«Blockade»-Gefahr in Spanien: Sånchez lÀsst sich Zeit
31.07.2023 - 12:07:29Eine Woche nach der vorgezogenen Parlamentswahl in Spanien erhöht sich in der viertgröĂten EU-Volkswirtschaft die Gefahr einer langen politischen HĂ€ngepartie. MinisterprĂ€sident Pedro SĂĄnchez habe den Vorschlag von OppositionsfĂŒhrer Alberto NĂșñez FeijĂło zurĂŒckgewiesen, noch vor der konstituierenden Sitzung des neuen Parlaments am 17. August ein Treffen abzuhalten, um eine «Blockade» des Landes zu verhindern, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE unter Berufung auf die Sozialisten (PSOE) von SĂĄnchez.
Feijóos konservative Volkspartei PP hatte die Abstimmung am 23. Juli zwar gewonnen, hat aber praktisch keine Aussichten auf die Bildung einer regierungsfÀhigen Mehrheit. Feijóo fordert deshalb von der PSOE die Duldung einer PP-Minderheitsregierung, denn die Regierung werde in Spanien traditionell vom Wahlsieger gebildet, betonte der 61-JÀhrige am Sonntag erneut auf Twitter.
Laut RTVE entgegnete SĂĄnchez in einem Antwortbrief, in einer parlamentarischen Demokratie gehe es darum, regierungsfĂ€hige Mehrheiten zu suchen. Davon ist jedoch auch die PSOE weit entfernt. Neben den «Ja»-Stimmen des LinksbĂŒndnisses Sumar und kleinerer Regional-Parteien wĂŒrde sie auch ein Abkommen mit der Partei Junts des in BrĂŒssel im Exil lebenden katalanischen Separatisten-FĂŒhrers Carles Puigdemont benötigen. Junts lieĂ bereits wissen, man fordere unter anderem ein UnabhĂ€ngigkeitsreferendum - was SĂĄnchez ablehnen dĂŒrfte. Im Brief an FeijĂło habe SĂĄnchez mitgeteilt, er wolle erst nach dem 17. August mit anderen Parteichefs verhandeln, so RTVE.
Nach Berichten von Medien und Parteien haben die Sozialisten derweil einen weiteren Sitz an die PP verloren. Die AuszĂ€hlung der Auslandsstimmen habe ergeben, dass die PP nunmehr 137 Sitze habe, wĂ€hrend die PSOE sich mit 121 Sitzen begnĂŒgen mĂŒsse, heiĂ es. Eine BestĂ€tigung der Wahlbehörden lag aber vorerst nicht vor. An der Lage wĂŒrden die neuen Zahlen aber wenig Ă€ndern, denn beide Blöcke sind von der absoluten Mehrheit (176) weit entfernt. Wenn keine Regierungsbildung gelingt, droht Spanien, das den EU-Ratsvorsitz inne hat, eine neue Abstimmung Ende 2023 oder Anfang 2024.


