Forscher, Beziehungen

Forscher sehen neue Ära der Beziehungen

04.08.2025 - 09:27:41

Mit neuen KI-Anwendungen verÀndert sich das VerhÀltnis von Menschen und Maschinen grundlegend.

"Ich sehe eine Zukunft voraus, in der jeder seinen eigenen personalisierten KI-Assistenten hat", sagte die Kognitionspsychologin Rose Guingrich von der Princeton University dem "Spiegel". UnabhĂ€ngig davon, ob eine KI speziell als Begleiter konzipiert sei oder nicht, werde sie sich fĂŒr viele Menschen unweigerlich wie ein solcher anfĂŒhlen, "und sie werden mit der Zeit eine Bindung zu ihr entwickeln". Es gibt Menschen, die sogar ein romantisches VerhĂ€ltnis mit einem KI-Avatar haben. Die Forscherin Bethanie Maples von der Stanford University geht laut "Spiegel" davon aus, dass wir bald alle mindestens einen virtuellen GefĂ€hrten an unserer Seite haben werden.

"RegelmĂ€ĂŸig werden Leute sagen, dass sie in einen Chatbot verliebt sind oder ihn geheiratet haben." Firmen wie Replika und Kindroid bieten Nutzern an, sich einen persönlichen Chatbot-Avatar zu erstellen. Die KI-Kompagnons Ă€hneln Figuren aus Animationsfilmen, man kann mit ihnen auf dem Handy schreiben und sie virtuell heiraten. Basis fĂŒr die Kommunikation ist ein sogenanntes "Large Language Model". Es ist gefĂŒttert mit einer riesigen Textmenge und darauf programmiert, Sprache zu verstehen und zu erzeugen. Das Sprachmodell kann erfassen, in welchem Kontext bestimmte Passagen stehen, es erkennt, welche Wörter in einem Text wirklich wichtig sind. Liebesbeziehungen zu Chatbots können ganz unterschiedliche Folgen haben. Forscher um Stanford-Forscherin Maples haben gut 1.000 Studenten, die Replika nutzen, zu psychologischen Auswirkungen befragt. 30 Teilnehmer gaben an, der virtuelle Begleiter habe sie davon abgehalten, sich das Leben nehmen zu wollen. Das ist die eine Seite. Im Februar vergangenen Jahres brachte sich ein 14-jĂ€hriger Junge um, der sich in einen Chatbot verliebt hatte. Seine Mutter klagt gegen den Anbieter, weil sie meint, die KI habe ihren Sohn in den Tod getrieben. Ein Gericht in Florida hat das Verfahren zugelassen. Das ist die andere Seite. Martina Mara, Professorin fĂŒr Psychologie der KĂŒnstlichen Intelligenz und Robotik an der UniversitĂ€t in Linz, fragt sich, wie beziehungsfĂ€hig Menschen noch sein werden, wenn sie immer mehr Zeit mit Digitalwesen verbringen. "Wenn man stĂ€ndig mit einem Chatbot kommuniziert, der nur das macht, was man will, der einen nie kritisiert, der auf alle WĂŒnsche eingeht, dann verliert man wahrscheinlich die FĂ€higkeit zum Kompromiss", sagte sie.

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