Russischer Geheimdienst meldet Festnahme einer Deutschen
20.04.2026 - 09:32:34 | dpa.de
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben eine deutsche StaatsbĂŒrgerin wegen Terrorverdachts festgenommen. Die 1969 geborene Frau soll versucht haben, im Auftrag ukrainischer Geheimdienste in der Stadt Pjatigorsk in der Region Stawropol im Nordkaukasus einen Terroranschlag auszufĂŒhren. Ziel sei eine Einrichtung der russischen Strafverfolgungsbehörden gewesen, teilte der FSB mit. Von unabhĂ€ngiger Seite ĂŒberprĂŒfbar sind die VorwĂŒrfe nicht.
Ein Sprecher des AuswĂ€rtigen Amtes sagte in Berlin in der Bundespressekonferenz, «dass wir Medienberichte dazu zur Kenntnis genommen haben». «Wir bitten um VerstĂ€ndnis, dass wir uns zum Schutz der Persönlichkeitsrechte grundsĂ€tzlich nicht zu EinzelfĂ€llen Ă€uĂern können», hieĂ es zudem aus dem AuswĂ€rtigen Amt. Inhaftierte mit deutscher Staatsangehörigkeit können konsularische Betreuung in Anspruch nehmen.
Im Rucksack der VerdĂ€chtigen sei ein selbst gebauter Sprengsatz entdeckt und dann entschĂ€rft worden, teilte der FSB in Moskau mit. Die Sprengkraft der Bombe habe etwa 1,5 Kilogramm TNT entsprochen. Die Frau soll sich in der NĂ€he der Einrichtung der Strafverfolgungsbehörden in Pjatigorsk aufgehalten haben.Â
Staatsfernsehen zeigt Frau mit akzentfreiem Russisch
Das Moskauer Staatsfernsehen veröffentlichte ein gut zweiminĂŒtiges Video des FSB, in dem auch eine Frau mit unkenntlich gemachtem Gesicht in akzentfreiem Russisch erklĂ€rt, dass sie seit 1995 die deutsche StaatsbĂŒrgerschaft habe. Seit 2022 halte sie sich in Russland auf, erzĂ€hlt sie. In diesem Monat habe jemand mit ukrainischem Akzent ihr im Internet eine hohe Summe angeboten, wenn sie eine Tasche mit einem Sprengsatz an der Polizeistation abstelle. Darauf habe sie sich eingelassen. Unklar ist, ob die Frau auch die russische StaatsbĂŒrgerschaft hat.
Ein zweiter festgenommener VerdĂ€chtiger, ein 1997 geborener Mann aus Zentralasien, sollte nach Darstellung des FSB die Bombe aus der Ferne in den Morgenstunden zĂŒnden, um so möglichst viele Uniformierte zu töten. Dem Geheimdienst zufolge wĂ€re dabei auch die Frau getötet worden. Beide VerdĂ€chtige hĂ€tten ein GestĂ€ndnis abgelegt, teilte der FSB mit. Demnach sollen sie den Sprengsatz ĂŒber ein Versteck des ukrainischen Geheimdienstes erhalten haben.
Lebenslange Haftstrafe droht
Die beschuldigte Deutsche soll laut FSB bereits seit lĂ€ngerer Zeit in kriminelle Machenschaften verwickelt und auch an der Organisation von Betrugsmaschen gegen russische StaatsbĂŒrger beteiligt gewesen sein. Beiden VerdĂ€chtigen droht im Fall einer Verurteilung Haft, womöglich lebenslang.
In Russland gab es seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine wiederholt Attentate, BombenanschlĂ€ge und andere Angriffe, bei denen Zivilisten oder Uniformierte getötet wurden. Der FSB meldet zudem immer wieder verhinderte TerroranschlĂ€ge und Festnahmen von VerdĂ€chtigen, denen Verbrechen im Auftrag ukrainischer Geheimdienste vorgeworfen werden. Der Geheimdienst behauptete in seiner Mitteilung auĂerdem, die Ukraine verstĂ€rke derzeit die Anwerbung von TĂ€tern fĂŒr AnschlĂ€ge unter auslĂ€ndischen StaatsbĂŒrgern, darunter aus LĂ€ndern der EU.
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