China, Waffenschau

China protzt mit Waffenschau - Xi im Bund mit Putin und Kim

03.09.2025 - 12:43:10 | dpa.de

Mit einer gigantischen Parade gedenkt China des Endes des Zweiten Weltkriegs. Putin und Kim stehen demonstrativ an der Seite von Xi - und US-PrĂ€sident Trump lĂ€sst sich zu einem Einwurf hinreißen.

  • Der russische PrĂ€sident Wladimir Putin, der chinesische PrĂ€sident Xi Jinping und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un kommen zu einer MilitĂ€rparade anlĂ€sslich des 80. Jahrestages der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg. - Foto: Sergei Bobylev/Pool Sputnik Kremlin/dpa
    Der russische PrÀsident Wladimir Putin, der chinesische PrÀsident Xi Jinping und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un kommen zu einer MilitÀrparade anlÀsslich des 80. Jahrestages der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg. - Foto: Sergei Bobylev/Pool Sputnik Kremlin/dpa
  • Xi hatte vor der Waffenschau in Peking friedliche Absichten seiner Armee betont.  - Foto: Wang Ye/XinHua/AP/dpa
    Xi hatte vor der Waffenschau in Peking friedliche Absichten seiner Armee betont. - Foto: Wang Ye/XinHua/AP/dpa
  • Ein neues Drohnen-U-Boot hat bei der Parade fĂŒr Aufsehen gesorgt.  - Foto: Johannes Neudecker/dpa
    Ein neues Drohnen-U-Boot hat bei der Parade fĂŒr Aufsehen gesorgt. - Foto: Johannes Neudecker/dpa
  • Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un reiste erstmals mit seiner Tochter ins Ausland.  - Foto: Uncredited/KCNA via KNS/AP/dpa
    Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un reiste erstmals mit seiner Tochter ins Ausland. - Foto: Uncredited/KCNA via KNS/AP/dpa
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Laserkanonen, Kampfroboter, Unterwasserdrohnen – und dazu Tausende Soldaten im Gleichschritt: Mit einer machtvollen MilitĂ€rparade hat China in Peking den 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs gefeiert und dabei öffentlich neue Waffensysteme aufgefahren. Im Zentrum der Hauptstadt zogen mehr als 10.000 Soldaten der Volksbefreiungsarmee am Platz des Himmlischen Friedens vorbei, flankiert von Hunderten Fahrzeugen und Flugzeugen. Staats- und Parteichef Xi Jinping nahm die Parade ab, zusammen mit seinen EhrengĂ€sten, Kremlchef Wladimir Putin und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.

Xi rief zu Frieden auf und warnte vor neuen Gefahren. «Heute steht die Menschheit erneut vor der Wahl zwischen Frieden und Krieg, Dialog und Konfrontation, Win-Win und Nullsummenspiel», sagte er. Zugleich sagte er, die Volksbefreiungsarmee mĂŒsse zu einer Weltklasse-Armee ausgebaut werden, um Chinas SouverĂ€nitĂ€t zu sichern. 

Trump hÀlt Xi Konspiration gegen die USA vor

Mit der gigantischen Waffenschau sendete Peking auch ein Zeichen der StĂ€rke gen Westen. Insgesamt waren 26 Staats- und Regierungschefs angekĂŒndigt, darunter aus Belarus, dem Iran und Usbekistan. Viele westliche Diplomaten blieben der Parade fern. Als einziger EU-Regierungschef war der slowakische MinisterprĂ€sident Robert Fico in Peking.

US-PrĂ€sident Donald Trump fragte in seinem sozialen Netzwerk Truth Social, ob Xi in seiner Rede an die UnterstĂŒtzung erinnere, die die USA vor 80 Jahren China im Kampf gegen den japanischen Aggressor gegeben hĂ€tten. Viele Amerikaner seien fĂŒr Chinas Sieg und Ruhm gestorben. Er hoffe, dass diese Opfer geehrt wĂŒrden. «Bitte richten Sie meine herzlichsten GrĂŒĂŸe an Wladimir Putin und Kim Jong Un aus, wĂ€hrend Sie gegen die Vereinigten Staaten von Amerika konspirieren», schrieb Trump weiter.

Der Kreml gab umgehend Kontra. «Ich möchte sagen, dass niemand irgendwelche Verschwörungen angestiftet hat, niemand hat irgendetwas ausgeheckt», sagte Juri Uschakow, außenpolitische Berater Putins im russischen Staatsfernsehen.

Blick auf neue Waffensysteme 

Die Parade mit ihren 45 Formationen enthĂŒllte auch neue, in China hergestellte Waffen. Große Beachtung fanden ein mobiler Laser, der zu Abwehr von DrohnenschwĂ€rmen dienen könnte, und eine torpedoförmige Unterwasser-Drohne sowie ein unbemanntes Patrouillenboot. 

Außerdem zeigte Peking Hyper- und Überschallraketen. Ebenfalls aufgefahrene Interkontinentalraketen aus dem chinesischen Arsenal können auch Atomsprengköpfe tragen und Ziele in den USA und Europa erreichen.

Kim und Putin betonen Freundschaft

Nach dem Mittagessen und der Parade setzten sich Putin und Kim zusammen. Nach Kreml-Angaben dankte Putin seinem GegenĂŒber dafĂŒr, dass Nordkoreas Soldaten bei der RĂŒckeroberung des westrussischen Gebietes Kursk von ukrainischen Truppen mitgekĂ€mpft haben. Kim erwiderte laut Übersetzung des Kremls, dass Nordkorea jederzeit bereit sei, Russland zu helfen, und dies als «brĂŒderliche Verpflichtung» sehe. 

Kim war mit seiner Schwerster Kim Yo Jong und seiner Tochter extra fĂŒr die Parade zu einer seiner seltenen Auslandsreisen aufgebrochen. FĂŒr seine Tochter war es die erste offiziell bekannte Reise außerhalb von Nordkorea. Unter Beobachtern gilt das junge MĂ€dchen als mögliche Nachfolgerin ihres Vaters. 

Putin war bereits seit dem Wochenende in China, wo er sich beim Gipfel der Shanghaier Organisation fĂŒr Zusammenarbeit mit Indiens Premierminister Narendra Modi demonstrativ an den HĂ€nden genommen und mit Xi fĂŒr eine neue Weltordnung geworben hatte. 

Krieg kostete Millionen Chinesen das Leben 

Historisch griff Peking mit der Parade, die in Àhnlicher Form erstmals vor zehn Jahren stattfand, ein dunkles Kapitel auf. Offiziell trug sie den Titel zum «Ende der japanischen Aggression». 

Japan hatte China 1937 angegriffen. Der Krieg dauerte bis 1945 und forderte Millionen Tote in China. Nationalisten und Kommunisten einigten sich damals auf eine Einheitsfront gegen Japan, blieben aber gegenseitig misstrauisch. Nach der japanischen Kapitulation flammte der BĂŒrgerkrieg zwischen ihnen wieder auf. 

1949 siegten die Kommunisten, Mao Zedong rief in Peking die Volksrepublik China aus, wĂ€hrend sich die Nationalisten nach Taiwan zurĂŒckzogen. Dass es die Volksrepublik 1945 noch nicht gab, wird bis heute als Grund genannt, Pekings Darstellung der Kriegszeit zu kritisieren - vor allem in Taiwan, das sich selbst regiert, von Peking aber als eigenes Territorium beansprucht wird. Taiwan gedenke des Friedens nicht mit Waffen, sondern indem es die «gefallenen Helden» ehre und fest zum Glauben an Freiheit und Demokratie stehe, sagte PrĂ€sident Lai Ching-te in Richtung Peking. 

Kritik an Geschichtsdeutung 

Laut EinschĂ€tzung von Claus Soong vom Berliner China-Institut Merics verfolgt Peking mit der Parade vor allem außenpolitische Ziele. Sie sei «eine Plattform, um die historische Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg neu zu interpretieren». Peking wolle zeigen, dass es heute stark genug sei, seine eigene Sicht auf Geschichte und Weltordnung vorzulegen.

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