Papst, Franziskus

Papst Franziskus wird aus Klinik entlassen

22.03.2025 - 18:32:54

Nach mehr als fĂŒnf Wochen im Krankenhaus darf Franziskus zurĂŒck in den Vatikan. Zuvor will er aus der Klinik erstmals wieder den Segen spenden. Die Ärzte empfehlen aber noch mehrere Wochen Ruhe.

  • Der Chefarzt des vatikanischen Gesundheits- und Hygieneamtes, Luigi Carbone (l), und der Chirurg Sergio Alfieri. - Foto: Gregorio Borgia/AP/dpa

    Gregorio Borgia/AP/dpa

  • Das einzige Foto, das bisher aus dem Krankenhaus veröffentlicht wurde. (Archivbild) - Foto: Uncredited/Vatican Press Hall/AP/dpa

    Uncredited/Vatican Press Hall/AP/dpa

  • GlĂ€ubige beten fĂŒr den Papst. (Archivbild) - Foto: Andrew Medichini/AP/dpa

    Andrew Medichini/AP/dpa

  • Auf den Balkon wird Franziskus - hier nach einer Operation im Jahr 2021 - nach Medienberichten eher nicht kommen. (Archivbild) - Foto: Europa Press/EUROPA PRESS/dpa

    Europa Press/EUROPA PRESS/dpa

Der Chefarzt des vatikanischen Gesundheits- und Hygieneamtes, Luigi Carbone (l), und der Chirurg Sergio Alfieri. - Foto: Gregorio Borgia/AP/dpaDas einzige Foto, das bisher aus dem Krankenhaus veröffentlicht wurde. (Archivbild) - Foto: Uncredited/Vatican Press Hall/AP/dpaGlĂ€ubige beten fĂŒr den Papst. (Archivbild) - Foto: Andrew Medichini/AP/dpaAuf den Balkon wird Franziskus - hier nach einer Operation im Jahr 2021 - nach Medienberichten eher nicht kommen. (Archivbild) - Foto: Europa Press/EUROPA PRESS/dpa

Papst Franziskus darf nach mehr als fĂŒnf Wochen stationĂ€rer Behandlung im Krankenhaus wieder nach Hause. Das 88 Jahre alte Oberhaupt der katholischen Kirche, das seit Mitte Februar wegen einer LungenentzĂŒndung in der Gemelli-Klinik in Rom liegt, wird an diesem Sonntag entlassen. Dies teilten die behandelnden Ärzte am Abend mit. Franziskus soll dann in seiner Residenz im Vatikan weiterhin Ă€rztlich betreut werden.

Die ĂŒberraschende Nachricht gaben die Ärzte Sergio Alfieri und Luigi Carbone in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in der UniversitĂ€tsklinik bekannt. Zuvor schon war bekanntgeworden, dass sich das Oberhaupt von weltweit mehr als 1,4 Milliarden Katholiken erstmals wieder öffentlich zeigen will. Dazu will Franziskus nach dem traditionellen Sonntagsgebet aus der Klinik den Segen spenden.

Papst soll zwei weitere Monate Ruhe halten

Franziskus wird im Krankenhaus wegen einer LungenentzĂŒndung behandelt, die beide LungenflĂŒgel erfasst hat. Zudem hatte er sich verschiedene Erreger in den Atemwegen eingehandelt. Zwischenzeitlich waren die Sorgen um den 88-JĂ€hrigen sehr groß - vor allem, als die Nieren zeitweise nicht mehr voll funktionierten und er auch mehrfach schwere AnfĂ€lle von Atemnot hatte. Seit der Einlieferung veröffentlichte der Vatikan nur ein einziges Foto von ihm. Darauf ist er nur von hinten zu sehen.

Nach Angaben der Ärzte soll Franziskus zwei weitere Monate Ruhe halten. In seiner Residenz, der Casa Santa Marta, wird er auch weiterhin ĂŒber einen Schlauch in der Nase mit zusĂ€tzlichem Sauerstoff versorgt. Auch die Atem- und Bewegungstherapie geht weiter. Zwischenzeitlich hatte der Papst auch mechanische Atemhilfe ĂŒber eine Maske auf Mund und Nase erhalten. KĂŒnstlich beatmet etwa durch Intubation wurde er nach Angaben der Ärzte aber nie.

Segen noch aus der Klinik

Zuvor teilte der Vatikan ĂŒberraschend mit, der Papst werde sich am Sonntag von dem Krankenhaus aus erstmals wieder öffentlich zeigen. Zum traditionellen Angelus-Gebet will sich Franziskus an einem Fenster der Klinik fĂŒr einen Gruß und Segen der Öffentlichkeit zeigen. Der Sprecher des Heiligen Stuhls, Matteo Bruni, erklĂ€rte, dabei bleibe es. Erst danach werde der Papst das Krankenhaus verlassen und in den Vatikan zurĂŒckkehren. 

Das Angelus-Gebet an sich wird Franziskus wie in den vergangenen Wochen nicht selbst leiten. Normalerweise hÀlt der Papst sonntags um die Mittagszeit das Angelus-Gebet auf dem Petersplatz vor Zehntausenden GlÀubigen. Seit seiner Einlieferung am 14. Februar war Franziskus dazu jedoch nicht mehr in der Lage. Das Sonntagsgebet wurde seitdem schriftlich veröffentlicht.

Was passiert nach der Entlassung? 

Aus Sicht des einflussreichen Kardinals Victor Fernandez beginnt nach der Entlassung eine neue Phase seines Pontifikats. Der Pontifex sei ein «Mann der Überraschungen», sagte Fernandez bei einer Buchvorstellung. Fernandez ist Chef der mĂ€chtigen Glaubensbehörde und gilt als Vertrauter des Papstes. Auf Fragen, ob ein RĂŒcktritt zu diesen Überraschungen gehören könnte, sagte Fernandez: «Das glaube ich nicht wirklich, das nicht.» 

 

Mit seinen 88 Jahren ist der gebĂŒrtige Argentinier inzwischen der zweitĂ€lteste Papst der Geschichte. Franziskus ist als Nachfolger des deutschen Papstes Benedikt XVI. seit zwölf Jahren im Amt. Ungewiss ist weiterhin, ob er im nĂ€chsten Monat an den großen Osterfeierlichkeiten teilnehmen kann. In diesem Jahr sind besonders viele Pilger in Rom, weil 2025 nach katholischem VerstĂ€ndnis ein Heiliges Jahr ist.

@ dpa.de