USA, Anschlag

USA nach Anschlag auf Trump unter Schock

14.07.2024 - 05:42:13

Nach dem Attentat auf Donald Trump steht das Land unter Schock.

Der Ex-US-PrĂ€sident war bei einem Wahlkampfauftritt im US-Bundesstaat Pennsylvania angeschossen worden. Der mutmaßliche SchĂŒtze sowie ein Teilnehmer der Veranstaltung sind tot, Trump und mindestens eine weitere Person wurden verletzt. Der Vorfall ereignete sich gegen 18:10 Uhr Ortszeit am Samstagabend (0:10 Uhr deutscher Zeit) in Butler bei Pittsburgh.

Auf den Live-Bildern, die von Trumps Wahlkampfteam live gestreamt wurden, war zu sehen, wie Trump auf einer BĂŒhne vor Publikum spricht und sich plötzlich nach mehreren zu hörenden SchĂŒssen mit der rechten Hand ans Ohr fasst und in Deckung geht. Umgehend waren SicherheitskrĂ€fte auf der BĂŒhne um Trump abzuschirmen, es war zu hören, wie jemand "Shooter is down" ruft, mutmaßlich einer der Sicherheitsleute. Als Trump wenig spĂ€ter umringt von Bodyguards vom der BĂŒhne geleitet wird, reckt er demonstrativ die geballte Faust hoch, das Publikum skandiert "USA, USA". Der Secret Service teilte kurz darauf mit, der ehemalige PrĂ€sident sei in Sicherheit und werde in einer medizinischen Einrichtung untersucht. Trump schrieb noch am Abend auf seinem eigenen Sozialen Netzwerk "Truth Social", ihn habe ein Geschoss am Ohr getroffen, es sei viel Blut geflossen und dann habe er sofort gewusst, was los sei. Er kondoliere der Familie der Person, die sich offenbar im Publikum befand und getötet worden war. Bei der Wahlkampfveranstaltung waren nach Zeugenangaben weit ĂŒber Tausend oder sogar mehrere Tausend Menschen. Die Teilnehmer mussten durch eine strenge Sicherheitskontrolle mit Metalldetektoren. Die SchĂŒsse kamen wohl von außerhalb des Veranstaltungsortes, sagte der fĂŒr die Stadt Butler im US-Bundesstaat Pennsylvania zustĂ€ndige Staatsanwalt Richard Goldinger. Auf einem Amateurvideo war zu sehen, wie mutmaßlich eine leblose Person, womöglich der SchĂŒtze, auf einem Flachdach eines einstöckigen GebĂ€udes liegt. Die Entfernung zwischen diesem und dem Rednerpult betrĂ€gt etwa 130 bis 140 Meter. Auch die Behörden bestĂ€tigten, dass der AttentĂ€ter von einer erhöhten Position aus geschossen hatte. Auf einem weiteren Amateurvideo ist zu sehen, wie ein ScharfschĂŒtze der SicherheitskrĂ€fte schon einige Sekunden vor der Eskalation genau in die Richtung zielt, in der sich der AttentĂ€ter mutmaßlich befunden hat und scheinbar gleichzeitig mit dieser Person SchĂŒsse abgibt. Der VerdĂ€chtige wurde dabei erschossen. Es soll sich um einen jungen Mann im Alter von etwa 20 Jahren handeln, der in der Region lebt. US-PrĂ€sident Joe Biden meldete sich noch am Abend von seinem Wochenendsitz aus zu Wort und verurteilte den Anschlag: FĂŒr "diese Art von Gewalt" sei in den USA kein Platz. Er hoffe, "Donald" in KĂŒrze ans Telefon zu bekommen und mit ihm sprechen zu können, was er dann dem Vernehmen nach spĂ€ter auch tat. Immer wieder dankte Biden den SicherheitskrĂ€ften. SpĂ€ter wurde bekannt, dass der PrĂ€sident den Wochenendtrip unterbricht und noch am Samstagabend nach Washington zurĂŒckkehrt. Erste Reaktionen aus dem Ausland kamen unter anderem von Großbritanniens neuem Premierminister Keir Starmer: "Ich bin entsetzt ĂŒber die schockierenden Szenen bei PrĂ€sident Trumps Kundgebung und sende ihm und seiner Familie unsere besten WĂŒnsche", sagte Starmer. Ungarns MinisterprĂ€sident Viktor OrbĂĄn schrieb auf Twitter/X, seine Gedanken und Gebete seien mit "PrĂ€sident Trump in diesen dunklen Stunden". Der deutsche Botschafter in den USA, Andreas Michaelis, sprach von "schockierenden Szenen". Und weiter: "Wir sind erleichtert, dass der ehemalige PrĂ€sident Trump offenbar nicht schwer verletzt ist. FĂŒr politische Gewalt ist kein Platz." Trump ist als Kandidat der Republikaner fĂŒr die PrĂ€sidentschaftswahl am 5. November gesetzt und hat laut Umfragen auch realistische Chancen, wieder ins Amt zu kommen. Der designierte Kandidat der Demokraten und aktuelle Amtsinhaber Joe Biden schwĂ€chelt im wortwörtlichen Sinne, will aber das Feld parteiintern nicht freiwillig rĂ€umen. Der Anschlag vom Samstagabend weckt Erinnerungen an das Attentat auf Ronald Reagan im Jahr 1981. Der damalige US-PrĂ€sident war in Washington vor einem Hotel angeschossen worden, der AttentĂ€ter wurde vom Gericht fĂŒr unzurechnungsfĂ€hig und psychisch krank erklĂ€rt. Und der damalige US-PrĂ€sident John F. Kennedy war am 22. November 1963 in Dallas von einem AttentĂ€ter erschossen worden, die Motive blieben im Unklaren. Der AttentĂ€ter wurde zwei Tage spĂ€ter selbst erschossen, bis heute sind die Ereignisse Gegenstand von Verschwörungstheorien.

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