Linkskandidat, Orsi

Linkskandidat Orsi zum neuen PrÀsident von Uruguay gewÀhlt

25.11.2024 - 05:16:36

Nach einem Wahlkampf ohne harte Auseinandersetzungen bringt der Ex-Lehrer die Linke wieder an die Macht. Radikale VerÀnderungen werden nicht erwartet. Uruguay gilt als demokratisches Musterland.

Der Linkskandidat YamandĂș Orsi ist bei der Stichwahl in Uruguay zum nĂ€chsten PrĂ€sidenten des kleinen sĂŒdamerikanischen Landes gewĂ€hlt worden. «Ich werde ein PrĂ€sident sein, der immer wieder zum nationalen Dialog aufruft, um die besten Lösungen zu finden», sagte der frĂŒhere Verwaltungschef des Departments Canelones. «Ich werde hart arbeiten und niemals nachlassen, um das Uruguay aufzubauen, das wir wollen.» 

Der ehemalige Lehrer kam nach der AuszÀhlung fast aller Stimmen auf knapp 50 Prozent, sein konservativer Konkurrent Álvaro Delgado auf etwa 46 Prozent der Stimmen. Brasiliens PrÀsident Luiz Inåcio Lula da Silva, der paraguayische Staatschef Santiago Peña und die neue mexikanische PrÀsidentin Claudia Sheinbaum gratulierten Orsi. 

Scheidender PrĂ€sident Lacalle Pou beglĂŒckwĂŒnscht seinen Nachfolger

Uruguays scheidender konservativer PrĂ€sident Luis Lacalle Pou schrieb auf der Nachrichtenplattform X, er habe Orsi angerufen, um ihn zum Wahlsieg zu beglĂŒckwĂŒnschen. Der beliebte Amtsinhaber durfte gemĂ€ĂŸ Verfassung nicht erneut antreten. 

«Traurig, aber ohne SchuldgefĂŒhle, können wir demjenigen gratulieren, der gewonnen hat - aufrichtig und aus vollem Herzen», sagte Orsis konservativer Rivale Delgado laut der Zeitung «El Observador» vor seinen AnhĂ€ngern: «Im politischen Leben werden Wahlen gewonnen und verloren. Es ist eine Sache, Wahlen zu verlieren, es ist eine andere, besiegt zu werden. Wir sind nicht besiegt worden.»

Orsi hatte im Wahlkampf angekĂŒndigt, die Armut zu bekĂ€mpfen und entschlossen gegen Korruption vorzugehen. Er werde fĂŒr eine Gesellschaft einstehen, in der niemand zurĂŒckgelassen werde, sagte er nach seinem Wahlsieg vor seinen AnhĂ€ngern.

Keine harten Auseinandersetzungen im Wahlkampf

Die Inflation in Uruguay ist recht niedrig, die Reallöhne haben sich erholt und die Arbeitslosigkeit ist gering. Im Wahlkampf ging es unter anderem um die Sicherheits- und Wirtschaftslage - von harten Auseinandersetzungen sahen die Kandidaten allerdings ab. 

Im von starker Polarisierung, politischer Gewalt und autoritĂ€ren Tendenzen gezeichneten Lateinamerika gilt Uruguay mit seinen knapp 3,5 Millionen Einwohnern als demokratisches Musterland. Seit der RĂŒckkehr zur Demokratie vor 40 Jahren wechseln sich Mitte-Rechts- und Mitte-Links-Regierungen ab.

@ dpa.de