Epstein, USA

Hillary Clinton verteidigt sich im Kreuzverhör zu Epstein

26.02.2026 - 19:58:30 | dpa.de

Monatelang verweigert, nun unter Eid: Hillary Clinton weist jede Kenntnis von kriminellen AktivitĂ€ten des SexualstraftĂ€ters Epsteins zurĂŒck – und wirft Republikanern politisches KalkĂŒl vor.

Die frĂŒhere US-Außenministerin Hillary Clinton hat bei einer Befragung vor dem US-Parlament jede Kenntnis von Straftaten des verurteilten SexualstraftĂ€ters Jeffrey Epstein zurĂŒckgewiesen.  - Foto: Andres Kudacki/FR170905 AP/AP/dpa
Die frĂŒhere US-Außenministerin Hillary Clinton hat bei einer Befragung vor dem US-Parlament jede Kenntnis von Straftaten des verurteilten SexualstraftĂ€ters Jeffrey Epstein zurĂŒckgewiesen. - Foto: Andres Kudacki/FR170905 AP/AP/dpa

Die frĂŒhere US-Außenministerin Hillary Clinton hat bei einer Befragung vor dem US-Parlament jede Kenntnis von Straftaten des verurteilten SexualstraftĂ€ters Jeffrey Epstein entschieden zurĂŒckgewiesen. In ihrem in den sozialen Medien schriftlich verbreiteten ausfĂŒhrlichen Eröffnungsstatement erklĂ€rte sie, sie sei weder mit Epstein geflogen noch habe sie seine Privatinsel oder andere Anwesen besucht. Sie erinnere sich generell an keine konkreten Begegnungen mit dem 2019 in Haft verstorbenen Finanzinvestor und könne keine zusĂ€tzlichen Informationen zu den Ermittlungen beitragen. 

Die Befragung vor einem Untersuchungsausschuss des US-ReprĂ€sentantenhauses ist Teil einer politischen Aufarbeitung des Missbrauchs- und Sexhandelsnetzwerk Epsteins. Sie fand am Donnerstag hinter verschlossenen TĂŒren in Chappaqua, einer Gemeinde im US-Bundessaat New York, in der sie mit ihrem Mann, Ex-PrĂ€sident Bill Clinton lebt, statt. 

Die Clintons hatten eine Aussage zuvor monatelang verweigert. Der republikanisch gefĂŒhrte Ausschuss unter Vorsitz von James Comer hatte daraufhin ein Verfahren wegen Missachtung des Kongresses angestoßen, woraufhin die Clintons schließlich einer persönlichen Befragung zugestimmt hatten. Demokraten werfen Comer vor, ein politisch motiviertes Verfahren zu betreiben.

Kampf gegen Sexhandel kein «politisches Schlagwort»

In ihrem Statement hob Hillary Clinton ausfĂŒhrlich ihr langjĂ€hriges Engagement gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung hervor. Als Senatorin und spĂ€ter als Außenministerin sei die UnterstĂŒtzung internationaler Programme zur BekĂ€mpfung von Sexhandel und die StĂ€rkung von Opferschutzinitiativen zentrales Anliegen ihrer Arbeit gewesen, nicht nur ein «politisches Schlagwort». 

Die Regierung von US-PrĂ€sident Donald Trump habe hingegen beim Schutz von Betroffenen RĂŒckschritte gemacht. Sie warf den Republikanern vor, mit der jetzigen Befragung von dem Umgang mit den sogenannten Epstein-Akten ablenken zu wollen. Der Ausschuss solle stattdessen die vollstĂ€ndige Veröffentlichung der Unterlagen vorantreiben.

Am Freitag wird Bill Clinton befragt

Epstein hatte ĂŒber Jahre einen Missbrauchsring betrieben, dem Dutzende junge Frauen und MinderjĂ€hrige zum Opfer fielen. Der New Yorker Finanzier verfĂŒgte ĂŒber beste Kontakte in Politik, Wirtschaft und High Society im In- und Ausland. Er starb 2019 in einer GefĂ€ngniszelle. Seine langjĂ€hrige Vertraute und Komplizin Ghislaine Maxwell verbĂŒĂŸt eine Haftstrafe wegen Sexhandels. Comer betonte vor Beginn der Befragung, derzeit werde den Clintons kein Fehlverhalten vorgeworfen. Man wolle klĂ€ren, wie Epstein zu Einfluss und Reichtum gekommen sei und welche Netzwerke ihn geschĂŒtzt hĂ€tten.

Trump unterzeichnete im November 2025 ein vom Kongress mit großer Mehrheit beschlossenes Gesetz zur Veröffentlichung der Epstein-Akten, nachdem er sich zuvor lange gegen eine Freigabe ausgesprochen hatte. Immer wieder lenkte der Republikaner die Aufmerksamkeit auf Bill Clinton und behauptete ohne Belege, dieser habe Epsteins Privatinsel besucht. Die Clintons weisen das zurĂŒck. Bill Clinton soll am Freitag ebenfalls hinter verschlossenen TĂŒren aussagen.

Foto sorgt fĂŒr Unterbrechung

Die Befragung wurde zu Beginn kurz unterbrochen, nachdem der rechtsgerichtete Kommentator Benny Johnson ein Foto aus dem Raum in den sozialen Medien veröffentlicht hatte. Clintons Berater Nick Merrill sagte Medienberichten zufolge, es werde geprĂŒft, wie das Bild nach außen gelangen konnte und ob dabei Hausregeln verletzt wurden. 

Auch das Justizministerium selbst steht unter Druck. Demokratische Abgeordnete prĂŒfen, ob im Zuge der Veröffentlichung der Millionen Seiten umfassenden Akten FBI-Vernehmungsprotokolle oder andere Dokumente – darunter Unterlagen zu VorwĂŒrfen gegen Trump – zurĂŒckgehalten wurden. Das Ministerium bestreitet dies und erklĂ€rte, es seien lediglich doppelte, privilegierte oder laufende Ermittlungen betreffende Dokumente nicht veröffentlicht worden. Sollten Unterlagen irrtĂŒmlich falsch gekennzeichnet worden sein, wĂŒrden sie nach PrĂŒfung veröffentlicht. Trump bestreitet jegliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit Epstein.

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