USA, Iran

Nach Angriffen im Iran: USA bestellen weitere Bunkerbrecher

13.02.2026 - 04:50:40 | dpa.de

Mit diesem Bunkerbrecher kann das US-MilitÀr auch tief unter der Erde liegende Anlagen angreifen: Erstmals wurden die Bomben 2025 gegen iranische Atomanlagen eingesetzt. Nun wird Nachschub bestellt.

Die bunkerbrechende Bombe kann auch sehr tief liegende Anlagen angreifen. (Archivbild) - Foto: Uncredited/US Air Force/dpa

Rund ein Dreivierteljahr nach dem Einsatz gegen unterirdische Atomanlagen im Iran will das US-MilitĂ€r Nachschub der massiven bunkerbrechenden Bomben vom Typ GBU-57 bestellen. Die Neuanschaffungen seien infolge des Einsatzes vom vergangenen Juni nötig, um die Lager wieder aufzufĂŒllen, erklĂ€rte das US-Verteidigungsministerium zur BegrĂŒndung der Ausschreibung. Die Bomben seien nötig, «um die Einsatzbereitschaft wiederherzustellen». 

Der mit einem GPS-System prĂ€zisionsgelenkte Bunkerbrecher ist rund sechs Meter lang und 13,6 Tonnen schwer. Aufgrund ihrer Dimensionen und des hohen Gewichts kann die Bombe nur von Tarnkappenbombern des Typs B-2 abgeworfen werden, ĂŒber die ebenfalls nur das US-MilitĂ€r verfĂŒgt. Insgesamt 14 der massiven Bomben wurden bei dem Einsatz im Iran abgeworfen, die meisten davon auf die besonders tief reichende Anlage Fordo. Die Angriffe im Iran waren der erste Kampfeinsatz der Bombe in der US-Geschichte.

Aus dem stellenweise geschwĂ€rzten Dokument der Ausschreibung ging nicht hervor, wie viele der Bunkerbrecher die US-Luftwaffe nun beim Hersteller Boeing bestellt. Auch der Wert des Auftrags fĂŒr die Bomben und damit zusammenhĂ€ngende Dienstleistungen blieben einigermaßen unklar: Er wurde mit der höchsten Kategorie von «mehr als 100 Millionen US-Dollar» angegeben. Ebenfalls blieb offen, bis wann mit der Lieferung der Bomben zu rechnen ist. 

Die Bombe rammt sich vor der ZĂŒndung tief unter die Erde 

Die Bombe wurde im Auftrag des US-MilitĂ€rs speziell fĂŒr tief unter Felsgestein, dicken Erdschichten oder Beton liegende Ziele entwickelt. Mit der Wucht ihres eigenen Gewichts - beschleunigt durch einen Abwurf aus großer Höhe - rammt die tonnenschwere Bombe mit einer besonders gehĂ€rteten Spitze den Weg fĂŒr ihre Sprengstoffladung frei. Die Detonation erfolgt dann erst in der Tiefe. 

«Die Ummantelung des Sprengkopfs ist aus einer speziellen Hochleistungs-Stahllegierung hergestellt und das Design ermöglicht eine große Sprengladung unter Beibehaltung der IntegritĂ€t der Bombe wĂ€hrend des Einschlags», heißt es in einem erklĂ€renden Dokument des US-MilitĂ€rs zur Funktionsweise. 

Es ist nicht gesichert bekannt, ĂŒber wie viele GBU-57 das US-MilitĂ€r verfĂŒgt, Berichten zufolge handelt es sich aber um eine geringe StĂŒckzahl. 20 StĂŒck davon hatte die Luftwaffe nach Angaben von 2015 bestellt. 

Die GBU-57-Bombe gehört zu einer Art der Bunkerbrecher, die auch unter dem amerikanischen KĂŒrzel MOP bekannt ist («Massive Ordnance Penetrator»; auf Deutsch etwa «schwere durchdringende Bombe»).

Trump: Ohne Deal wird es «sehr traumatisch» fĂŒr den Iran

Die neue Ausschreibung kommt zu einem Zeitpunkt erneut erhöhter Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Das US-MilitÀr hat in der Region zuletzt massiv KrÀfte zusammengezogen und PrÀsident Donald Trump drohte Teheran mehrfach mit einem militÀrischen Eingreifen. Aktuell scheint er aber im Streit um das iranische Atomprogramm auf Verhandlungen zu setzen. 

Er warnte den Iran am Donnerstag vor schwerwiegenden Konsequenzen, sollte sich das Land nicht mit den USA einigen. «Das wird sehr traumatisch fĂŒr den Iran, wenn sie keinen Deal machen», sagte er im Weißen Haus.

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