Bericht, Israelische

Bericht: Israelische Gaza-Verhandler in Kairo eingetroffen

03.08.2024 - 13:09:09

Nach den gezielten Tötungen hochrangiger Feinde Israels geriet die Gaza-Diplomatie ins Hintertreffen. Jetzt wird doch wieder verhandelt - aber wohl nur auf Sparflamme.

Vor dem Hintergrund einer drohenden militÀrischen Eskalation in Nahost ist eine israelische Delegation einem Medienbericht zufolge zu indirekten Gaza-Verhandlungen in Kairo eingetroffen. Der Abordnung gehörten die Chefs der Geheimdienste Mossad (Ausland), David Barnea, und Schin Bet (Inland), Ronen Bar, an, schrieb der gut vernetzte israelische Journalist Barak Ravid im Online-Nachrichtenportal «walla.co.il». 

Bei den indirekten Verhandlungen mit der islamistischen Hamas im Gazastreifen vermitteln Ägypten, Katar und die USA. Die neue GesprĂ€chsrunde steht unter keinem guten Stern. Die tödlichen AnschlĂ€ge auf den Hamas-Chef Ismail Hanija in Teheran und auf den Hisbollah-Kommandeur Fuad Schukr in Beirut haben die gesamte Region an den Rand eines Kriegs gebracht. Mit Hanija wurde außerdem einer der Hauptverhandler der islamistischen Organisation getötet - mit ungewissen Folgen fĂŒr den Fortgang der ohnehin schwierigen GesprĂ€che, die sich seit Monaten im Kreis drehen.

Sie zielen auf eine Waffenruhe im fast zehn Monate dauernden Gaza-Krieg sowie auf eine Freilassung israelischer Geiseln in der Gewalt der Hamas ab. Im Gegenzug sollen palÀstinensische HÀftlinge aus israelischen GefÀngnissen freikommen. Zuletzt hatten sich die Positionen Israels verhÀrtet, das auf einem lÀngeren Verbleib seines MilitÀrs an strategischen Stellen des Gazastreifens beharrt. 

Bei der Runde in Kairo mit dem Ă€gyptischen Geheimdienstminister Abbas Kamal und anderen hochrangigen Regierungsvertretern soll es dem Bericht zufolge um die Freilassung von Geiseln sowie um kĂŒnftige Sicherheitsvorkehrungen an der Grenze des Gazastreifens zu Ägypten gehen. Israel will verhindern, dass sich die Hamas ĂŒber diese Grenze Nachschub an Waffen und Munition beschaffen kann. 

Zur Tötung Hanijas, der sich zu einem Staatsbesuch im Iran aufhielt, Ă€ußerte sich Israel bislang nicht. Den Angriff auf Schukr, einen wichtigen MilitĂ€rplaner der libanesischen Schiiten-Miliz, reklamierte Israel fĂŒr sich. Der Iran und die Hisbollah drohen dem jĂŒdischen Staat mit massiver Vergeltung. 

Dem «walla.co.il»-Bericht zufolge hat sich Katar vorlĂ€ufig als Vermittler aus den Gaza-GesprĂ€chen zurĂŒckgezogen. Das Golfemirat hĂ€lt in dem Prozess die Kontakte zur Hamas. Hanija lebte in der katarischen Hauptstadt Doha im Exil. Dort wurde er auch am Freitag beigesetzt. 

@ dpa.de