Festnahme, Trump-Kundgebung

Festnahme nahe Trump-Kundgebung gibt RĂ€tsel auf

14.10.2024 - 04:08:51

Nach einem Attentat auf Donald Trump und einem zweiten wohl vereitelten Anschlag ist die NervositĂ€t im US-Wahlkampf groß. Die Festnahme eines Mannes kurz vor einem Trump-Auftritt wirft nun Fragen auf.

Die Festnahme eines bewaffneten Mannes vor einer Wahlkampfkundgebung des republikanischen US-PrĂ€sidentschaftskandidaten Donald Trump gibt RĂ€tsel auf. Die Polizei hielt am Samstag vor einem Auftritt Trumps im SĂŒden des Bundesstaates Kalifornien bei einer Zugangskontrolle einen Mann auf, der mit einem Auto auf das GelĂ€nde fahren wollte.

Der örtliche Sheriff Chad Bianco sagte spĂ€ter, der Mann habe zwei nicht registrierte Waffen und Munition bei sich gehabt sowie verschiedene PĂ€sse und FĂŒhrerscheine mit verschiedenen Namen. Auch das Auto sei nicht zugelassen gewesen und das Nummernschild «selbstgemacht».

Laut Polizei gibt es Hinweise darauf, dass der Mann einer Gruppe angehört, die mit den «ReichsbĂŒrgern» in Deutschland vergleichbar ist. Der 49-JĂ€hrige sei vorĂŒbergehend in Gewahrsam genommen worden wegen VerstĂ¶ĂŸen gegen das Waffenrecht. Kurz darauf sei er gegen Kaution wieder freigekommen, sagte Bianco. Die Ermittlungen liefen noch. 

Trump war nicht in Gefahr

Die Festnahme ereignete sich, bevor Trump ĂŒberhaupt auf dem GelĂ€nde der Kundgebung eintraf. Der Secret Service, der fĂŒr Trumps Schutz zustĂ€ndig ist, betonte, der Ex-PrĂ€sident sei nicht in Gefahr gewesen. Sheriff Bianco gab sich aber - ohne Nennung konkreter Belege - ĂŒberzeugt, dass die Polizei «etwas Schlimmes verhindert» und wahrscheinlich ein drittes Attentat auf Trump vereitelt habe. 

Nach der Freilassung des VerdĂ€chtigen sprachen mehrere US-Journalisten mit dem Mann, der den Vorwurf eines Anschlagskomplotts demnach als Schwachsinn zurĂŒckwies. Er sei vielmehr ein großer Trump-Fan, sagte ein Bekannter des Mannes der «Daily Mail». Die «New York Post» zitierte Sicherheitskreise, nach deren Angaben es der Secret Service fĂŒr unwahrscheinlich halte, dass der Mann ein Attentat auf Trump verĂŒben wollte. Die Bundespolizei FBI untersuche den Vorfall auch nicht als mögliches Attentat. Vermutlich habe der VerdĂ€chtige als Mitglied einer rechtsextremen Gruppe die Waffen lediglich zur «persönlichen Verteidigung» bei sich gefĂŒhrt, berichtete das Boulevardblatt weiter.

Mitte Juli hatte ein SchĂŒtze bei einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania von einem nahegelegenen Dach auf Trump geschossen und den Republikaner am Ohr verletzt. Der TĂ€ter wurde von SicherheitskrĂ€ften erschossen, ein Besucher starb. Der Secret Service geht außerdem davon aus, kurz darauf noch ein zweites Attentat auf Trump in Florida vereitelt zu haben.

@ dpa.de