Berichte: Geisel-Freilassung nach Israel nicht vor Freitag
23.11.2023 - 03:33:50Die Freilassung erster Geiseln aus dem Gazastreifen nach Israel wird laut ĂŒbereinstimmenden israelischen Medienberichten nicht vor Freitag erfolgen. Die israelische Zeitung «Haaretz» und der Fernsehsender N12 beriefen sich dabei auf Israels Sicherheitsberater Tzachi Hanegbi. «Die GesprĂ€che ĂŒber die Freilassung unserer Geiseln schreiten voran und werden laufend fortgesetzt», wurde Hanegbi am Mittwochabend zitiert. Der erste Austausch von in Israel entfĂŒhrten Geiseln gegen palĂ€stinensische HĂ€ftlinge war eigentlich schon am Donnerstag erwartet worden.
Die Zeitung «The Times of Israel» zitierte Hanegbi mit den Worten: «Die Freilassung wird gemÀà der ursprĂŒnglichen Vereinbarung zwischen den Parteien beginnen, und nicht vor Freitag.» Ein israelischer Beamter erklĂ€rte die Verzögerung der Zeitung zufolge damit, dass entgegen der bisherigen Auffassung der israelischen Seite sowohl Israel als auch die islamistische Hamas ein Dokument zur Ratifizierung des Abkommens unterzeichnen mĂŒssten, damit es in Kraft treten könne.
Das Dokument werde hoffentlich innerhalb der nÀchsten 24 Stunden unterzeichnet, so dass die ersten Geiseln am Freitag freigelassen werden könnten, sagte der Beamte demnach weiter. Die Zeitung «Jerusalem Post» sprach von einer «Komplikation in letzter Minute».
Die Hamas hatte am Vortag noch erklÀrt, die vereinbarte Kampfpause solle am Donnerstag um 10.00 Uhr Ortszeit (9.00 Uhr MEZ) beginnen. Beide Seiten hatten sich auf eine maximal zehntÀgige Feuerpause in Israel und dem abgeriegelten Gazastreifen geeinigt. Teil der Vereinbarung ist ein Austausch von bis zu 100 Geiseln aus Israel gegen bis zu 300 palÀstinensische Insassen israelischer GefÀngnisse.
Alle Geiseln sollen Israelis oder Einwohner Israels sein
Die israelische Nachrichtenseite Ynet meldete, Israel dĂŒrfe der Vereinbarung zufolge die Namen der 100 Geiseln, die freikommen sollen, an die Hamas ĂŒbermitteln. Teil des Deals soll demnach auch sein, dass entfĂŒhrte MĂŒtter und Kinder bei der Freilassung nicht voneinander getrennt werden. Alle Geiseln sollen laut Regierungsbeschluss die israelische StaatsbĂŒrgerschaft haben oder Einwohner Israels sein. Ob auch Doppelstaatler mit deutschem Pass darunter sein könnten, ist unklar.
Israel nennt Details zu den beim Gaza-Deal freikommenden HĂ€ftlingen
Israel gab am Mittwoch Namen und Einzelheiten zu den inhaftierten PalĂ€stinensern bekannt, die fĂŒr eine Freilassung infrage kommen. 123 der 300 Gefangenen sind demnach Jugendliche unter 18 Jahren. Die JĂŒngsten sind erst 14 Jahre alt. 33 HĂ€ftlinge sind der Auflistung zufolge MĂ€dchen und Frauen. Zur Last gelegt wird ihnen unter anderem das Werfen von Brandbomben, Brandstiftung oder Messerattacken.
Israelische Medien hatten zuvor berichtet, dass keine HĂ€ftlinge freigelassen wĂŒrden, die wegen Mordes im GefĂ€ngnis sitzen. Sie sollen demnach in die Orte zurĂŒckkehren, in der sie vor ihrer Inhaftierung gelebt haben, etwa ins Westjordanland oder nach Ost-Jerusalem.
Die Veröffentlichung der Einzelheiten ĂŒber die palĂ€stinensischen HĂ€ftlinge soll Medien zufolge der Ăffentlichkeit die Möglichkeit geben, gegen die Freilassung bestimmter Personen Einspruch beim Obersten Gericht einzulegen. Nach Angaben eines israelischen Regierungssprechers könnten unter anderem Angehörige von Terroropfern dies innerhalb von 24 Stunden tun. Es wird jedoch nicht erwartet, dass das Gericht gegen die Entscheidung der Regierung vorgehen wird.
Israel: Armee hat rund 400 TunnelschÀchte in Gaza zerstört
Die israelischen StreitkrÀfte griffen erneut Ziele der islamistischen Hamas im Gazastreifen an. Seit Beginn des Gaza-Krieges am 7. Oktober zerstörten Soldaten rund 400 TunnelschÀchte im Gazastreifen, teilte das MilitÀr am Mittwoch mit. Viele der Tunnel der islamistischen Hamas seien unter zivilen KrankenhÀusern, Schulen und HÀusern gewesen.
Im sandigen Boden des rund 45 Kilometer langen und etwa sechs bis 14 Kilometer breiten Gazastreifens mit seinen mehr als zwei Millionen Einwohnern gibt es nach israelischen Angaben ein Netz unterirdischer Tunnel. Die islamistische Hamas hatte 2007 in dem KĂŒstengebiet gewaltsam die Macht an sich gerissen. Sie will den Staat Israel zerstören.
Armee: Terroristen bei Armeeeinsatz im Westjordanland getötet
Bei einem Anti-Terror-Einsatz der israelischen Armee im nördlichen Westjordanland wurden sechs PalĂ€stinenser getötet. Dies teilten das Gesundheitsministerium in Ramallah und die israelische Armee mit. Nach Angaben der Armee waren darunter vier fĂŒhrende Terroristen, die an einer groĂen Zahl von AnschlĂ€gen auf israelische Orte und Soldaten in dem Gebiet um Tulkarem beteiligt gewesen waren. Auch die anderen beiden Toten bezeichnete das MilitĂ€r als Terroristen.
Der Armee zufolge waren israelische SicherheitskrĂ€fte fĂŒr einen Anti-Terror-Einsatz in Tulkarem, als mehrere Personen SprengsĂ€tze auf Soldaten geworfen und diese beschossen hĂ€tten. Eine Drohne habe daraufhin auf die VerdĂ€chtigen geschossen und diese auch getroffen, teilte das MilitĂ€r mit.
Seit den Massakern von Terroristen der islamistischen Hamas und anderer Gruppen am 7. Oktober hat sich die Sicherheitslage im von Israel besetzten Westjordanland massiv verschlechtert. Bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten, aber auch Attacken von israelischen Siedlern, sind seither 216 PalÀstinenser getötet worden, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.











