Union, G20-Einbindung

Union fordert stÀrkere G20-Einbindung in UN-Klimaprozess

24.11.2024 - 16:29:08

Nach der schwierigen Einigung auf der Weltklimakonferenz in Baku ĂŒber Klimahilfen fĂŒr Ă€rmere LĂ€nder fordert die Union mehr UnterstĂŒtzung durch die G20-Staaten.

"Der UN-Prozess ist unverzichtbar, da es auf die globale Bedrohung Klimawandel eine globale Antwort geben muss", sagte der klimapolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Andreas Jung, der "Rheinischen Post" (Montagsausgabe). "Er ist aber auch zĂ€h und muss jetzt noch mehr unterstĂŒtzt werden durch Formate wie G20." Jung ergĂ€nzte, den G20-Staaten als starke WirtschaftslĂ€nder komme eine wichtige Rolle zu. "Gerade weil durch dieses Format klar wird, dass Staaten wie China und Saudi-Arabien lĂ€ngst keine EntwicklungslĂ€nder mehr sind."

Wenn diese LĂ€nder im Boot seien, "können die IndustrielĂ€nder auf breiter Basis finanzielle UnterstĂŒtzung und wirtschaftliche Möglichkeiten fĂŒr vom Klimawandel hart getroffene Ă€rmere LĂ€nder vermitteln", so Jung. Zudem gelte es, mit einer internationalen Bepreisung von CO2-Emissionen Signale fĂŒr Klimaschutz mit der Generierung von Mitteln zu verbinden. "Das gilt namentlich auch fĂŒr den internationalen Flug- und Schiffsverkehr", sagte Jung. Vertreter der Regierungsparteien SPD und GrĂŒne zeigten sich unterdessen trotz scharfer Kritik zahlreicher EntwicklungslĂ€nder erfreut ĂŒber den Ausgang der Weltklimakonferenz in Baku. "Dass sich die Weltgemeinschaft auch dieses Jahr auf der Klimakonferenz einigen konnte, ist ein Erfolg, der Hoffnung macht", sagte der sozialdemokratische Abgeordnete Robin Mesarosch, der fĂŒr die SPD-Fraktion als Berichterstatter in Aserbaidschan war, der "Welt". Die GrĂŒnen-Bundestagsabgeordnete Lisa Badum, Leiterin der grĂŒnen Delegation, sprach von einer schwierigen Ausgangslage. "Staaten wie Saudi-Arabien haben vieles getan, um den Beschluss zur Abkehr der fossilen Energien aus dem letzten Jahr zurĂŒckzunehmen." Mit Einigung auf ein neues Klimafinanzierungsziel sei aber ein Schritt in die richtige Richtung gelungen. "Die Bremser waren laut, aber es sind wenige." Auch der klimapolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Olaf in der Beek, nannte das vereinbarte höhere Finanzierungsziel einen Erfolg, warnte aber: "Geld alleine wird nicht helfen. Wichtig ist, dass neben der Reduktion von CO2 insbesondere in besonders wirksame Klimaschutzmaßnahmen investiert wird." Der Hebel dafĂŒr liege insbesondere in privatem Kapital. Die Linken-Gruppe im Bundestag kritisiert Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) dafĂŒr, der Konferenz ferngeblieben zu sein. "Die internen SPD-Machtspielchen um die Kanzlerkandidatur waren ihm augenscheinlich wichtiger als das Weltklima", sagte die Abgeordnete Cornelia Möhring. Deutschland habe in Baku an GlaubwĂŒrdigkeit eingebĂŒĂŸt. Die Fraktionsvorsitzende der AfD, Alice Weidel, kritisiert die EntwicklungslĂ€nder. "Die Klimaziele werden immer utopischer und die finanziellen Forderungen der angeblich vom Klimawandel betroffenen LĂ€ndern immer absurder", sagte sie. Das Abschlussdokument des UN-Klimagipfels in Aserbaidschan sieht jĂ€hrliche Hilfen in Höhe von 300 Milliarden Dollar (288 Milliarden Euro) bis 2035 vor. Bisher flossen rund 100 Milliarden Dollar im Jahr, doch diese Vereinbarung lĂ€uft 2025 aus. Die Entwicklungs- und SchwellenlĂ€nder hatten 1,3 Billionen Dollar gefordert, um Klimaschutz und Folgen der ErderwĂ€rmung zu finanzieren.

@ dts-nachrichtenagentur.de