Staatstrauer im Iran nach Explosionen
04.01.2024 - 02:34:35Nach den verheerenden Explosionen im Iran mit rund 100 Toten steht nun die Suche nach den HintergrĂŒnden und Verantwortlichen fĂŒr den Anschlag im Fokus. Die iranische Regierung sprach von einer Terrorattacke. Die Bundesregierung und der EuropĂ€ische AuswĂ€rtige Dienst verurteilten den Anschlag ebenfalls als Terrorakt. ZunĂ€chst reklamierte allerdings keine Gruppe die Tat fĂŒr sich. Die US-Regierung wies Behauptungen zurĂŒck, in die Attacke verwickelt gewesen zu sein. Man habe auch keinen Grund zu der Annahme, dass Israel an den Explosionen beteiligt gewesen sei.
Es war der Anschlag mit den meisten Opfern in der rund 45-jĂ€hrigen Geschichte der Islamischen Republik. Am Todestag des mĂ€chtigen iranischen Generals Ghassem Soleimani waren gestern in dessen Heimatstadt Kerman bei zwei Explosionen rund 100 Menschen in den Tod gerissen und mehr als 200 verletzt worden. Der Zustand von rund 30 Verletzten war in der Nacht noch kritisch und die Sorge groĂ, dass die Zahl der Opfer noch weiter steigen könnte. Derweil lieĂ Irans Regierung eine landesweite Staatstrauer ausrufen.
Die Ermittlungen laufen
Irans StaatsfĂŒhrung verurteilte die Attacke aufs SchĂ€rfste. ReligionsfĂŒhrer Ajatollah Ali Chamenei und PrĂ€sident Ebrahim Raisi kĂŒndigten eine entschiedene Reaktion an. «Mit Gottes Erlaubnis wird die Hand der göttlichen Rache zur rechten Zeit und am rechten Ort erscheinen», schrieb Raisi auf X, ehemals Twitter. Innenminister Ahmad Wahidi veröffentlichte Erkenntnisse der ersten Ermittlungen, nachdem er die Anschlagsorte besucht hatte. Unter anderem seien die Ăberreste der beiden SprengsĂ€tze untersucht worden, die im Abstand von nur wenigen Minuten detoniert waren.
Kerman ist die Heimat von Soleimani, dem frĂŒheren Kommandeur der Auslandseinheiten der iranischen RevolutionswĂ€chter (IRGC). Die USA hatten ihn am 3. Januar 2020 im Irak durch einen Drohnenangriff getötet. Von systemtreuen RegierungsanhĂ€ngern wird er als MĂ€rtyrer verehrt. Die Explosionen ereigneten sich, als Menschenmassen durch die StraĂen der Provinzhauptstadt zu Soleimanis GrabstĂ€tte pilgerten.
US-Regierung: «In keiner Weise beteiligt»
Der Sprecher des US-AuĂenministeriums, Matthew Miller, sagte gestern in Washington, die Vereinigten Staaten seien in keiner Weise beteiligt an den Explosionen beteiligt gewesen. Angesichts der angespannten Lage im Nahen Osten wĂ€chst die Sorge vor einer Ausweitung des Gaza-Kriegs, in den auch der Iran und die USA mit hineingezogen werden könnten.
Miller sagte, man habe auĂerdem keinen Grund zu der Annahme, dass Israel an den Explosionen beteiligt gewesen sei. «Zumindest fĂŒr uns ist es noch zu frĂŒh, um sagen zu können, was die Ursache sein könnte», sagte Miller.


