Treffen, Trump

Treffen zwischen Trump und Netanjahu geplant

01.07.2025 - 19:16:45 | dpa.de

Nach der Waffenruhe zwischen Israel und dem Iran rĂŒckt eine Feuerpause auch im Gaza-Krieg in den Fokus von US-PrĂ€sident Trump. In KĂŒrze besucht ihn Israels Regierungschef.

  • US-PrĂ€sident Trump empfĂ€ngt nĂ€chste Woche erneut Israels Premier Netanjahu. (Archivbild) - Foto: Evan Vucci/AP/dpa
    US-PrÀsident Trump empfÀngt nÀchste Woche erneut Israels Premier Netanjahu. (Archivbild) - Foto: Evan Vucci/AP/dpa
  • Der Krieg in Gaza geht vorerst weiter.  - Foto: Jehad Alshrafi/AP/dpa
    Der Krieg in Gaza geht vorerst weiter. - Foto: Jehad Alshrafi/AP/dpa
  • Die humanitĂ€re Lage im Gazastreifen ist weiter prekĂ€r. (Archivbild)   - Foto: Mariam Dagga/AP/dpa
    Die humanitÀre Lage im Gazastreifen ist weiter prekÀr. (Archivbild) - Foto: Mariam Dagga/AP/dpa
'.$caption.' '.$caption.' '.$caption.'

Nur wenige Tage nach Äußerungen von US-PrĂ€sident Donald Trump ĂŒber eine mögliche Waffenruhe im Gaza-Krieg plant Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu einen Besuch in Washington. Er werde voraussichtlich kommende Woche in die USA reisen und dort neben US-PrĂ€sident Donald Trump auch VizeprĂ€sident JD Vance, Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth und den US-Sondergesandten Steve Witkoff treffen, kĂŒndigte Netanjahu nach Angaben seines BĂŒros an.

Trump bestĂ€tigte auf Nachfrage von Reportern, dass Israels MinisterprĂ€sident nĂ€chste Woche in die USA kommt. Bei dem Treffen solle ĂŒber den gemeinsamen, «großartigen Erfolg» im Iran gesprochen werden, aber auch ĂŒber den Gazastreifen und die Freilassung der restlichen Geiseln. Auf die Frage, wie entschieden er gegenĂŒber Netanjahu auftreten werde mit Blick auf eine Beendigung des Gaza-Kriegs, sagte Trump: «sehr entschieden». Netanjahu wolle den Krieg auch beenden. Er gehe davon aus, dass es nĂ€chste Woche eine Vereinbarung geben werde, bekrĂ€ftigte Trump. 

Israelische Medien sprechen von Treffen am Montag

Zuvor hatten israelische Medien ĂŒber die ReiseplĂ€ne des israelischen Regierungschefs berichtet. Demnach soll Netanjahu am Montag Trump im Weißen Haus treffen. Nach der Waffenruhe mit dem Iran rĂŒckten nun ein mögliches Abkommen mit Syrien sowie eine umfassende Vereinbarung, die ein Ende des Gaza-Kriegs sowie die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und Israel vorsehe, in den Fokus, schrieb die «Times of Israel». 

Netanjahu werde vor seinem US-Besuch am Donnerstag erneut sein Sicherheitskabinett einberufen, um ĂŒber die nĂ€chste Phase des Krieges gegen die islamistische Hamas zu entscheiden, hieß es.

Trump hatte bereits wenige Tage nach dem Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen Israel und dem Iran gesagt, man sei auch im Gaza-Krieg nahe dran an einer Feuerpause. Israel stehe unter Druck der USA, eine Einigung zur Beendigung des seit mehr als 20 Monaten andauernden Krieges zu erzielen, schrieb die «Times of Israel». 

Die israelische Nachrichtenseite «ynet» berichtete, es gebe Fortschritte, aber noch keinen Durchbruch bei den indirekten GesprĂ€chen zwischen Israel und der Hamas ĂŒber eine Gaza-Waffenruhe.

Israel sei bereit, einige Positionen zu lockern, um ein Abkommen ĂŒber die Freilassung von Geiseln und eine Waffenruhe zu erreichen, zitierte der israelische Journalist Barak Ravid einen ranghohen israelischen Beamten. Allerdings werde man keiner vorherigen Verpflichtung zustimmen, dass eine Waffenruhe zum Ende des Krieges fĂŒhrt. Das aber fordert die Hamas.

Bericht: Israel will Einigung so schnell wie möglich

Israel wolle so schnell wie möglich eine Einigung erzielen, da die Gefahr fĂŒr das Leben der Geiseln aufgrund der Anarchie im Gazastreifen und der Tatsache, dass immer mehr Gebiete von Clans statt von der Hamas kontrolliert werden mit jedem Tag wachse, zitierte Ravid einen israelischen Beamten. Sollte es aber keine Fortschritte bei Verhandlungen ĂŒber ein Geiselabkommen geben, werde man die Bodenoffensive ausweiten. Israels Minister fĂŒr strategische Angelegenheiten, Ron Dermer, spricht diese Woche in Washington mit US-Beamten ĂŒber BemĂŒhungen, die VermittlungsgesprĂ€che wieder aufzunehmen.

Netanjahu signalisierte laut israelischen Medienberichten, jetzt die RĂŒckkehr der Geiseln zu priorisieren - vor allem anderen wie dem von ihm immer wieder beschworenen Sieg ĂŒber die islamistische Hamas. «ZunĂ€chst einmal mĂŒssen wir die Geiseln befreien», wurde Netanjahu von der «Times of Israel» zitiert. «NatĂŒrlich mĂŒssen wir auch das Gaza-Problem lösen und die Hamas besiegen, aber ich glaube, dass wir beide Aufgaben bewĂ€ltigen werden», sagte er demnach. Sein Kabinett werde zunĂ€chst die Ergebnisse von Dermers Treffen in Washington abwarten, bevor es weitere «bedeutende Schritte» in dem abgeriegelten KĂŒstenstreifen in Betracht zieht, schrieb die «Jerusalem Post».

Vorerst geht der Krieg weiter 

Die palĂ€stinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete unter Berufung auf medizinische Kreise im Gazastreifen 31 Tote durch israelische Angriffe seit dem Morgen. Unter den Opfern sind palĂ€stinensischen Angaben zufolge auch mehrere Menschen, die in der NĂ€he eines Verteilzentrums fĂŒr humanitĂ€re Hilfe der Gaza Humanitarian Foundation (GHF) im Zentrum des Gebiets gewartet haben. Israels Armee sagte auf Anfrage, Soldaten hĂ€tten in der Nacht in der Gegend WarnschĂŒsse abgegeben, um VerdĂ€chtige, die sich ihnen genĂ€hert hĂ€tten, auf Distanz zu halten. Der Vorfall werde geprĂŒft. Die Angaben beider Seiten lassen sich derzeit nicht unabhĂ€ngig verifizieren.

Israels MilitÀr Àndert nach TodesfÀllen Vorgehen an Hilfszentren

Das israelische MilitĂ€r kĂŒndigte unterdessen an, seine Vorgehensweise im Umfeld von Verteilzentren fĂŒr humanitĂ€re HilfsgĂŒter neu zu organisieren, nachdem es zu einer Reihe von VorfĂ€llen gekommen war, bei denen Soldaten auf Menschenmengen geschossen hatten, die ihrer Meinung nach eine Bedrohung fĂŒr die Soldaten darstellten. Dabei kamen laut Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden Hunderte PalĂ€stinenser ums Leben. 

Die israelische Armee gab an, sie habe die von der umstrittenen Stiftung Gaza Humanitarian Foundation (GHF) betriebenen Verteilungszentren umzÀunt, zusÀtzliche Zugangswege geöffnet und Barrieren errichtet, um «Spannungen mit der Bevölkerung» zu reduzieren. Die Armee bestÀtigte auf Anfrage Medienberichte, wonach das MilitÀr wegen mehrerer VorfÀlle ermittelt, bei denen Zivilisten Opfer von israelischem Beschuss nahe der Zentren wurden. 

Soldaten hĂ€tten in der Vergangenheit scharf geschossen, wenn sich Menschen außerhalb der vorgesehenen Routen oder außerhalb der Öffnungszeiten den Verteilzentren genĂ€hert und fĂŒr die Soldaten eine Bedrohung dargestellt hĂ€tten, schrieb die «Times of Israel». Dabei seien «wenige Menschen» getötet worden, hieß es unter Berufung auf Israels Armee. In drei FĂ€llen gab das MilitĂ€r demnach auch Artilleriefeuer ab. Dabei habe es 30 bis 40 Opfer gegeben, darunter «mehrere Tote». Die Armee sprach demnach von einem «ungenauen Artilleriebeschuss», der nicht als Angriff auf Zivilisten gedacht gewesen sei.

Israels Armee bestĂ€tigte die Einzelheiten des Berichts auf Anfrage nicht. Nach Berichten ĂŒber Opfer habe es Untersuchungen gegeben. EinsatzkrĂ€fte hĂ€tten aufgrund der dabei gewonnen Erkenntnisse Anweisungen bekommen. Details nannte die Armee nicht. Laut der «Times of Israel» stellte das israelische MilitĂ€r nach den VorfĂ€llen den Beschuss in der NĂ€he der Verteilzentren ein. Die GHF-Zentren werden von privaten amerikanischen Sicherheitsfirmen betrieben. Das weitere Umfeld der Zentren soll von israelischen Einheiten gesichert werden.

PalÀstinenser: rund 550 Tote nahe der Verteilstellen

PalĂ€stinensischen Angaben zufolge sollen in der Gegend der Verteilstellen der GHF seit deren Eröffnung Ende Mai rund 550 PalĂ€stinenser getötet worden sein. Die von Behörden in Gaza veröffentlichten Zahlen zu Opfern bei den Zentren seien ĂŒbertrieben, zitierte die «Times of Israel» die israelische Armee. Die Angaben beider Seiten lassen sich derzeit nicht unabhĂ€ngig verifizieren.

Israel hatte die GHF-Zentren nach einer wochenlangen Totalblockade des Gazastreifens ins Spiel gebracht, um die Verteilung von HilfsgĂŒtern durch die UN und andere Organisationen zu umgehen. Nach israelischer Lesart wird der Großteil der Hilfen, die durch diese Organisationen in das KĂŒstengebiet kommen, von der Hamas gestohlen. Beweise fĂŒr einen systematischen Raub dieser HilfsgĂŒter durch die Terrororganisation gibt es allerdings keine.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
ausland | 67653800 |