USA, Iran

Trump droht dem Iran - Raketenalarm in Israel und am Golf

26.03.2026 - 14:41:05 | dpa.de

Nach neuerlichen Drohungen von US-Präsident Donald Trump ist weiterhin unklar, wer mit wem über ein mögliches Kriegsende verhandelt. Israel meldet derweil massiven Raketenbeschuss aus dem Iran.

  • US-Präsident Donald Trump droht dem Iran. - Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
    US-Präsident Donald Trump droht dem Iran. - Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
  • Regierungssprecherin Karoline Leavitt spricht über die Kriegsziele der USA. - Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
    Regierungssprecherin Karoline Leavitt spricht über die Kriegsziele der USA. - Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
  • Das israelische Luftabwehrsystem Iron Dome wehrt Raketen aus dem Iran ab. - Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
    Das israelische Luftabwehrsystem Iron Dome wehrt Raketen aus dem Iran ab. - Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
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Vor dem Ende des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump reichen die Prognosen zum Iran-Krieg von einer schnellen Waffenruhe bis zu Angriffen mit Bodentruppen. Trump warnte den Kriegsgegner auf seiner Plattform Truth Social erneut vor Konsequenzen, sollte es zu keiner Einigung kommen. Der Iran müsse ernsthaft verhandeln, es gebe keinen Weg zurück. Die Folgen würden sonst «nicht schön» sein.

Wer für die Konfliktparteien jeweils mit wem spricht, bleibt völlig unklar. Trump hatte am Montag weitere hoffnungsvolle Gespräche angekündigt verbunden mit der Anordnung, Irans Energieinfrastruktur für fünf Tage nicht anzugreifen. Wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtet, übermittelte der Iran in der Nacht zum Donnerstag eine Antwort auf einen 15-Punkte-Vorschlag der USA für ein Kriegsende - unter anderem mit der Forderung nach einem Ende der Kampfhandlungen an allen Fronten.

Eine iranische Reaktion hatte Trump in seinem Beitrag nicht erwähnt. Die politische und militärische Führung in Teheran hatte bislang jegliche Verhandlungen dementiert. Dazu schrieb Trump in Versalien: «Falsch!!!» Tasnim zufolge wirft der Iran der US-Regierung vor, lediglich Zeit für eine Bodenoffensive gewinnen und den Ölpreis niedrig halten zu wollen. Zu den Forderungen gehört auch, dass die USA und Israel gezielte Tötungen einstellen sollen.

Pakistans Außenminister Ishaq Dar bestätigte am Donnerstag Vermittlungsbemühungen seines Landes. In diesem Kontext sei auch der 15-Punkte-Plan der USA geteilt und vom Iran erwogen worden, schrieb der Minister auf X. Ähnliche Informationen waren auch aus Ägypten gemeldet worden. Die Existenz des Verhandlungspapiers hatte Spekulationen über einen möglichen Durchbruch schon an diesem Wochenende befeuert.

Trump: Iran bettelt um ein Abkommen

US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt äußerte, es gebe «produktive» Gespräche auf diplomatischer Ebene. Aber trotz der Verhandlungen sei Trump bereit, die Hölle im Iran losbrechen zu lassen. Israel rechnet nach Medienberichten damit, dass Trump bereits am Wochenende im Alleingang eine Waffenruhe mit dem Iran verkünden könnte. Der israelische TV-Sender N12 nannte als möglichen Zeitpunkt diesen Samstag, das Nachrichtenportal «ynet» spätestens Mitte kommender Woche. 

Die iranischen Verhandlungsführer würden die USA «anflehen», ein Abkommen zu schließen, schrieb Trump auf seiner Plattform. Er bezeichnete sie als «anders» und «strange» (in etwa: seltsam oder eigenartig). Er wiederholte seine Einschätzung, dass der Iran «militärisch völlig vernichtet» sei. Der Befehlshaber des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten (Centcom), Brad Cooper, sagte, mehr als 10.000 Ziele seien angegriffen worden. 

Sieben Angriffswellen in kurzer Zeit

Doch auch der Iran setzt seine Gegenangriffe fort. Am Donnerstagmorgen flogen binnen weniger Stunden mindestens sieben Wellen iranischer Raketenangriffe auf Israel. In zahlreichen Gebieten - darunter im Großraum Tel Aviv, in Jerusalem sowie im Norden des Landes - gab es Raketenalarm. Nach Angaben von Armee und Rettungskräften kam es an mehreren Orten zu Einschlägen. Es gab Berichte über Verletzte in Tel Aviv sowie in einer arabischen Ortschaft östlich der Küstenmetropole. 

In der emiratischen Hauptstadt Abu Dhabi wurden zwei Menschen durch herabfallende Trümmerteile einer Rakete getötet. Auch andere Golfstaaten meldeten erneuten Beschuss auf ihr Territorium, darunter Kuwait, Saudi-Arabien und Jordanien.

Iranischer Marine-Kommandeur getötet

Israel meldete im Gegenzug den Tod des Marine-Kommandeurs der iranischen Revolutionsgarden. Verteidigungsminister Israel Katz teilte mit, die Armee habe Admiral Aliresa Tangsiri «ausgeschaltet, zusammen mit hochrangigen Offizieren des Marinekommandos». In der Mitteilung hieß es, Tangsiri sei «der unmittelbar Verantwortliche für die Terroroperation des Verminens und Blockade der Straße von Hormus für die Schifffahrt».

Aus dem Iran gab es dazu zunächst keine Bestätigung. Mitgeteilt wurde, dass seit Beginn der Luftangriffe der USA und Israels mehr als 1.900 Menschen getötet worden seien. Unter den Opfern seien 240 Frauen und mehr als 200 Kinder, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Ali Dschafarian dem arabischen Sender Al Jazeera.

In Teheran ist man vor dem Hintergrund der betonten Verhandlungsbereitschaft der USA vor allem skeptisch - wie die Berichte über eine iranische Antwort von Donnerstag belegen. Befürchtet wird etwa ein militärischer Einsatz auf der Ölinsel Charg im Persischen Golf oder in der für den globalen Öl- und Gashandel zentralen Straße von Hormus. Die Haltung rührt auch daher, dass die USA und Israel ihre Angriffe begannen, als eigentlich weitere Gespräche zwischen Teheran und Washington über das iranische Atomprogramm erwartet worden waren. 

Sorge vor «Besetzung einer iranischen Insel» 

Irans Außenminister Abbas Araghtschi warnte laut der Nachrichtenagentur Isna «alle Länder, dass das Eindringen ausländischer Streitkräfte in den Bereich der Straße von Hormus nur zu weiteren militärischen Spannungen führen wird». Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf warnte auf X vor einer möglichen «Besetzung einer iranischen Insel» durch «Feinde» mit Unterstützung eines Staates in der Region. Sollte es dazu kommen, müsse dieses Land mit Angriffen auf seine gesamte kritische Infrastruktur rechnen. 

Ghalibaf gilt als eine der wichtigsten verbliebenen Figuren des iranischen Machtapparats und als möglicher Ansprechpartner für die USA. Pakistan setzte sich Sicherheitskreisen zufolge für den Schutz von Ghalibaf und Araghtschi ein. Vor einer möglichen Einigung in der zweiten Aprilhälfte könnten demnach mehrere Gesprächsrunden nötig sein.

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