Trump buhlt vor Parlamentswahl erneut um Grönland
10.03.2025 - 12:21:24US-PrĂ€sident Donald Trump hat den Menschen auf Grönland kurz vor der dortigen Parlamentswahl Milliardeninvestitionen und eine wohlhabende Zukunft als US-Territorium in Aussicht gestellt. «Wir sind bereit, Milliarden von Dollar zu investieren, um neue ArbeitsplĂ€tze zu schaffen und euch reich zu machen», schrieb Trump in einem Beitrag auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social.Â
Er lud die grönlĂ€ndische Bevölkerung erneut dazu ein, «ein Teil der groĂartigsten Nation der Welt» zu werden - wenn sie sich dazu entscheide. Tech-MilliardĂ€r Elon Musk betĂ€tigte sich spĂ€ter als VerstĂ€rker der Trump-Botschaft, indem er sie auf seiner Online-Plattform X teilte.
Parlamentswahl am Dienstag
Trump hatte in den vergangenen Monaten immer wieder angegeben, die Kontrolle ĂŒber die gröĂte Insel der Erde aus GrĂŒnden der nationalen und internationalen Sicherheit ĂŒbernehmen zu wollen. Auch militĂ€rischen oder wirtschaftlichen Zwang schloss er dabei nicht aus.
Die Debatte ĂŒber die Trump-Aussagen hat den Wahlkampf vor der grönlĂ€ndischen Parlamentswahl an diesem Dienstag stark geprĂ€gt. Bei den Menschen vor Ort haben sie unterschiedliche Emotionen ausgelöst, die von Verunsicherung ĂŒber Trotz bis hin zu einem verstĂ€rkten IdentitĂ€tsgefĂŒhl als GrönlĂ€nder reichen. Nicht zuletzt wurde auch die jahrzehntealte Diskussion ĂŒber eine mögliche UnabhĂ€ngigkeit vom Königreich DĂ€nemark befeuert.
Regierungschef wird Trump Respektlosigkeit vor
Grönlands Regierungschef MĂște B. Egede richtete in einem Interview kurz vor dem Wahltag seine bislang wohl deutlichste Kritik an Trump. «Die Dinge, die im Moment in der Welt passieren, beunruhigen mich sehr - dass die Weltordnung an vielen Fronten wankt und es in den USA vielleicht einen PrĂ€sidenten gibt, der sehr unberechenbar ist und auf die Weise auch dafĂŒr sorgt, dass die Leute verunsichert werden», sagte er dem dĂ€nischen Rundfunksender DR.Â
«Wir verdienen es, mit Respekt behandelt zu werden», sagte Egede. «Und ich glaube nicht, dass der amerikanische PrÀsident dies seit seinem Amtsantritt getan hat.» Ob das Interview vor oder nach den erneuten Trump-Aussagen aufgenommen wurde, ging aus den Senderangaben nicht hervor.
Forscher glaubt nicht an Last-Minute-Folgen fĂŒr Grönland-Wahl
Der Grönland-Experte Ulrik Pram Gad glaubt nicht daran, dass Trumps jĂŒngste Aussage gröĂere Auswirkungen auf die Wahl haben wird. «Ich bin mir recht sicher, dass die allermeisten grönlĂ€ndischen WĂ€hler Trumps Interesse bereits zur Kenntnis genommen und dazu Stellung bezogen haben», sagte der Forscher des DĂ€nischen Instituts fĂŒr Internationale Studien (DIIS) der Nachrichtenagentur Ritzau.Â
Entscheidend sei jedoch, ob die Aussagen des US-PrÀsidenten generell als Möglichkeit oder als Bedrohung wahrgenommen werden - und in der Hinsicht könne man den Eindruck gewinnen, dass sie den gegenteiligen Effekt ihrer eigentlichen Absicht haben könnten.





