Aktivisten, Israel

Aktivisten: Israel greift Syriens MilitÀranlagen massiv an

09.12.2024 - 21:14:31

Nach dem Sturz der Assad-Regierung bleibt militĂ€risches GerĂ€t zurĂŒck, das auch in die HĂ€nde der AufstĂ€ndischen fallen könnte. Israel bombardiert das Land laut Aktivisten nun so schwer wie noch nie.

Nach dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad fliegt Israel laut Aktivisten seine bisher schwersten Angriffe in Syrien. Innerhalb weniger als zwölf Stunden habe Israel mehr als 100 Ziele im Land angegriffen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle fĂŒr Menschenrechte mit. Es seien die «schwersten Angriffe (Israels) in der Geschichte Syriens», sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel-Rahman, der Deutschen Presse-Agentur. Die Organisation mit Sitz in Großbritannien stĂŒtzt sich auf Informanten in Syrien.

Mit den Angriffen will Israel offenbar wichtige militĂ€rische Anlagen und FĂ€higkeiten der Assad-Regierung zerstören. Die Luftangriffe hĂ€tten Forschungszentren, Waffenlager, Marine-Schiffe, FlughĂ€fen und Luftflotten getroffen, hieß es. Auch die syrische Luftabwehr sei mit den Angriffen in Damaskus, Homs, Hama, Latakia und Daraa außer Betrieb gesetzt worden.

Rebellen-Kommandeur spricht von mehr als 140 Angriffen

Ein MilitĂ€rkommandeur der Rebellen bestĂ€tigte mehr als 140 Angriffe innerhalb von 24 Stunden. Israel habe mehr als 40 militĂ€rische Ziele bombardiert, darunter Depots mit Langstreckenraketen und Waffenlager fĂŒr Panzer und Artillerie. Nach den Angriffen auf ein Forschungszentrum berichteten Anwohner laut Augenzeugen von einem starken Gasgeruch. Assad hatte im BĂŒrgerkrieg gegen Zivilisten und Rebellen immer wieder Giftgas eingesetzt.

Israels Ă€ußerte sich auf Nachfrage nicht zu den Angriffen. Israel hatte in Syrien immer wieder Ziele Iran-treuer Milizen bombardiert, um den Einfluss des Erzfeinds Iran zu verringern, und diese Angriffe nach Beginn des Gaza-Kriegs vor 14 Monaten noch verstĂ€rkt. 

Ein MilitĂ€rreporter des israelischen Armeesenders sprach von einem beispiellosen Einsatz und mehr als 250 Luftangriffen ĂŒber zwei Tage. Dabei seien Panzer, Flugzeuge, Hubschrauber, Schiffe, Flugabwehrsysteme, Raketen, MilitĂ€rfabriken, Geheimdiensteinrichtungen und alles, was die Armee des syrischen Staates ĂŒber Jahrzehnte gehalten und aufgebaut hat, zerstört worden. Die neue Rebellenregierung mĂŒsse mit M16- und Kalaschnikow-Gewehren ihre militĂ€rischen FĂ€higkeiten neu aufbauen.

Nach dem Sturz Assads hatte Israels Luftwaffe nach Medienberichten bereits eine Chemiewaffenfabrik in Syrien angegriffen - Berichten zufolge aus Sorge, die Waffen könnten in die HÀnde von Rebellen fallen.

@ dpa.de