Paris vermutet Moskau hinter Farbattacke
22.05.2024 - 17:33:10Die französische Polizei hat Medienberichten zufolge Hinweise darauf, dass eine Farbattacke auf die Holocaust-GedenkstÀtte in Paris von Russland aus eingefÀdelt worden ist.
Bei der Attacke vor einer Woche handele es sich um einen aus Russland gesteuerten Destabilisierungsversuch, berichteten die Zeitung «Le Parisien» und der Sender France Info unter Verweis auf Polizeiquellen. ZunĂ€chst hatte das EnthĂŒllungsblatt «Le Canard enchaĂźné» berichtet. Auf einer Wand der GedenkstĂ€tte MĂ©morial de la Shoah waren als propalĂ€stinensisches Graffiti rund ein Dutzend rote HĂ€nde gesprĂŒht worden, was zu vielen aufgebrachten Reaktionen fĂŒhrte.
Die Fahnder konnten dank der VideoĂŒberwachung der GedenkstĂ€tte und Auswertung von Handydaten den Medienberichten zufolge zwei Bulgaren als mutmaĂliche TĂ€ter identifizieren, die Frankreich mit ein oder zwei ebenfalls bulgarischen Handlangern gleich am Morgen nach der Attacke per Bus Richtung BrĂŒssel verlassen haben sollen.
Auch hinter weiteren Farbschmierereien mit Bezug zu den Olympischen Spielen vermutet Paris nach den Berichten russische Strippenzieher. Auf etliche GebĂ€ude war Ende MĂ€rz der Hinweis «Achtung, Balkon kann einstĂŒrzen» gesprĂŒht worden. Der Hinweis bezieht sich auf die öffentlich diskutierte Sorge, dass Balkone Pariser HĂ€user möglicherweise einstĂŒrzen können, wenn sich darauf zu viele Menschen drĂ€ngen, um die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele auf der Seine anzuschauen. Die PolizeiprĂ€fektur gab in der Frage bereits Entwarnung und appellierte an den gesunden Menschenverstand, sich nicht mit abnorm viel Menschen auf einen Balkon zu begeben.
Angebliche Störungen am Flughafen
Im Zusammenhang mit russischer Einflussnahme auf Frankreich berichtete «Le Canard enchaßné» auch von angeblichen Störungen der GPS-Satellitennavigation am Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle, wie es sie bereits im Ostseeraum gegeben hatte. Der Vorfall sei aber nicht öffentlich gemacht worden, um Unruhe zu vermeiden.
Im November bereits hatte Frankreich Russland vorgeworfen, hinter dem massenhaften BesprĂŒhen von Pariser GebĂ€uden mit Davidsternen zu stecken. Ăber ein russisches Propagandanetzwerk seien Fotos der Davidstern-Tags in sozialen Netzwerken verbreitet worden. Russland wies die VorwĂŒrfe damals als unbegrĂŒndet zurĂŒck.


