Pedro SĂĄnchez, Rechtsruck

Wahlerfolg fĂŒr Konservative und Rechtspopulisten in Spanien

29.05.2023 - 00:20:50

Mit erheblichen Stimmengewinnen ziehen PP und Vox auf Kommunalebene an der sozialistischen PSOE von MinisterprÀsident Pedro Sånchez vorbei.

Die konservative Volkspartei (PP) und die rechtspopulistische Vox haben bei den Kommunalwahlen in Spanien stark zulegen können. Die PP kam gestern nach AuszĂ€hlung von mehr als 98,5 Prozent der Stimmen landesweit auf gut 31,5 Prozent. Das sind ĂŒber neun Prozentpunkte mehr als bei der vergangenen Wahl 2019. Sie löste damit die sozialistische PSOE von MinisterprĂ€sident Pedro SĂĄnchez als stĂ€rkste Kraft auf Kommunalebene ab.

Vox erzielte landesweit in den Kommunen zwar nur gut sieben Prozent - das ist aber ein Zuwachs von mehr als vier Prozentpunkten. Die PP könnte in vielen Kommunen und StĂ€dten auf Vox angewiesen sein. Die PSOE kam auf gut 28 Prozent und verlor ĂŒber einen Prozentpunkt.

In vier der fĂŒnf grĂ¶ĂŸten StĂ€dte des Landes könnte die PP kĂŒnftig den BĂŒrgermeister stellen. In Madrid und MĂĄlaga mit absoluter Mehrheit, und in Sevilla, einer bisherigen PSOE-Hochburg, sowie in Valencia mit Hilfe von Vox. In Barcelona, das bisher von der Linksalternativen Ada Colau regiert wurde, siegte der frĂŒhere BĂŒrgermeister und unabhĂ€ngige Kandidat Xavier Trias. Die PP vermied bisher klare Aussagen, ob sie weitere BĂŒndnisse mit Vox eingehen wĂŒrde.

Auch bei den Regionalwahlen in 12 der 17 autonomen Gemeinschaften, die deutschen BundeslĂ€ndern entsprechen, zeichneten sich erhebliche Stimmengewinne fĂŒr die PP und Vox ab. Allerdings war die AuszĂ€hlung der Stimmzettel hier langsamer. AussagekrĂ€ftige Ergebnisse wurden erst spĂ€ter erwartet.

In der Autonomen Gemeinschaft Madrid könnte die regionale Regierungschefin Isabel Díaz Ayuso (PP) knapp die absolute Mehrheit erreicht haben. Die PP erzielte dort nach AuszÀhlung von gut 68 Prozent der Stimmen 69 Sitze im Regionalparlament. Auch auf den Balearen mit der Urlauberinsel Mallorca könnte die PP zusammen mit Vox eine Mehrheit erreichen und die linke Regierung verdrÀngen.

Rund 36,6 Millionen Menschen waren zur Stimmabgabe aufgerufen. Zudem wurden die StadtrĂ€te und BĂŒrgermeister der mehr als 8000 Kommunen des Landes sowie der beiden autonomen StĂ€dte Ceuta und Melilla in Nordafrika neu gewĂ€hlt.

@ dpa.de