafts- und Sicherheitsbeziehungen mit dem Stadtstaat vertiefen. Eine nach ihm benannte Orchidee gehört zu den protokollarischen Höhepunkten des Auftakts seiner viertÀgigen Asienreise.

Merz’ weitere Asien-Stationen

  • Friedrich Merz reist nach dem Singapur-Besuch weiter nach Japan und SĂŒdkorea.
  • Die Reise ist der dritte Asienbesuch des Kanzlers auf dem Kontinent.
  • In SĂŒdkorea will Merz die Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft eröffnen.
  • Bundeskanzler Merz ist zum Auftakt seiner Asienreise in Singapur eingetroffen. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • Bundeskanzler Merz wĂ€hrend des Fluges nach Asien. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
Bundeskanzler Merz ist zum Auftakt seiner Asienreise in Singapur eingetroffen. - Bild: Kay Nietfeld/dpa Bundeskanzler Merz wÀhrend des Fluges nach Asien. - Bild: Kay Nietfeld/dpa

Merz startet Asienreise mit Singapur-Besuch

Bundeskanzler Friedrich Merz ist zum Auftakt seiner viertÀgigen Asienreise in Singapur eingetroffen und will dort die strategische Partnerschaft mit dem Stadtstaat ausbauen. In GesprÀchen mit MinisterprÀsident Lawrence Wong und PrÀsident Tharman Shanmugaratnam sowie in einer Grundsatzrede soll es um Wirtschaftsbeziehungen, die Indopazifik-Strategie Deutschlands und die regionale Sicherheitslage gehen.

Grundsatzrede zur Indopazifik-Strategie

Merz spricht im Rahmen der traditionsreichen Singapore Lecture ĂŒber die deutsche Politik in der Region. Zu den frĂŒheren Rednern zĂ€hlten unter anderem Nelson Mandela, Xi Jinping und Angela Merkel.

Mit Singapur soll ein Arbeitsplan zur weiteren Umsetzung der strategischen Partnerschaft festgeschrieben werden. Im Mittelpunkt stehen neben dem Handel auch die fragile Sicherheitslage und die von Gebietskonflikten Chinas mit Nachbarstaaten geprÀgte Region.

Orchidee trĂ€gt kĂŒnftig den Namen des Kanzlers

Wie bei Besuchen seiner VorgĂ€nger Olaf Scholz und Angela Merkel wird eine Orchidee nach Merz benannt. FĂŒr hochrangige GĂ€ste kreuzt Singapur meist zwei Sorten seiner Nationalpflanze.

Bereits nach deutschen Spitzenpolitikern benannt sind die „Dendrobium Angela Merkel“, die „Renanthera Olaf Scholz“ und die „Dendrobium Frank-Walter Steinmeier“. Diese Tradition wird in Singapur als Orchideen-Diplomatie bezeichnet.

Deutsche Unternehmen in Singapur

Fast 2.400 deutsche Unternehmen mit insgesamt 45.000 ArbeitsplÀtzen sind nach Angaben der Bundesregierung in Singapur tÀtig. Das jÀhrliche Handelsvolumen zwischen beiden LÀndern betrÀgt 11,8 Milliarden Euro.

Deutschland ist Singapurs wichtigster Handelspartner in Europa. Singapur liegt umgekehrt unter den deutschen Partnern in SĂŒdostasien auf Platz vier.

Reise fĂŒhrt weiter nach Japan und SĂŒdkorea

Nach Singapur reist Merz weiter nach Japan und SĂŒdkorea. Es ist seine dritte Reise als Kanzler nach Asien.

Die Reise soll Deutschlands AbhÀngigkeit von China bei Exporten und beim Import wichtiger Rohstoffe verringern. Regierungskreise verstehen sie als Investition in Partnerschaften mit Staaten der Region und in eine gemeinsam geteilte Vorstellung von internationaler Ordnung.

Singapur ist fĂŒr Deutschland zugleich Wirtschaftsstandort, Logistikdrehscheibe und sicherheitspolitischer Partner im Indopazifik. Der Stadtstaat liegt am Zugang zur Straße von Malakka, ĂŒber die ein großer Teil des Welthandels lĂ€uft. FĂŒr eine exportorientierte Volkswirtschaft wie Deutschland sind offene Seewege und belastbare Lieferketten deshalb von unmittelbarer Bedeutung.

Wirtschaftliche Absicherung

Die Reise fĂ€llt in eine Phase, in der Berlin wirtschaftliche Risiken breiter verteilen will. Dabei geht es nicht um einen vollstĂ€ndigen RĂŒckzug aus China, sondern um zusĂ€tzliche Partner, alternative Lieferketten und besseren Zugang zu Rohstoffen, Technologie und Kapital. Singapur kann wegen seiner Rechtssicherheit, seiner Hafeninfrastruktur und seiner Einbindung in den ASEAN-Raum als regionaler Knotenpunkt dienen.

Die angekĂŒndigte strategische Partnerschaft verbindet damit wirtschaftliche und politische Ziele. GesprĂ€che ĂŒber Digitalisierung, Energie, Infrastruktur und Verteidigung können fĂŒr deutsche Unternehmen ebenso relevant werden wie die politische Abstimmung ĂŒber internationale Regeln und die Sicherheit maritimer Handelswege.

Signal an die Region

Mit Japan und SĂŒdkorea folgen zwei weitere eng verbundene Partner. Die Reise soll damit ein Netzwerk in Asien stĂ€rken, das Deutschlands AbhĂ€ngigkeit von einzelnen MĂ€rkten begrenzen kann. FĂŒr BĂŒrgerinnen und BĂŒrger wirkt sich das vor allem mittelbar aus: stabilere Lieferketten können Versorgung und Preise beeinflussen, wĂ€hrend sicherheitspolitische Kooperationen den Schutz kritischer Infrastruktur betreffen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

ZDFheute: „Asien-Reise: Kanzler Merz auf Partnersuche in schwierigen Zeiten“ (26.10.2026)

Der Beitrag ordnet die Reise als Versuch ein, Beziehungen zu gleichgesinnten Partnern auszubauen und wirtschaftliche AbhÀngigkeiten zu verringern. Einen zusÀtzlichen Schwerpunkt legt er auf den Schutz kritischer Unterwasserinfrastruktur und mögliche Kooperationen bei Technologie, Energie und Verteidigung.

n-tv: „Merz startet Asien-Reise - Steinmeier besucht parallel China“ (26.10.2026)

Der Artikel bestĂ€tigt Singapur als erste Station und stellt die Reise der parallelen China-Reise von BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier gegenĂŒber. Im Mittelpunkt stehen dort die Diversifizierung wirtschaftlicher Beziehungen, eine Wirtschaftsdelegation und geplante Vereinbarungen zu unter anderem KĂŒnstlicher Intelligenz, Infrastruktur und kritischen Rohstoffen.

Beide BeitrÀge sehen den Ausbau von Partnerschaften und die Verringerung einseitiger AbhÀngigkeiten als zentrale Ziele. Unterschiede liegen vor allem im Schwerpunkt: ZDFheute betont die regionale Sicherheitsordnung, wÀhrend n-tv die parallelen Reisen und konkrete Wirtschaftsprojekte hervorhebt.

Disclaimer...
de | ausland | 70416890 |