USA, Medien

Trump will erstmals als PrÀsident zu Medien-Dinner kommen

03.03.2026 - 05:21:31 | dpa.de

Mit der Presse hat es der US-PrÀsident bekanntlich nicht so. Mehrmals schlug er die Einladung zu einer bedeutenden Journalisten-Veranstaltung aus. Nun hat er seine Meinung geÀndert.

Trump will in diesem Jahr an einer wichtigen Journalisten-Veranstaltung teilnehmen. - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

Donald Trump will zum ersten Mal als US-PrĂ€sident am traditionellen Galadinner der Washingtoner Hauptstadtpresse teilnehmen. Da die Presse ihn seit Beginn seiner ersten Amtszeit «außerordentlich schlecht» behandelt habe, habe er die Veranstaltung bislang boykottiert und sei nie als Ehrengast erschienen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social mit Blick auf das Dinner der White House Correspondents' Association (WHCA), das gewöhnlich im FrĂŒhjahr stattfindet.

Zu Ehren des 250. Geburtstags der USA und «angesichts der Tatsache, dass diese „Korrespondenten“ nun einrĂ€umen, dass ich tatsĂ€chlich einer der grĂ¶ĂŸten PrĂ€sidenten in der Geschichte unseres Landes bin», werde es ihm eine Ehre sein, die Einladung anzunehmen, so Trump. Er wolle daran arbeiten, das Event zum grĂ¶ĂŸten, heißesten und spektakulĂ€rsten Abendessen aller Zeiten zu machen. Weitere Details dazu, warum er seine Meinung geĂ€ndert habe, nannte Trump nicht. 

Man freue sich, dass der PrĂ€sident die Einladung angenommen habe, hieß es unterdessen von der Vereinigung. 

Lange Tradition mit hochrangigen GĂ€sten

Die Journalisten-Vereinigung der im Weißen Haus akkreditierten Korrespondenten veranstaltet den Festabend seit mehr als 100 Jahren. Der PrĂ€sident ist gewöhnlich Stargast - einzig Trump, der Medien gern als «Feinde des Volkes» bezeichnet, nahm bisher weder in seiner ersten noch zweiten Amtszeit teil. Die Vereinigung lade den PrĂ€sidenten ein, um ihn daran zu erinnern, warum eine starke vierte Gewalt fĂŒr die Demokratie unerlĂ€sslich sei, hatte deren Vorsitzender Eugene Daniels im vergangenen Jahr gesagt.

Anwesend sind neben Journalistinnen und Journalisten in der Regel viele hochrangige Politiker und einflussreiche Strippenzieher in der US-Politik.

Trump-Regierung griff massiv in Arbeit der Vereinigung ein

Trumps Regierung hat im vergangenen Jahr drastisch in die Arbeit der Reportervereinigung eingegriffen. Mitte April schrĂ€nkte das Weiße Haus den Zugang von Nachrichtenagenturen zum sogenannten Korrespondenten-Pool ein, einer ausgewĂ€hlten Gruppe von Reporterinnen und Reportern, die den PrĂ€sidenten bei öffentlichen Auftritten begleitet und ihre Informationen mit den ĂŒbrigen Kollegen teilt. Der Pool wird eigentlich traditionell von der Reportervereinigung zusammengestellt.

Zuvor war die US-Agentur AP von Veranstaltungen im Oval Office des Weißen Hauses ausgeschlossen worden - auch nach einer anderslautenden richterlichen Anweisung blieb es dabei. Hintergrund ist die Weigerung der AP, in ihrer Berichterstattung die von Trump verfĂŒgte Umbenennung des Golfs von Mexiko in «Golf von Amerika» zu verwenden.

Generell setzt Trumps Regierung auf wohlgesonnene Berichterstatter - und lĂ€dt regelmĂ€ĂŸig rechte Influencer als Vertreter sogenannter neuer Medien zu Veranstaltungen ein. Dort dĂŒrfen diese dann hĂ€ufig die erste Frage stellen, die meist eher ein Lobgesang auf den PrĂ€sidenten ist. Trump geht außerdem mit Klagen gegen missliebige Berichterstattung vor. Auch im Pentagon mussten einige große US-Medien ihre festen PlĂ€tze rĂ€umen.

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