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Bericht: Israels Armee bestreitet Hinrichtung von 15 Rettern

06.04.2025 - 03:42:02

Nach EinschĂ€tzung des Roten Halbmonds wurden die Retter in Gaza aus nĂ€chster NĂ€he erschossen. Israels Armee weist das laut einem Bericht zurĂŒck, rĂ€umt aber Fehler bei anfĂ€nglichen Darstellungen ein.

Der Tod einer Gruppe von palĂ€stinensischen RettungskrĂ€ften im Gazastreifen durch SchĂŒsse israelischer Soldaten bringt das MilitĂ€r in ErklĂ€rungsnot. Laut der «Times of Israel» rĂ€umte die Armee am Abend ein, dass ihre anfĂ€ngliche Darstellung des Vorfalls von vor rund zwei Wochen inkorrekt war. Die Truppen hĂ€tten jedoch niemanden hingerichtet und auch nichts zu vertuschen versucht. Der Fall werde erneut untersucht und heute dem Generalstabschef Ejal Zamir vorgelegt, hieß es.

Ein Kranken- und ein Feuerwehrwagen waren am 23. MĂ€rz nach Angaben des PalĂ€stinensischen Roten Halbmonds (PRCS) in Rafah von Soldaten angegriffen worden. Die Leichen von 14 MĂ€nnern konnten erst sieben Tage spĂ€ter aus einem Massengrab geborgen werden. Laut dem «Wall Street Journal» handelte es sich um acht SanitĂ€ter des Roten Halbmonds sowie sechs des Zivilschutzes. Zudem sei an einer anderen Stelle die Leiche eines UN-Mitarbeiters gefunden worden, hieß es. 

Die israelische Armee hatte damals behauptet, dass sich mehrere Fahrzeuge auf verdÀchtige Weise - ohne Koordinierung und ohne Scheinwerferlicht - den Truppen genÀhert hÀtten. Das MilitÀr habe nun eingerÀumt, dass diese Behauptung falsch war und auf den Aussagen der Soldaten beruhte, die an dem Vorfall beteiligt waren, so die «Times of Israel».

Video mit letzten Minuten im Leben der Retter 

Der Rote Halbmond hatte bei einem der getöteten SanitÀter ein Mobiltelefon gefunden, auf dem die letzten Minuten des Rettungstrupps per Video und Audio aufgezeichnet sind. Auf dem Video sind Krankenwagen und ein Feuerwehrfahrzeug zu sehen, die deutlich markiert sind und sich mit Scheinwerferlicht und Blaulicht fortbewegen. Eine Kopie des Materials sandte die Organisation nach eigenen Angaben an den UN-Weltsicherheitsrat. 

Durch einen UN-Diplomaten gelangten die Aufnahmen an die «New York Times», die sie in der Nacht zum Samstag veröffentlichte. Laut der «Times of Israel» wollte die Armee den Zwischenfall in Rafah daraufhin erneut grĂŒndlich untersuchen. Die Bildaufzeichnung bricht nach weniger als einer Minute ab, als der Konvoi unter israelischen Beschuss gerĂ€t. Nach EinschĂ€tzung des Roten Halbmonds wurden die unbewaffneten Retter aus nĂ€chster NĂ€he erschossen. Die bisherigen Ermittlungen der israelischen Armee hĂ€tten dagegen ergeben, dass dies nicht der Fall war, berichtete die «Times of Israel». 

Bericht: Hamas-KÀmpfer unter Getöteten

Mindestens sechs der 15 getöteten SanitĂ€ter seien von Geheimdienstmitarbeitern sofort als Hamas-KĂ€mpfer identifiziert worden. Nach den tödlichen SchĂŒssen habe ein Vize-Bataillonskommandeur mit seinen Soldaten die Leichen eingesammelt, sie in Sand eingegraben und die Stelle markiert, berichtete die Zeitung weiter. 

Nach Angaben des MilitĂ€rs sei das Vergraben von Leichen eine gĂ€ngige Praxis, um zu verhindern, dass wilde Hunde und andere Tiere die Leichen fressen. Die Armee habe ein UN-Team ĂŒber die Stelle informiert. Am nĂ€chsten Tag habe das Team den Ort jedoch nicht finden können; die Armee sei da schon mit anderen Aufgaben befasst gewesen. Die UN-Seite sei dann aufgefordert worden, einige Tage spĂ€ter zurĂŒckzukehren. Dem «Wall Street Journal» zufolge hatte das UN-Team der Vereinten Nationen dagegen mehrere Tage vergeblich auf die Erlaubnis der israelischen Armee gewartet, nach den Getöteten zu suchen.

@ dpa.de