Druck, Biden

Druck auf Biden zu RĂŒckzug von PrĂ€sidentschaftskandidatur wĂ€chst

03.07.2024 - 21:47:11

Nach der PrĂ€sidentschaftsdebatte zwischen US-PrĂ€sident Joe Biden und seinem VorgĂ€nger Donald Trump in der vergangenen Woche steigt der Druck auf Biden, einen RĂŒckzug von seiner Kandidatur fĂŒr eine zweite Amtszeit zu erwĂ€gen.

Von den Abgeordneten der Demokraten im Kongress hat bislang nur Loyd Doggett aus Texas offen Biden zu einem RĂŒckzug aufgefordert. Bedenken Ă€ußerten außerdem acht Abgeordnete seiner Partei, darunter der einflussreiche James Clyburn und die frĂŒhere Sprecherin des ReprĂ€sentantenhauses, Nancy Pelosi. Zahlreiche weiter Abgeordnete wollen am Donnerstag gemeinsam Bidens Kandidatur in Frage stellen, hieß es. Die Bevölkerung wolle eine ErklĂ€rung und mĂŒsse beruhigt werden, sagte Clyburn zu "The Hill".

"Und ich hoffe, dass wir das in den nĂ€chsten Tagen tun werden." Pelosi bezeichnete es als eine "legitime Frage" zu fragen, ob es sich bei der Performance Bidens bei der Debatte um eine Episode oder einen Zustand gehandelt habe. "Wenn die Leute diese Frage stellen, ist sie völlig legitim - fĂŒr beide Kandidaten", sagte Pelosi zu MSNBC. Wie die "Washington Post" schreibt, soll auch Ex-US-PrĂ€sident Barack Obama, dessen Stellvertreter Biden von 2008 bis 2016 war, VerbĂŒndeten privat mitgeteilt haben, dass der ohnehin schon schwierige Weg zur Wiederwahl nach Bidens wackeligen Debattenleistung am Donnerstag noch schwieriger geworden sei. Direkt nach der Debatte hatte sich Obama öffentlich noch optimistisch gezeigt. "Schlechte Debattenabende kommen vor. Glauben Sie mir, ich weiß das", schrieb er auf X, vormals Twitter. Diese Wahl sei immer noch eine Wahl zwischen jemandem, der sein ganzes Leben lang fĂŒr die einfachen Leute gekĂ€mpft habe, und jemandem, der sich nur um sich selbst kĂŒmmere. "Das hat sich gestern Abend nicht geĂ€ndert, und deshalb steht im November so viel auf dem Spiel." Druck machen auch Umfragen im Nachgang der Debatte, welche Trump in FĂŒhrung zeigen, teils konnte dieser seinen Vorsprung ausbauen. Lediglich in einer Umfrage sind beide Kandidaten gleichauf. Angesichts des disproportionalen Wahlsystems fehlen Biden den Umfragen zufolge bis zu zehn Prozentpunkte, um Trump zu schlagen. Einen Bericht von CNN, wonach Biden gegenĂŒber einem Vertrauten eingerĂ€umt habe, dass die nĂ€chsten Tage ĂŒber den Fortgang seiner Kampagne entscheiden, wies das Weiße Haus zurĂŒck. "Das ist absolut falsch", sagte Sprecherin Karine Jean-Pierre. Auch intern soll Biden den RĂŒckzugsĂŒberlegungen ausgeschlossen haben. Derweil laufen Versuche der Schadensbegrenzung. Sprecherin Jean-Pierre verwies darauf, dass sich Biden in GesprĂ€chen mit der ParteifĂŒhrung und 20 Gouverneuren befinde. Zudem habe er mehrere Radio-Interviews gegeben, die am Donnerstag veröffentlicht werden sollen. Als offizielle ErklĂ€rung fĂŒr Bidens Performance bei der Debatte nannte sie einen Jetlag und eine ErkĂ€ltung, die sich der PrĂ€sident bei seinen internationalen Reisen zugezogen habe. Das sei eine ErklĂ€rung, keine Entschuldigung, so Jean-Pierre. Sie verwies auf beliebte politische Maßnahmen des PrĂ€sidenten und darauf, dass Biden mit seinem Alter offen umgehe. Biden hatte bei einer Kundgebung am Freitag vor seinen UnterstĂŒtzern gesagt, er wisse, dass er kein junger Mann mehr sei und nicht mehr so gut debattiere wie frĂŒher. "Aber ich weiß, wie man diesen Job macht. Ich weiß, was richtig und was falsch ist. Ich weiß, wie man die Wahrheit sagt", so Biden. "Und ich weiß, so wie es Millionen von Amerikanern wissen, dass man wieder aufsteht, wenn man zu Boden gegangen ist."

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