Maduro wegen Drogenterrorismus in New York vor Gericht
05.01.2026 - 15:53:44Nach seiner Gefangenennahme durch US-SpezialkrĂ€fte in Caracas soll Venezuelas autoritĂ€rem PrĂ€sidenten NicolĂĄs Maduro in den USA der Prozess wegen Drogendelikten gemacht werden. Am Montag wurde er zu einem Bundesgericht in New York gebracht. Dort sollte er um 12.00 Uhr (18.00 Uhr MEZ) erstmals zu einem Termin erscheinen.Â
Auf Videoaufnahmen, die vom US-Sender CNN ĂŒbertragen wurden, war zu sehen, dass fĂŒr seinen Transport neben einem gepanzerten Fahrzeug auch ein Helikopter benutzt wurde. Maduro wurde unter anderem von Beamten der US-Drogenpolizei DEA begleitet.Â
Maduro in Kommandoaktion gefangen genommen
Der 63-JĂ€hrige und seine Ehefrau Cilia Flores waren in der Nacht zum Samstag vom US-MilitĂ€r in der venezolanischen Hauptstadt Caracas gefangen genommen und auĂer Landes gebracht worden. Am Wochenende kam er in einer Haftanstalt in New York an.Â
Die Regierung in Venezuela richtete unterdessen eine Kommission ein, die sich fĂŒr die Freilassung von Maduro und seiner Frau einsetzen soll. Der Arbeitsgruppe gehören unter anderem ParlamentsprĂ€sident Jorge RodrĂguez und AuĂenminister YvĂĄn Gil an. Beobachter halten es allerdings fĂŒr unwahrscheinlich, dass die US-Behörden Maduro wieder auf freien FuĂ setzen.Â
USA werfen ihm «Drogenterrorismus» vor
Der seit 2013 amtierende PrĂ€sident ist in den Vereinigten Staaten unter anderem wegen des Vorwurfs des «Drogenterrorismus» angeklagt. Er soll aus Sicht der Ermittler sein Amt dafĂŒr genutzt haben, den Schmuggel Tausender Tonnen Kokain in die USA zu ermöglichen. Maduro habe daraus fĂŒr sich selbst Vorteile gezogen.
Nach EinschĂ€tzung der US-Regierung sind Maduro und ranghohe MilitĂ€rs ĂŒber das sogenannte «Cartel de los Soles» (Kartell der Sonnen) in den Drogenhandel verstrickt. Der Name ist den Sonnen auf den Schulterklappen venezolanischer GenerĂ€le entlehnt.Â
MilitÀrs sollen DrogenhÀndler gegen Schmiergeld gewÀhren lassen
Bei dem Kartell handelt es sich nach EinschÀtzung von Sicherheitsexperten allerdings nicht um eine hierarchisch organisierte Gruppe, die selbst mit Drogen handelt, sondern vielmehr um ein System der Patronage, in dem die MilitÀrs gegen Schmiergeld bereits etablierte Verbrechersyndikate in Venezuela operieren lassen und ihnen gegebenenfalls Schutz anbieten.
Der erste Auftritt von Maduro vor dem Bundesgericht in New York dĂŒrfte nach ĂŒbereinstimmenden Berichten von US-Medien nur kurz ausfallen. Bei der Anhörung sollen er und seine ebenfalls angeklagte Ehefrau formell ĂŒber die VorwĂŒrfe informiert werden. Es wird erwartet, dass sie auf «nicht schuldig» plĂ€dieren werden. Der zustĂ€ndige Richter werde aller Wahrscheinlichkeit nach Untersuchungshaft ohne Kaution anordnen, heiĂt es in mehreren Berichten.
Prozessbeginn möglicherweise erst in ĂŒber einem Jahr
US-Medien gehen zudem davon aus, dass es mehr als ein Jahr dauern könnte, bis es zu einem Geschworenenprozess kommt. In den folgenden Wochen dĂŒrfte sich das Verfahren zunĂ€chst auf rechtliche Grundsatzfragen konzentrieren: Maduros Verteidiger könnten die RechtmĂ€Ăigkeit seiner Festnahme und Ăberstellung in die USA anfechten sowie auf seine ImmunitĂ€t als Staatsoberhaupt verweisen.Â
Nach Auffassung der US-Regierung ist Maduro allerdings schon seit eineinhalb Jahren nicht mehr der rechtmĂ€Ăige PrĂ€sident des sĂŒdamerikanischen Landes. Damals verlor er nach EinschĂ€tzung der Opposition und internationaler Beobachter die PrĂ€sidentenwahl. Das regierungstreue Wahlamt erklĂ€rte ihn trotzdem zum Sieger und er lieĂ sich fĂŒr eine weitere Amtszeit vereidigen.
Internationale Kritik an US-Angriff in Venezuela
An dem US-Angriff auf Venezuela und der Festnahme Maduros gibt es scharfe Kritik. Venezuelas VerbĂŒndete wie Russland und China, aber auch eine Reihe lateinamerikanischer Staaten und Spanien verurteilten den Einsatz als völkerrechtswidrig. Am Montag sollte sich auch der UN-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung mit dem Fall befassen.
Die Regierung in Caracas hatte die Sondersitzung beantragt. Die Attacke stelle einen VerstoĂ gegen die UN-Charta dar und gefĂ€hrde den Frieden in der Region und der ganzen Welt, hieĂ es in einem Schreiben des AuĂenministeriums an den stĂ€ndigen Vertreter Somalias bei den Vereinten Nationen, der im Januar dem Weltsicherheitsrat vorsteht. Der UN-Sicherheitsrat solle die Aggression verurteilen und die Einstellung der Angriffe fordern.
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